Ganz im Südwesten: Eine Reise durch die Algarve

05.10.2015 |  Von  |  Europa
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Ganz im Südwesten: Eine Reise durch die Algarve
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Ganz im Westen des europäischen Kontinents liegt Portugal. Wer an der Küste der Algarve steht, sieht Meer. Und ziemlich viel davon, denn zwischen der portugiesischen Küsten und Amerika gibt’s nur noch Wasser. Portugal ist lange kein Geheimtipp mehr und nicht mehr nur die „kleine Schwester Spaniens“.

Gerade die Algarve wird touristisch stark frequentiert. Kein Wunder: Mildes Klima, atemberaubende Landschaften und freundliche Menschen versprechen erholsame Ferien.

Surfer, Sonne, Seelenbaumeln

Der Pfeil saust über meinem Kopf entlang, während ich in geduckter Haltung und mit einem kühlen Sagres in der Hand an der Dartscheibe vorbeihusche. Ich setze mich an einen der schweren Holztische, an dem schon ein paar Leute sitzen. Noch in Ruhe das Bier leer trinken, ein bisschen plaudern, dann geht es mit der versammelten Mannschaft in die Pizzeria an der Hauptstrasse zum gemeinsamen Abendessen.

Wir sind erst am Morgen im Algarve Surf Hostel angekommen und wenige Stunden später fühle ich mich wie zu Hause. Der Blick von den Klippen auf den Strand, die Surfer im Wasser – der Ausblick von südwestlichen Zipfel Europas hat uns gleich bei der Ankunft am Morgen bezirzt. Auch wenn wir in Sagres nur eine Nacht und zwei Tage verbracht haben, ist es ein Ort, der sofort etwas ausgelöst hat. Ganz tief drinnen und nachhaltig. Wir wollen wiederkommen und länger bleiben. Endlich surfen und einfach die Seele baumeln lassen.

Es gibt Orte, die wirken, auch wenn man vielleicht nur wenige Stunden dort verbracht hat. Orte, die im inneren Notizbuch dick mit rotem Marker unterstrichen werden. Seelenorte eben.


Wunderschöne Strände in Sagres. (Bild: © Julia Schattauer / bezirzt.de)

Wunderschöne Strände in Sagres. (Bild: © Julia Schattauer / bezirzt.de)


Backpacking in Europa? In Portugal absolut empfehlenswert!

Bis jetzt dachte ich, Europa sei mir zu vertraut, um das gewisse Etwas zu fühlen. Zu kalt, zu nah oder langweilig, um mich wirklich zu berühren. Doch Portugal bietet eine Fülle an solchen Seelenorten. Zwischen Klippen versteckte Strände, richtige lonley beaches, idyllische Gässchen, die zu pittoresk wirken, um wahr zu sein:

Gerade die Algarve kann was in Sachen Seelenort.

Mit anderen Worten: Portugal sollte definitiv auf eurer Liste stehen!
Doch jetzt mal zur Sache: Wir sind 13 Tage mit Handgepäck vom Süden in den Norden gereist und haben dabei in Hostels übernachtet. Backpacking in Europa ist nicht immer günstig, doch in Portugal kann man sich nicht nur das Reisen leisten, es ist auch noch wunderschön. Günstige und schöne Hostels, gutes und günstiges Essen, toller Wein und eine gut ausgebaute Infrastruktur. Was will man mehr?


Faro: Wie aus dem Ei gepellt. (Bild: © Julia Schattauer / bezirzt.de)

Faro: Wie aus dem Ei gepellt. (Bild: © Julia Schattauer / bezirzt.de)


Die Algarve: Faro, Lagos, Sagres

Faro ist eine idyllische kleine Stadt, die wie aus dem Ei gepellt aussieht. Auf Hochglanz polierte Pflastersteine glänzen mit den typisch portugiesischen Wandfliesen um die Wette. Über die von der Stadtmauer umrahmte Altstadt fliegen im Halbstundentakt die Flugzeuge, die im Sommer Massen an Touristen in den Süden bringen.

Obwohl wir Ende August, also zum Ende der Hauptsaison in Faro waren, war von Touristenmassen nichts zu sehen. Im Gegenteil, himmlische Ruhe macht sich in den malerischen Gassen breit. Obwohl Faro direkt am Meer liegt, muss man zum Strand einen kleinen Weg auf sich nehmen, denn rund um den Hafen befindet sich ein Naturschutzgebiet, welches sich nicht zum Baden eignet.

Mit der Fähre gelangt man jedoch ganz einfach zu den weitläufigen Stränden in der Umgebung. Besonders toll ist die idyllische Strandinsel Ilha do Faro. Auf der kleinen Insel versammeln sich einheimische und touristische Sonnenanbeter. Am weissen kilometerlangen Strand gibt es familiäre Abschnitte aber auch menschenleere Abschnitte, die so richtig zum Erholen einladen.


Die Wellen bei Sagres locken unzählige Surfer an. (Bild: © Julia Schattauer / bezirzt.de)

Die Wellen bei Sagres locken unzählige Surfer an. (Bild: © Julia Schattauer / bezirzt.de)


Mit dem Zug ging es unkompliziert in knappen zwei Stunden weiter gen Westen nach Lagos. Die als Partyziel verschrieene Stadt hat mehr zu bieten, als man auf den ersten Blick erwartet. Zwar dominieren Einkaufs- und Partymeilen im Zentrum, aber in nur wenigen Minuten kann man durch verschlungene Gässchen schlendern und schöne Ecken entdecken.

Der Stadtstrand, der sich am östlichen Ende der Stadt befindet, ist vor allem für Wassersportfans und Familien empfehlenswert. Wer jedoch etwas mehr Ruhe und vor allem landschaftliche Highlights sehen will, der sollte der Strasse Richtung Westen folgen. Hier reihen sich Strände aneinander, bei denen einer schöner als der andere ist. Steilklippen, Höhlen und Naturparks laden dazu ein, den ganzen Tag in der Natur zu verbringen. Ein absolutes Erlebnis und einfach nur wunderschön.

Beim Blick auf die Sandsteinformationen verknüpfen sich Bilder im Kopf mit Erlebnissen, vage Ideen werden zu gelebten Momenten und weisse Flecken auf der inneren Landkarte werden zu roten Fähnchen.


Die Algarve, wie man sie aus dem Bilderbuch kennt. Die Wellen bei Sagres locken unzählige Surfer an. (Bild: © Julia Schattauer / bezirzt.de)

Die Algarve, wie man sie aus dem Bilderbuch kennt. Die Wellen bei Sagres locken unzählige Surfer an. (Bild: © Julia Schattauer / bezirzt.de)


In weniger als einer Stunde kann man mit dem Bus noch weiter in den Westen nach Sagres fahren. Am südwestlichsten Zipfel Europas bietet sich eine Kulisse, die einen wirklich umhaut. Das kleine Dorf an sich, ist nicht sonderlich beeindruckend.

In Sagres treffen sich Surfer, die hier an den Stränden perfekte Bedingungen finden und in den Surfcamps im Umkreis unterkommen. Im Algarve Surf Hostel, dass sich direkt neben der monströsen Ruine einer ehemaligen Surf School befindet, haben wir wunderschöne gesellige Stunden mit Surfern und Backpackern verbracht und eines ist ganz klar, hierher werden wir wieder kommen und dann zum Surfen.

 

Artikelbild: © Julia Schattauer / bezirzt.de

Über Julia Schattauer

Julia Schattauer ist freie Autorin und leidenschaftliche Bloggerin. Geschichten vom Reisen sind ihr Steckenpferd. Neben nützlichen Fakten geht es ihr in erster Linie ums Storytelling. Darum, den Leser in die Welt mitzunehmen und sein Fernweh zu wecken. Als studierte Kunsthistorikerin, Tourismus-, und Literaturwissenschaftlerin schreibt sie ausserdem über Themen aus Kunst und Kultur.


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