Afrika – neuer Hoffnungsmarkt der Reiseindustrie

25.11.2015 |  Von  |  Afrika
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Afrika – neuer Hoffnungsmarkt der Reiseindustrie
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Investitionen im Tourismus sind die beste Entwicklungshilfe für den schwarzen Kontinent und verhindern den Exodus von Millionen Menschen: Dies versicherte der Tourismusberater Alexander Gassauer von Kora Hospitality auf dem internationalen Hotel Investment Forum in Wien. „Ein Hotel mit 300 Zimmern ernährt in Afrika 7’000 Menschen: 700 Mitarbeiter und ihre Familien“, rechnete er vor.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Auch wenn Politik und Wirtschaft in vielen Ländern unberechenbar sind und bleiben, so ist dennoch von einem starken Tourismuswachstum auch südlich der Sahara auszugehen.

Paola Lunghini, CEO von Economie Immobiliare, verweist auf ein Plus von 2,7 Mrd. Dollar jährlich oder 5,6 Prozent des BIP. Bis 2017 werden allein internationale Investoren rund 40’000 zusätzliche Hotelzimmer bauen, allen voran Hilton und Marriott. Hinzu kommen die vielen lokalen „Mushroom“-Hotels, die allerorten wie die Pilze aus dem Boden schiessen.

„In Afrika ist alles anders“

54 verschiedene Länder, Hunderte unterschiedliche Sprachen, Kulturen und Ethnien sind die Grundlage für Konflikte, aber auch Vielfalt, Attraktivität und Abwechslung. „Afrika wird nie langweilig“, sagt Gassauer. Aber man muss sich auf diesen Kontinent einlassen. „In Afrika ist alles anders.“ Die Personalberaterin Rita Levy von Work4Stars Afrika schwärmt, das Humankapital sei einzigartig, aber es brauche Training, Flexiblität und Beharrlichkeit. Sie sei überzeugt, dass die Zukunft Europas und Asiens in Afrika liegt.


Zebraherden in den weiten Ebenen der Serengeti. (Bild: © PHOTOCREO Michal Bednarek - shutterstock.com)

Zebraherden in den weiten Ebenen der Serengeti. (Bild: © PHOTOCREO Michal Bednarek – shutterstock.com)


Gassauer liefert ein Bild der Stimmungslage, wie sie sich für Investoren zuletzt entwickelt hat. 2012 war Afrika der „Rising“ Kontinent mit steigenden Ölpreisen, demokratischen Wahlen in vielen Ländern und zweistelligen Wachstumsraten. Nur zwei Jahre später war alles anders, die Lage „hopeless“ – mit Ebola, Boku Haram, Ölpreis-Crash, Währungsschwankungen und verspielten politischen Chancen. 2015 zeige sich der Kontinent „unpredictable“, mit neuen Krisen und Flüchtlingswellen. Niemand wisse so genau, wie es weitergehe.

Das Tourismusgeschäft steht jedenfalls noch ganz am Anfang. Lediglich 50’000 Hotelzimmer sind derzeit in ganz Afrika in der Pipeline, 31’300 in Bau. Bei 36 Ländern entspricht das 900 Zimmern pro Land, was eigentlich gar nichts ist, sagt Gassauer. Hinzu kommt, viele Projekte werden aufgesetzt, aber nie gebaut, weil die Investoren die Motivation verlieren, zumeist wegen Korruption, Bürokratie oder fehlendem Interesse der Landbesitzer. Demgegenüber steht das beachtliche Wirtschaftswachstum, je nach Land zwischen fünf bis neun Prozent.



Hohes Entwicklungspotenzial im Tourismus

Der in London sitzende Afrika-Berater Yves Ekoué Amaizo von Mutagile gibt sich überzeugt, dass insbesondere die Länder Westafrikas hohes Entwicklungspotenzial im Tourismus haben. Zwei Drittel der Bevölkerung seien jung und hungrig, und als Arbeitskräftepotenzial im Gegensatz zu Europa und Asien sehr kostengünstig. Wenn Ausbildung, Preis und Qualität der Dienstleistungen stimmen, dann werden Unternehmen wie Privatpersonen verstärkt nach Afrika kommen.

Die zentrale Frage für alle Länder sei, „how to create Jobs“. Tourismus sei Teil der Lösung, erläutert der gebürtige Togoer Amaizo anhand des Beispiels Benin, das er anhand der Grössenverhältnisse mit Österreich vergleicht.

 

Artikel von: pressetext.com
Artikelbild: © Judex – shutterstock.com

Über Samuel Nies

Als gelernter Informatikkaufmann war für mich schon schnell klar, dass die Administration von verschiedenen Systemen zu meinem Gebiet werden sollte. Um aber auch einen kreativen Anteil in meinen Arbeitsalltag zu integrieren, verschlug es mich in die Welt des Web Content Management.


1 Kommentar


  1. Ich war, als ich Teenager wurde, zusammen mit meinen Eltern in Togo Mitte der 70er Jahre – dies waren die besten Ferien meines Lebens – nur leider liessen die Togoer zwei schöne Hotels verfallen, das Bungalowdorf „Tropicana“ und das Hotel „De la Paix“ unweit von Lomé. Als ich im Artikel Benin gelesen habe, bin ich hellhörig geworden – erst recht noch, dass ein Togoer im Nachbarland Benin erst was auf die Beine stellen konnte. Mir ist bekannt, das Togo seine Krisen durchlebt hat und heute noch daran krankt – nur wer ist überhaupt willens und fähig der „Schweiz Afrikas“ neues Leben einzuhauchen?

    Marco Richter, Brunnen

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