Barocke und mittelalterliche Sehenswürdigkeiten im beschaulichen Städtchen Laufen

02.12.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa, Schweiz
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Barocke und mittelalterliche Sehenswürdigkeiten im beschaulichen Städtchen Laufen
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Im Folgenden soll es um die barocke Kirche St. Katharina in Laufen im Kanton Baselland gehen. Neben der denkmalgeschützten Kirche hat das historische Städtchen Laufen noch weitere sehenswerte Kulturdenkmäler zu bieten. Doch zunächst zur Katharinenkirche in der Viehmarktgasse am Untertor.

Die Barockkirche St. Katharina



Das im 17. Jahrhundert erbaute Gotteshaus wurde 1698 vollendet. Der Kirchturm kam erst sehr viel später hinzu – die alten Glocken aus der Kirche St. Martin sind heute aber leider nicht mehr erhalten. Die einschiffige Kirche ist – für die Zeit des Barock ungewöhnlich – recht schlicht gestaltet. Eindrucksvoll sind die kunstvollen Stuckaturen im Rokoko-Stil, die von den Vorarlberger Brüdern Mossbrugger geschaffen wurden. Der spätbarocke Hochalter stammt aus dem Jahr 1707. Das grosse Altarbild zeigt, auf einem geborstenen Rad kniend, die heilige Katharina als Patronin der Kirche. In unserem Kulturkreis war sie nach Maria lange Zeit die am meisten verehrte Heilige. Doch wer war diese Katharina von Alexandrien?

Die Kirche St. Katharina in Laufen, Baselland (Bild: Wm1bl, Wikimedia, CC)

Die Kirche St. Katharina in Laufen, Baselland (Bild: Wm1bl, Wikimedia, CC)

Der Überlieferung zufolge starb Katharina als Märtyrerin, weil sie sich zum christlichen Glauben bekannte. Sie wurde gefoltert und sollte auf einem Rad hingerichtet werden, doch ein Blitzschlag zerstörte das Rad, sodass Katharina verschont blieb. Kurz darauf wurde sie jedoch enthauptet. Es wird angenommen, dass es sich bei dieser Überlieferung um eine Legende handelt, denn Katharinas Leidensgeschichte hat grosse Ähnlichkeit mit der Geschichte der Philosophin Hypatia von Alexandrien, die im Jahr 415 von fanatisierten Christen gefoltert und verbrannt wurde. Aus dem römisch-katholischen Heiligenkalender wurde Katharina daher gestrichen. Doch ihre Geschichte kann auch heute noch stellvertretend für die vieler Frauen stehen, die als Opfer religiösen Fanatismus gefoltert und getötet werden. Damit mahnen die Kirche St. Katharina und ihr Altarbild auch heute zu Toleranz gegenüber Menschen anderer Glaubensrichtungen.





Ringmauer in Laufen (Bild: Wm1bl, Wikimedia, CC)

Ringmauer in Laufen (Bild: Wm1bl, Wikimedia, CC)

Eindrucksvoll sind auch die beiden Seitenaltäre mit gedrehten und durchbrochenen Säulen und kunstvollen Altarbildern. In der Mitte des Chorbogens hängt ein grosses Kreuz, an den Seiten des Bogens befinden sich die Statuen von Maria und Johannes. Das kunsthistorisch wertvollste Objekt der Kirche befindet sich unterhalb der Orgelempore: die spätgotische Madonna mit dem Jesuskind. Diese Figur wurde etwa seit dem Jahr 1500 als Prozessionsstatue durch Laufen getragen. Die feinen Gesichtszüge der Gottesmutter und der schwungvoll gestaltete Faltenwurf ihres Gewandes zeigen grosse künstlerische Meisterschaft, ebenso wie die lebendige Mimik des Jesuskindes, das nach einem Granatapfel greift.

Gasthaus Ochsen in Laufen (Bild: Walter Pöder, Wikimedia, CC)

Gasthaus Ochsen in Laufen (Bild: Walter Pöder, Wikimedia, CC)

Rechts neben der Treppe zur Kanzel befindet sich die Figur des heiligen Sebastian, der als Pestheiliger angerufen wurde. Seine Statue wurde am Sebastianstag, dem 20. Januar, um den Stadtbrunnen getragen, um die Bevölkerung vor vermeintlich verseuchtem Wasser und damit vor der Pest zu schützen. Neben der vorderen Seitentür befindet sich eine weitere Prozessionsstatue, die Figur des heiligen Fridolin, auch hier wie üblich dargestellt mit einem Skelett. Der Legende nach Wandermissionar im frühen Mittelalter, galt Fridolin als Beschützer der Tiere und sollte Laufen gegen die im Jahr 1735 grassierende Viehseuche schützen. Am Fridolinstag hat man seine Statue daher durch die Stadt getragen.



Erstmals renoviert wurde die Katharinenkirche im Jahr 1832. In den Jahren 1913 bis 1919 fanden weitere Renovierungen des Innenraums und der Fassade statt. Nach der letzten umfangreichen Renovation im Jahr 1971 wurde die Kirche St. Katharina schliesslich unter eidgenössischen Denkmalschutz gestellt.





Stadthaus mit Obertor in Laufen (Bild: Roland Zumbuehl, Wikimedia, GNU)

Stadthaus mit Obertor in Laufen (Bild: Roland Zumbuehl, Wikimedia, GNU)

Weitere Baudenkmäler des „Stedtlis“

Bei einem Spaziergang durch die Altstadt gibt es für geschichtlich interessierte Besucher weitere sehenswerte Kulturdenkmäler zu entdecken. Nachdem Fürstbischof Peter Reich dem Ort im Jahr 1295 das Stadtrecht verliehen hatte, wurde Laufen durch eine Ringmauer befestigt. Die drei Stadttore – Obertor, Untertor und Wasserturm – sind bis heute gut erhalten. Diese mittelalterlichen Bauwerke prägen noch immer das Stadtbild. Der Weg in die Altstadt führt durch das beeindruckende, in der Vergangenheit mehrmals umgebaute Untertor. Neben Resten der Stadtmauer wurde dieses Tor als letztes der drei Stadttore unter kantonalen Denkmalschutz gestellt.

Sehenswert ist auch das denkmalgeschützte Laufener Stadthaus, das im Jahr 1672 erbaut wurde. Ursprünglich ein barocker Adelssitz, diente es später als Spital. Heute ist die Gemeindeverwaltung in diesem historischen Gebäude untergebracht. Besonderes Glanzstück ist der Roggenbachsaal. Bei Renovierungsarbeiten kamen hier überraschend Grisaillemalereien zum Vorschein, die mit grösster Sorgfalt restauriert wurden. Dieser barocke Festsaal gehört heute zu den besonderen Sehenswürdigkeiten des Ortes und gilt als ein Glanzstück der Denkmalpflege.



 

Oberstes Bild: Barockes und mittelalterliches Städtchen Laufen (© Hadley Wickham, WIkimedia, CC)

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