Eine Fahrradreise in Südfrankreich nach bestem Geschmack

24.02.2015 |  Von  |  Europa, Frankreich
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Eine Fahrradreise in Südfrankreich nach bestem Geschmack
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Hinter der Kurve konnte ich das Château d’Ayres schon sehen. Nur noch ein Kilometer unbefestigte Schotterstrasse trennte mich von meinem Abendessen. Ich schaltete einen Gang nach unten und erhöhte die Leistung des Pedelec-Motors, der mich den ganzen Tag schon so gut unterstützt hatte.

Etwa 60 Kilometer lagen hinter uns, nachdem wir am Morgen gestartet waren. Radfahren in der Lozere in Südfrankreich ist keine einfache Übung. Der Streckenverlauf jeder Tagesetappe besteht aus einem immensen Wechselspiel aus Bergauf- und Bergabfahrten.

Bereits seit einigen Kilometern war der Pedelecakku ebenso erschöpft wie ich. Innig hoffte ich, dass er diesen einen Kilometer noch überstehen würde, aber ich wurde enttäuscht. Gerade in dem Moment, als die Anstrengung am grössten schien, schmierte mein Pedelec ab. Der Akku war leer, der Motor konnte mich beim Treten nicht mehr unterstützen. Mir lagen die Kilometer der letzten Tage in den Beinen und ich war hungrig. Keine gute Kombination. Aber den einen Kilometer schaffte ich nun auch noch, ohne zimperlich zu sein. Schliesslich wartete das Abendessen schon auf mich.

Tagsüber radeln, abends schlemmen

An jenem Tag erreichte ich das letzte Schlosshotel meiner Etappe. Vier Tage war ich in der Lozere mit dem Pedelec, einem Elektrofahrrad, welches über einen Elektromotor das Fahrradfahren erleichtert, unterwegs. Das Pedelec fährt nur, wenn auch selbst geradelt wird. Es gilt als kleiner Bruder des E-Bikes. Letzteres ist ein elektrisches Fahrrad, bei dem nur gesessen und der Geschwindigkeitsregler bedient werden muss.


Besonders in hügeligen Landschaften ist das Pedelec genial. (Bild: © Steven Hille)

Besonders in hügeligen Landschaften ist das Pedelec genial. (Bild: © Steven Hille)


Besonders in hügeligen Landschaften ist das Pedelec genial, denn es ermöglicht, dass nicht nur Leistungssportler mit ihren Hightec-Rennrädern in den Bergen unterwegs sein können, sondern auch unsportlichere oder ältere Menschen. Wie einfach das Fahren mit einem Pedelec in den Bergen der Lozere sein kann, könnt ihr im Video am Ende des Artikels sehen.

Nach vollendeter Tagestour gab es meistens vier, fünf oder gar sechs Gänge zum Abendessen. Für jemanden wie mich, der noch nie ausgiebig in Frankreich zu Abend gegessen hatte, war das eine wahre Freude. Ich bin ein Fan guter Speisen und koche selbst sehr gerne und regelmässig. Doch die in den Schlosshotels gebotene Küche übertraf meine offensichtlich arg begrenzte Vorstellung vom Zubereiten von Speisen um einiges.

Ich ass in den wenigen Tagen der Tour Unmengen an schmackhaftem Fisch aus der Region, jede Menge Süssspeisen und Törtchen. Als besonderes Highlight empfand ich eine Art Rührei in einem Glaszylinder, das erst am Tisch zum Garen gebracht wurde. Aber auch die obligatorische Käseplatte nach dem Hauptgang hatte ihre Reize. Ich fühlte mich wie Gott in Südfrankreich.


Die obligatorische Käseplatte nach dem Hauptgang. (Bild: © Steven Hille)

Die obligatorische Käseplatte nach dem Hauptgang. (Bild: © Steven Hille)


Und zwischendurch? Kultur!

Als wäre Radfahren durch eine herrliche Landschaft und fürstliches Speisen noch nicht genug, hatte jede Tagestour kulturelle Höhepunkte und zeigte einige Einblicke in das heutige und vergangene Leben der Region.

Gleich am Anfang der ersten Etappe führte uns eine schmale und besonders steile, kurvenreiche Strasse von Florac auf eines der zahlreichen Plateaus der Cevennen. Flora und Fauna der Lozere sind durch ihre natürlichen Bedingungen geprägt. Während auf den Plateaus der umliegenden Berge ausschliesslich karge Wiesen- und Sträucherlandschaften vorzufinden sind, gedeihen in den Tälern mit all ihren Flüssen diverse sattgrüne Pflanzenarten.


Übernachtungsort: Manoir de Montesquiou (La Malène) (Bild: © Steven Hille)

Übernachtungsort: Manoir de Montesquiou (La Malène) (Bild: © Steven Hille)


Um kulturelle Highlights der Tour nicht einfach wahllos aufzuführen, habe ich eine Übersicht meiner Fahrradreise samt allen Informationen und Eckdaten erstellt.

Die Eckdaten der Tour im Überblick:

  1. Tagesetappe

Cocurès – Mativet: 16 km

Mativet – Castelbouc: 12 km

Castelbouc – Sainte Enimie: 8 km

Sainte Enimie – La Malène: 13km

Länge der Strecke: 49 km

Dauer: etwa 4 h

Anstrengung: sehr anstrengend

Höhepunkt auf der Strecke: Bauernhöfe, kleine Dorf Sainte Enimie

Übernachtung: La Lozerette (Cocurès)


Vier Tage war Steven Hille in der Lozere mit dem Pedelec unterwegs. (Bild: © Steven Hille)

Vier Tage war Steven Hille in der Lozere mit dem Pedelec unterwegs. (Bild: © Steven Hille)


  1. Tagesetappe

La Malène – Les Vignes: 11km

Les Vignes – Saint Pierre des Tripiers: 14km

Saint Pierre des Tripiers – Meyrueis: 22 km

Länge der Strecke: 47 km

Dauer: 3 h 45 min

Anstrengung: ausgeglichen

Höhepunkt auf der Strecke: Bootsfahrer von La Malène

Übernachtung: Manoir de Montesquiou (La Malène)

  1. Tagesetappe

Meyrueis – Drigas : 13 km

Drigas – Vébron : 27 km

Vébron – Cocurès : 17 km

Florac – Cocurès : 5 km

Länge der Strecke: 57 Kilometer

Dauer: 4 h 30 min

Höhepunkte auf der Strecke: Grotte L’Aven Armand

Anstrengung: anstregend

Übernachtung: Château d’Ayres (Meyrueis)


Mit dem E-Bike durch die Lozère in Frankreich.  from Steven Hille on Vimeo.


 

Oberstes Bild: © Steven Hille

Über Steven Hille

Ich bin Steven, 25 Jahre alt und durchweg Optimist und Träumer. Und trotzdem sorge ich mich um unsere Umwelt. Ich bin der Meinung, dass wir mehr Verantwortung für unsere Schöpfung tragen sollten. Daher denke ich nachhaltig und esse aus diversen Grünen seit fast drei Jahren kein Fleisch mehr.
Über meine Reisen und das Thema Nachhaltigkeit schreibe ich auf www.funkloch.me.


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