Gegen Herbstblues und Fernweh: Ausflug in den Botanischen Garten

15.10.2015 |  Von  |  Europa
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Gegen Herbstblues und Fernweh: Ausflug in den Botanischen Garten
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Es ist kalt. Der Sommer hat nun wirklich Adieu gesagt und der Herbst steht in voller Montur vor unseren Haustüren. Grüne Wiesen werden von braunen Matschpisten abgelöst, üppige Baumkronen von immer dünner werdenden Blätterkleidern. Statt wärmenden Sonnenstrahlen und Parkgefühlen stehen Lesesonntage auf der Couch auf dem Wochenendplan.

Mein Fernweh erkennt mal wieder seine Chance und überwältigt mich hinterrücks mit fiesen Attacken.

Doch leider kann man nicht immer in den nächsten Flieger hüpfen und in die Wärme flüchten und so sind symptomstillende Massnahmen bis zur nächsten Reise die letzte Rettung.

Mein bester Tipps neben einem Wellnesshotel oder Saunatag ist dieser:

Verbringe mal wieder ein paar Stunden in einem botanischen Garten. Hier lässt es sich eigentlich zu jeder Jahreszeit gut aushalten, doch gerade in den Übergangsjahreszeiten kann man auf entspannte Art und Weise durch die unterschiedlichen Vegetationsformen wandeln und vor allem in den mediterranen Häusern die Wärme auf der Haut spüren.

In Sachen Klima und Flora kommt man in botanischen Gärten doch so manchem Fernreiseziel nahe: Exotische Vegetation und ganz viel warme Luft. Man muss nur die Augen schliessen und sich auf die Wärme konzentrieren, die den Körper bis in die Knochen erfüllt, die Luftfeuchtigkeit bewusst wahrnehmen, den Geruch von Erde und Blüten einatmen und schon fühlt man sich ein bisschen wie in Thailand.


Beeindruckende Seerosen findet man in Botanischen Gärten. (Bild: boivin nicolas / Shutterstock.com© )

Beeindruckende Seerosen findet man in Botanischen Gärten. (Bild: boivin nicolas / Shutterstock.com© )


Beim Durchstreifen der fast schon sakral wirkenden Glashallen läuft man von Klimazone zu Klimazone, bestaunt skurrile Kakteentürme und wuchernde Blütenpracht. Zart roséfarbene Engelstrompeten, zart weisser Oleander und kräftig rote Rosen erfreuen nicht nur das Auge, sondern mit ihrem Duft die Nase.

Abends, kurz vor Parkschliessung, wenn die meisten Besucher schon verschwunden sind, ist es besonders schön in den Gewächshäusern, ganz still und friedlich. Diese kleine Alltagsfluchten sind ganz einfache Mittel, um den Akku wieder in den grünen Bereich zu bringen und die Wartezeit zur nächsten Reise erträglicher zu machen.


Kakteenhäuser gehören zur exotischen Pflanzenwelt in Botanischen Gärten dazu. (Bild: lightofchairat / Shutterstock.com© )

Kakteenhäuser gehören zur exotischen Pflanzenwelt in Botanischen Gärten dazu. (Bild: lightofchairat / Shutterstock.com© )


Botanische Gärten in Europa – meine Top 3:

Botanischer Garten Berlin-Dahlem

Mein persönlicher Lieblingsgarten ist der wunderschöne Park und das alte Gewächshaus im Botanischen Garten in Berlin. Mit 43 Hektar Fläche ist er nicht nur einer der schönsten, sondern auch der grösste Botanische Garten Deutschlands. Zwischen 1879 und 1910 wurde der Garten erbaut und ist seitdem eines der beliebtesten Naturziele in Berlin

Botanischer Garten Kew, London

Der Kew Garden kann mit royalem Flair aufwarten. Bereits seit 1640 ist der königliche Exotengarten für die Öffentlichkeit zugänglich und besticht mit Highlights wie dem Baumwipfelpfad. Auf 121 Hektar zeigt er die grösste Artenvielfalt aller Botanischen Gärten weltweit. Sehenswert ist der Garten auch aus kunsthistorischer Sicht, denn die viktorianischen Gewächshäuser zählen zu den ältesten der Welt.

Botanischer Garten Zürich

Zürich hat eigentlich zwei botanische Gärten, der „neue“, der dem Platzmangel entgegenwirken sollte, befindet sich in einer Villa in Riesbach. Der zur Universität gehörende Garten zeigt auf 53 Hektar rund 9’000 Pflanzenarten und wurde 1977 eröffnet. Die Erhaltung des alten Schönaupark, in dem sich die Villa befindet, macht sich massgeblich im Charme der Anlage bemerkbar.

 

Artikelbild: © Jeffrey M. Frank / shutterstock.com

Über Julia Schattauer

Julia Schattauer ist freie Autorin und leidenschaftliche Bloggerin. Geschichten vom Reisen sind ihr Steckenpferd. Neben nützlichen Fakten geht es ihr in erster Linie ums Storytelling. Darum, den Leser in die Welt mitzunehmen und sein Fernweh zu wecken. Als studierte Kunsthistorikerin, Tourismus-, und Literaturwissenschaftlerin schreibt sie ausserdem über Themen aus Kunst und Kultur.


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