Ausflug wildromantisch – durch die Rheinschlucht

15.06.2016 |  Von  |  Tagesausflüge CH

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Ausflug wildromantisch – durch die Rheinschlucht
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Im Nordwesten des Kantons Graubünden erstreckt sich auf einer Länge von rund dreizehn Kilometern die Rheinschlucht – auf Rätoromanisch Ruinaulta, wohl eine der spektakulärsten Flussabschnitte in der Schweiz. Bis zu 400 Meter hat der Fluss sich hier in die Felslandschaft eingegraben und sozusagen den Grand Canyon der Schweiz geschaffen.

Die Rheinschlucht ist eine wildromantische Flusslandschaft von herber Schönheit und wilder Ursprünglichkeit, wie sie sonst nur noch selten zu finden ist. Zerklüftete, senkrecht abstürzende Kalksteinfelsen wechseln sich hier mit bewaldeten Steilhängen ab – ein Symphonie aus Weiss und Grün, die sich mit dem Blau des Rheinwassers und des Himmels zu einem dramatischen Landschaftsgemälde verbindet.

Folge eines gewaltigen Bergsturzes

Ihre Existenz hat die Rheinschlucht dem Flimser Bergsturz vor rund 10‘000 Jahren zu verdanken. Damals kam es im Umfeld des heutigen Flims zu einem gewaltigen Felsabbruch – bis heute das weltweit grösste bekannte Bergsturz-Ereignis überhaupt. Schätzungsweise 10‘000 Millionen Kubikmeter Fels wurden dabei bewegt – eine unvorstellbare Masse, die zu einer mehrere hundert Meter dicken Schuttschicht führte. Durch den Felsschutt wurde der Rhein aufgestaut, so dass ein riesiger See entstand, mit der Zeit grub sich der Fluss aber wieder einen Weg durch den Schutt. Der See floss ab und die Ruinaulta blieb zurück.


Im Nordwesten des Kantons Graubünden erstreckt sich auf einer Länge von rund dreizehn Kilometern die Rheinschlucht (Bild: © Mor65_Mauro - shutterstock.com)

Im Nordwesten des Kantons Graubünden erstreckt sich auf einer Länge von rund dreizehn Kilometern die Rheinschlucht (Bild: © Mor65_Mauro – shutterstock.com)


Heute bildet die Rheinschlucht ein äusserst attraktives landschaftliches Ausflugsziel, das allerdings nur per Bahn erreichbar ist. Die Strasse von Ilanz über Versam nach Bonaduz hält sich weit oberhalb der Ruinaulta. Die Rhätische Bahn verbindet die drei Stationen Trin, Versam-Safien und Valendas-Sagogn in der Schlucht mit der Aussenwelt. Die dazugehörigen Orte – allesamt überschaubare Dörfchen – liegen jeweils ein Stück weit höher. Ansonsten bleibt nur der Weg zu Fuss oder per Mountainbike. Immerhin ist die Rheinschlucht inzwischen durch markierte Wanderwege gut erschlossen, von Flims und Laax aus gibt es entsprechende Zugangsmöglichkeiten.


Heute bildet die Rheinschlucht ein äusserst attraktives landschaftliches Ausflugsziel. (Bild: © Mor65_Mauro Piccardi - shutterstock.com)

Heute bildet die Rheinschlucht ein äusserst attraktives landschaftliches Ausflugsziel. (Bild: © Mor65_Mauro Piccardi – shutterstock.com)


Zu Fuss, mit der Bahn oder auf dem Fluss

Die tollsten Ausblicke auf den Canyon hat man zweifelsohne von den extra für diesen Zweck angelegten Aussichtsplattformen. Insgesamt sieben Stück gibt es davon, die sich jeweils an einem besonders attraktiven Punkt befinden. Etwas Mühe kostet das allerdings schon, denn naturgemäss liegen diese Plattformen alle auf der Höhe, dort wo die Felsen und Hänge nach unten abbrechen. Doch der fantastische Ausblick entschädigt für alle Anstrengungen. Wer nicht wasserscheu ist, mag sich auch an einer Rafting-Tour auf dem Rhein versuchen, die selbstverständlich ebenfalls im Angebot ist. Auch vom Fluss aus betrachtet hat die Rheinschlucht ihren besonderen Reiz.



Ein Ausflug in die Ruinaulta lässt sich gut als Tagestrip organisieren, wenn man seinen Standort im näheren Umfeld hat. Es ist aber auch möglich, hier ein paar Tage zu verbringen. Zu sehen und Naturerlebnisse gibt es genug. Die Dörfer im Bereich der Schlucht bieten ausreichend Möglichkeiten für Unterkunft und Gastronomie. Am meisten hat sich dabei das Dorf Trin – praktisch der Hauptort des Canyons – auf Fremdenverkehr eingestellt. Ob Tagesausflug oder Kurztrip – Naturliebhaber kommen beim Besuch der Rheinschlucht auf jeden Fall auf ihre Kosten.

Fazit

Die Rheinschlucht im nordwestlichen Graubünden ist ein Ausflugstip für Naturliebhaber. Hierhin kommt man entweder zu Fuss oder mit der Bahn.

 

Artikelbild: © Christian Kohler – shutterstock.com

Über Stephan Gerhard

ist seit Jahren als freier Autor und Texter tätig und beschäftigt sich bevorzugt mit Themen rund um Finanzen, Geldanlagen und Versicherungen sowie Wirtschaft. Als langjähriger Mitarbeiter bei einem Bankenverband und einem großen Logistikkonzern verfügt er über umfassende Erfahrungen in diesen Gebieten.

Darüber hinaus deckt er eine Vielzahl an Themen im Bereich Reisen, Tourismus und Freizeitgestaltung ab. Er bietet seinen Kunden kompetente und schnelle Unterstützung bei der Erstellung von Texten und Präsentationen.


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