Amorgos – die heimliche Perle der Kykladischen Inseln

12.06.2017 |  Von  |  Europa
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Amorgos – die heimliche Perle der Kykladischen Inseln
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Die Kykladen sind den Freunden griechischer Inseln meist ein Begriff. Viele denken dabei vor allem an Santorini oder Naxos. Diese beiden Inseln können auch direkt angeflogen werden und so als Ausgangspunkt für weitere Inselerkundigungen dienen.

Diese erfolgen dann mit den zahlreichen Fähren, die das wettermässig manchmal launische ägäische Meer durchpflügen. So landet der eine oder andere auf der Insel Amorgos – und hat es nicht bereut. Diese Insel ist ein wahres Kleinod geblieben, auch wenn der Massentourismus auch hier nicht spurlos geblieben ist.

Am Hafen von Katapola – die Insel erwacht

Wer von Piräus mit der Fähre Amorgos ansteuert, erreicht die Insel aus nordwestlicher Richtung meist in den frühen Morgenstunden. Noch liegt Dunkelheit über der Bucht der Hafenstadt Katapola. Die Lichter glitzern, am Kai stehen doch schon eine Menge Leute: Reisende, die die Insel zu einem neuen Ziel verlassen wollen und geschäftige Inselbewohner, die mit dem Lockruf „Rooms!“ ihre Zimmer und Unterkünfte den neu Ankommenden anpreisen.



Schnell hat sich aber die Menschenmenge verlaufen, wenn das Schiff ablegt, und man bleibt allein zurück. Wer sich dann auf eine der Holzbänke setzt, den Lichtern der Fähre nachschaut, die irgendwann verschwinden, der erlebt das langsame Dämmern eines neuen Morgens. Gemächlich erwacht die Insel: Der Duft aus einer Bäckerei zieht herüber, ein Moped knattert durch den Morgen, Vögel zwitschern. Man sucht sich ein Kafenion und geniesst sein erstes Frühstück im Gefühl, angekommen zu sein, auf einer wunderbaren Insel und bei sich selbst.


Chora - ein typisches Kykladendorf (Bild: Kite_rin - shutterstock.com)

Chora – ein typisches Kykladendorf (Bild: Kite_rin – shutterstock.com)


Traumhafte Kulisse – filmreif in der Tat

Amorgos bietet viele wunderschöne Perspektiven. Jeder Weg, der sich hügelaufwärts schlängelt, belohnt den Wanderer mit atemberaubenden Panoramen: Karge Felslandschaft, dazwischen dorniges Grün, Gruppen von Olivenbäumen, im Hintergrund ein unglaubliches Meer, dass in Farbtönen von hellem Türkis bis zum tiefem Blau wechselt. Ähnlich beeindruckt muss der Regisseur Luc Besson 1987 gewesen sein, als er Amorgos für Aussenaufnahmen seines Taucherdramas „Le Grand Bleu“ (deutscher Titel: Im Rausch der Tiefe) mit Jean Reno und Jean-Marc Barr auswählte.

Die Geschichte, die eigentlich vor Sizilien spielt, wird durch die Landschaft von Amorgos und das umgebende Meer hervorragend illustriert. Bis heute trifft man Inselgriechen, die einem stolz erzählen, dass sie in dem Film einige Sekunden zu sehen sind. Das Café „Le Grand Bleu“ in Katapola lebt bis heute vom vergangenen Filmruhm. Zeitweise wurde der Film dort täglich um 20.30 gezeigt.

Wenn man so ein wenig heimisch und vertraut geworden ist mit der Insel, dann wird es Zeit, sie zu erkunden. Neben Wandertouren bietet es sich an, ein Motorrad oder kleines Auto zu mieten oder einen der gelegentlich fahrenden Busse zu besteigen.


Traumreiseziel Amorgos (Bild: MartineDF - shutterstock.com)

Traumreiseziel Amorgos (Bild: MartineDF – shutterstock.com)


Chora – ein typisches Kykladendorf

Oberhalb von Katapola liegt Chora, der ursprünglichste Hauptort von Amorgos. In einer knappen Stunde kann man auch zu Fuss dort hinaufgehen. Es lohnt sich wirklich, an vielen Stellen hat man das Gefühl, man betritt eine Postkarte: Kleine verwinkelte Gässchen, die alten und geduckten Häuser blendend weiss, manche mit kleinen runden Kuppeln, auch das typische griechische Blau drängt sich in den Blick. Wenn man dann weitergeht und genauer hinsieht, bemerkt man allerdings, dass sich auch hier die Gastronomie an die Touristen angepasst hat: Viele Cafés, Bars und Restaurants erinnern an Lokalitäten im heimischen Berlin oder Hamburg.

Nur noch wenige Cafés im alten Stil sind zu sehen, deren Besuch aber sich umso mehr anbietet: Dort sitzen sie immer noch, die alten Griechen, oft unrasiert, mit dunklen Jacketts bekleidet, Backgammon spielend, trinkend und über die Welt diskutierend. Hierzu erklingt auch noch immer traditionell griechische Musik.


Chora - atemberaubend schön! (Bild: imagIN.gr photography - shutterstock.com)

Chora – atemberaubend schön! (Bild: imagIN.gr photography – shutterstock.com)


Badefreuden unter klösterlicher Aufsicht

Wenn man in Chora den höchsten Punkt erreicht hat, schaut man auf herunter das südöstliche Meer. Ein gewundener Pfad bringt einen zu einer wunderbar gelegenen Badebucht, die allerdings keinen Sand zu bieten hat, sondern einen Strand aus Kieseln. Da Badetouristen als fussfaul gelten, fährt auch ein kleiner Bus hierhin und vor allem auch wieder zurück, denn dann geht es wieder steil bergauf. Dabei fällt der Blick auf ein ungewöhnliches Bauwerk: Das Kloster Chosowiotissa hängt strahlend weiss, wie ein Schwalbennest in die Felsen geklebt, hoch oben und überblickt den Küstenstrich.

Das Kloster soll bereits im 9. Jahrhundert von Mönchen aus Palästina gegründet worden sein. Früher war es aus Sicherheitsgründen farblich an den umliegenden Fels angepasst. Da man heute keine Piraterie mehr zu befürchten hat, erstrahlt das imposante Bauwerk leuchtend weiss. Ein Besuch dort oben ist einzigartig: Man bekommt von den Mönchen einen griechischen Mokka, dazu eine dieser unglaublich süssen kleinen Naschereien und hat einen phantastischen Ausblick über das Meer.


Kloster Chosowiotissa auf Amorgos (Bild: (WT-shared) Teddy, Wikimedia, CC)

Kloster Chosowiotissa auf Amorgos (Bild: (WT-shared) Teddy, Wikimedia, CC)


Hinfahren und nicht weitersagen

Dieses Motto galt unter den Amorgosfans der 1970er und 1980er Jahre. Wie erwähnt, der Tourismus hat doch hierher gefunden. Dennoch bietet die Insel gerade im Juni tolle Möglichkeiten: Noch nicht so überfüllt, noch nicht zu heiss, kann man die Insel auf eigene Faust entdecken. Empfehlenswert ist ein Besuch der zweiten Hafenstadt Ägiali, die man per Schiff ansteuern kann. Ein wunderschöner Tagesmarsch von Chora wäre für wanderfeste Inselfreunde die lohnende Alternative.

 

Artikelbild: Amorgos © leoks – shutterstock.com


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