Goslar – geschichtsträchtige Stadt im Harz

29.05.2015 |  Von  |  Europa
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Goslar – geschichtsträchtige Stadt im Harz
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Goslar ist eine der meistbesuchten Städte im Harz. Die Weltkulturerbe-Kleinstadt besticht mit mittelalterlichen Gassen und der geschichtsträchtigen Kaiserpfalz. Besuchermagnet ist auch das Erzbergwerk Rammelsberg. In der Umgebung gibt es zahlreiche weitere Ausflugsziele, die einen Besuch lohnen.

Bei einem Spaziergang durch die mittelalterlichen Gassen wird die Vergangenheit lebendig. Liebenswerte Fachwerkhäuser und idyllisches Kopfsteinpflaster prägen das Bild. Das Rathaus dominiert den Marktplatz, auf dem stets einiger Trubel herrscht.

Besonders sehenswert ist der Huldigungssaal, der zwischen 1505 und 1520 im spätgotischen Stil gestaltet wurde. Der gesamte Raum ist über und über mit wunderbaren Tafelgemälden ausgekleidet, was beim Eintreten zu einem überwältigenden Gesamteindruck führt. Die Ausstellung entführt Dich mit einer multimedialen Präsentation in die Vergangenheit. Schräg gegenüber steht mit der im Jahr 1494 erbauten Kaiserworth ein weiteres eindrucksvolles Gebäude. Sehr schön ist der Brunnen in der Mitte des Marktplatzes, der von einem bronzenen Adler bewacht wird. Vier Mal täglich beginnt auf dem Giebel des Kämmereigebäudes ein ganz besonderes Schauspiel: Unterhalb der Uhr öffnet sich ein Figurenumlauf, der die Geschichte des Goslarer Bergbaus darstellt.


Rathaus Goslar am Harz, Eingang Huldigungssaal. (Bild: Pedelecs, Wikimedia, CC)

Rathaus Goslar am Harz, Eingang Huldigungssaal. (Bild: Pedelecs, Wikimedia, CC)


Weiter geht es zur Kaiserpfalz, die Du nach einem kurzen Spaziergang erreichst. Dabei kommst Du an der Abzucht, einem kleinen Bachlauf, vorbei, der zusammen mit den kleinen Fachwerkhäusern sehr idyllisch aussieht. Die Kaiserpfalz ist sicher Goslars bekanntestes Gebäude. Kaiser Heinrich II. liess sie im 10 Jahrhundert bauen, sein Nachfolger Heinrich III. erweiterte das Anwesen zwischen 1040 und 1050. Im Mittelalter wechselten die Herrscher immer wieder den Aufenthaltsort und liessen daher an verschiedenen Stellen Pfalzen errichten.

Goslar war aufgrund des Silbervorkommens eine sehr reiche Stadt, und so wurde die Pfalz schnell zum Hauptaufenthaltsort der Herrscher. Einst wurden die Geschicke des deutschen Reichs von hier aus gelenkt. Bei einer Führung begibst Du Dich auf die Spuren der Geschichte. Highlight der Ausstellung sind der Kaiserstuhl und der grosse, wunderbar bemalte Kaisersaal.


Vorderseite der Kaiserpfalz (Bild: © ischte – shutterstock.com)

Vorderseite der Kaiserpfalz (Bild: © ischte – shutterstock.com)


Glückauf im Besucherbergwerk Rammelsberg

Das Bergwerk Rammelsberg gehört zusammen mit der Goslarer Altstadt und der Kaiserpfalz zum UNESCO-Weltkulturerbe. Über 1000 Jahre war das Bergwerk, das im Jahr 1988 stillgelegt wurde, in Betrieb. Der Name des Berges leitet sich einer Legende nach vom Ritter Ramm ab, der hier einst das Erzvorkommen entdeckt haben soll. Goslar verdankt seinen Namen angeblich seiner Gattin namens Gosa.

Auf dem riesigen Gelände gibt es über und unter Tage jede Menge zu sehen: Im Bergbaumuseum zeigt eine umfassende Ausstellung Wissenswertes. Auf dem Freigelände gibt es vielfältige technische Geräte zu bestaunen. Wirklich beeindruckend ist die Fahrt mit der Grubenbahn in den Stollen hinein. Bei verschiedenen Führungen erlebst Du, unter welchen Bedingungen die Bergleute damals arbeiten mussten. Mit Schutzhelmen und Schutzkleidung ausgerüstet geht es hinab in den Rathstiefsten Stollen, der als ältester Wasserlösungsstollen Europas gilt. Diese Führung dauert vier Stunden, Du solltest also ein wenig Zeit mitbringen. Wenn Du nur einen kurzen Einblick in die Bergmannswelt nehmen willst, entscheidest Du Dich für die etwa 75 Minuten dauernde Führung durch den Roeder-Stollen.

Viel Wirbel gab es, als George Clooney im Jahr 2013 einige Szenen zum Film „The Monuments Men“ im Harz drehte. Leider gab es hinterher Meldungen, dass die in Goslar gedrehten Sequenzen komplett herausgeschnitten worden seien.


Erzbergwerk Rammelsberg: Blick auf die Mineraliensammlung im Gebäude der Erzaufbereitung. (Bild: Norbert Kaiser, Wikimedia, CC)

Erzbergwerk Rammelsberg: Blick auf die Mineraliensammlung im Gebäude der Erzaufbereitung. (Bild: Norbert Kaiser, Wikimedia, CC)


Ausflugsmöglichkeiten in der Umgebung

Der Harz überzeugt mit abwechslungsreichen Angeboten; von Goslar aus startest Du zu vielfältigen Zielen in der Umgebung. Das Kloster Wölteringerode bei Vienenburg war einst eines der bedeutendsten Klöster Norddeutschlands. Im Jahr 1174 wurde es als Benediktinerkloster gegründet, danach wandelte man die Anlage in ein Nonnenkloster der Zisterzienserinnen um. Heute besichtigst Du die historische Klosterbrennerei und erfährst einiges über die Geschichte des Gebäudes.

Etwa 16 Kilometer von Goslar entfernt liegt der liebenswerte Kurort Hahnenklee. Einmalig ist die Gustav-Adolf-Stabkirche, die im Jahr 1907 ganz im norwegischen Stil erbaut wurde. Mit der Bocksberg-Seilbahn geht es hinauf auf den gleichnamigen Berg. Oben gibt es zahlreiche Wanderwege. Besonders empfehlenswert ist der Liebesbankweg. An 25 Stellen mit herrlicher Aussicht hat man Bänke aufgestellt. Wer schnell wieder ins Tal will, entscheidet sich für eine rasante Abfahrt auf der Sommerrodelbahn.


Luftbild Hahnenklee: Ortskern mit Kurpark und den beiden Kranicher Teichen. (Bild: JuTe CLZ, Wikimedia, public domain)

Luftbild Hahnenklee: Ortskern mit Kurpark und den beiden Kranicher Teichen. (Bild: JuTe CLZ, Wikimedia, public domain)


Der Okerstausee ist eine der grössten Talsperren im Harz. Bei einer Schiffsrundfahrt erfährst Du Wissenswertes über den Bau der Talsperre. Bei der Anlage des Stausees wurden die Ortschaften Unter- und Mittelschulenberg von den Wassermassen überflutet. Jedes Harzer Kind kennt die Geschichte, dass bei niedrigem Wasserstand angeblich der Kirchturm aus dem Wasser herausragt und sogar die Glocken läuten. Auch wenn das eine wirklich schöne Vorstellung ist, wahr ist die Legende nicht. Für Taucher sind die alten Gemäuer unter Wasser sehr interessant. Die Tauchgänge werden jedoch reglementiert und müssen vorher angemeldet werden.

Das Oberharzer Wasserregal ist ein einmaliges Wasserleitsystem, das von der UNESCO als eines der weltweit grössten vorindustriellen Energiesysteme in die Liste des Natur- und Kulturerbes aufgenommen wurde. Im 16. Jahrhundert machten sich Harzer die Wasserkraft zunutze, und im Laufe der Zeit entstand ein riesiges Netz aus Teichen, Gräben und Wasserläufen. Ohne die Nutzung der Wasserkraft wäre der Bergbau im Harz nicht möglich gewesen. Der Begriff „Regal“ bezeichnet das königliche Hoheitsrecht über ein bestimmtes Gebiet. So hatte der Harz neben dem Bergbauregal auch das Wasserregal und damit das Recht, die Wasserquellen zu nutzen, inne.



Nicht umsonst hat die UNESCO Goslar und Teile des Harzes als Welterbe ausgezeichnet. Bei einem Rundgang begibst Du Dich auf die Spuren der einstigen deutschen Herrscher und besichtigst mit dem Bergwerk Rammelsberg eines der schönsten Industriedenkmäler. Zudem überzeugt die Umgebung Goslars mit vielfältigen Naturschönheiten.

 

Oberstes Bild: © Anton_Ivanov – shutterstock.com

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Über Andrea Hauser

Aus meinem langjährigen Hobby, dem Schreiben, ist im Jahr 2010 ein echter Job geworden - seitdem arbeite ich als selbständige Texterin. Davor war ich als gelernte Bankkauffrau im klassischen Kreditgeschäft einer Hypothekenbank tätig. Immobilien und Baufinanzierungen zählen noch immer zu meinen Steckenpferden. Angetrieben durch die Lust, Neues zu entdecken, arbeite ich mich gern in unbekannte Themengebiete ein und lasse mich schnell begeistern.

Mit meiner Familie erkunde ich in den Ferien fremde Metropolen oder lasse bei einem Badeurlaub einfach die Seele baumeln. Seit ich klein bin, sind Bücher meine große Leidenschaft, wenn es meine Zeit erlaubt, bin ich immer mit einem guten Buch anzutreffen. Mich fasziniert alles, was mit Kreativität zu tun hat: Von Acrylbildern, über Glasmalerei bis hin zu Loombands habe ich schon vieles ausprobiert.


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