Im Herzen des Chriesilands – Zug am Zugersee

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Im Herzen des Chriesilands – Zug am Zugersee
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Eins haben die Bewohner von Zug mit den Japanern gemein – die Liebe zur Kirsche. Während in Fernost aber mehr die zarte und vergängliche Blüte des Kirschbaums im Zentrum des Interesses steht, konzentriert man sich im Schweizer Mittelland lieber aufs Endergebnis – die Kirschfrucht und ihre Verarbeitung.

Chriesi werden die Kirschen hier liebevoll genannt. Juni und Juli sind traditionell Chriesizeiten – auch dieses Jahr.

Wenn die Chriesi Hochsaison hat

Die Zuger Kirschen-Kultur kann auf eine rund vierhundertjährige Tradition zurückblicken. Die Zuger Kirschtorte ist nur ein köstliches Produkt, das die Chriesi als Rohstoff nutzt und weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt ist. Sogar ein Kirschtorten-Museum gibt es seit Neuerem in der Stadt.

Mindestens ebenso beliebt ist der Zuger Kirsch, ein Obstbrand, dessen Geschichte fast so alt ist wie die Kirschen-Kultur selbst. In den nächsten Wochen beginnt wieder die Kirscherntezeit und das Brauchtum rund um die Zuger Chriesi hat Hochsaison:

  • Seit 2008 erklingt wieder jedes Jahr im Frühsommer zum Start der Kirschernte die Chrisgloggä vom Kirchturm von Sankt Michael. Als das Läuten 1711 zum ersten Mal eingeführt wurde, bedeutete sie den Startschuss für die Zuger Bürger und Bürgerinnen, sich mit entsprechendem Gerät ausgestattet an der Kirschbäumen der Allmend kostenlos zu bedienen, was sonst streng verboten war. An den früher einsetzenden „Run“ auf die Kirschbäume erinnert seither der Chriesisturm, ein Leiterrennen, das alljährlich in einem tückischen Parcours durch die Zuger Altstadt führt.
  • Etwas ruhiger geht es beim Chriesimärt zu. In der Erntezeit – üblicherweise in einem Zeitraum von drei bis fünf Wochen im Juni/Juli – werden die morgens frisch gepflückten Kirschen nachmittags auf dem Chriesimärt verkauft. Natürlich sind hier nicht nur die Früchte im Angebot, sondern auch die begehrten Kirscherzeugnisse.

Wunderbarer Blick auf den Zugersee (Bild: © gevision - shutterstock.com)

Wunderbarer Blick auf den Zugersee (Bild: © gevision – shutterstock.com)


In malerischer Lage am Zugersee

Zug in der Chriesi-Zeit zu besuchen ist sicher besonders reizvoll. Aber auch zu anderen Jahreszeiten lohnt ein Aufenthalt in dem Kantons-Hauptort. Dafür spricht alleine schon die malerische landschaftliche Lage. Zug liegt am Nordostufer des Zugersees auf eher flachem Grund, umrahmt von sanften Höhen und den bewaldeten Hängen des Zugerbergs.


Am Zugersee (Bild: © Florian Muharremi - shutterstock.com)

Am Zugersee (Bild: © Florian Muharremi – shutterstock.com)


Alpines ist hier eher in der Ferne zu erahnen, die Berge der Umgebung haben mehr oder weniger Mittelgebirgscharakter. Es war vermutlich diese günstige geografische Situation, die im 13. Jahrhundert zur Gründung von Zug führte. Zunächst bestimmten die Habsburger die Entwicklung und Geschichte der Stadt. Erst im Nachgang der bekannten Schlacht am Morgarten trat die Stadt 1352 dem Bund der Eidgenossen bei. Dennoch erloschen die habsburgischen Ansprüche erst 1415 endgültig.


In malerischer Lage am Zugersee (Bild: © Florian Muharremi - shutterstock.com)

In malerischer Lage am Zugersee (Bild: © Florian Muharremi – shutterstock.com)


Ein Streifzug durch die Zuger Altstadt

Das unbestrittene Wahrzeichen der Zuger Altstadt ist der Zytturm. Die ältesten Teile des Turms reichen ins 13. Jahrhundert, also in die Gründungszeit der Stadt zurück. Im 15. Jahrhundert wurde er „aufgestockt“ und erhielt 1557 schliesslich seine heutige Gestalt. An einigen Stellen ist sogar noch die alte Stadtmauer von Zug zu sehen, zum Beispiel am Knopfliturm. Eindrucksvollere Türme der früheren Stadtbefestigung sind der Pulverturm und der Huwilerturm, die beide im 16. Jahrhundert entstanden sind. Die Strassen und Plätze der Zuger Altstadt halten für Besucher noch manches weitere interessante Baudenkmal bereit.


Das unbestrittene Wahrzeichen der Zuger Altstadt ist der Zytturm. (Bild: © Bertl123 - shutterstock.com)

Das unbestrittene Wahrzeichen der Zuger Altstadt ist der Zytturm. (Bild: © Bertl123 – shutterstock.com)


Das nicht weit vom Zytturm entfernte Zuger Rathaus mit seinem Treppengiebel ist ein schönes Beispiel für ein Bauwerk der Spätgotik. Das Erdgeschoss wurde früher als Markthalle genutzt. Die Kirche Sankt Oswald bildet dagegen den bedeutendsten Sakralbau in der Zuger Altstadt. Sie entstand im 15. Jahrhundert als dreischiffige Basilika, ihr Schmuck ist das reich verzierte Doppelportal an der Hauptfassade. Die Innenausstattung stellt dagegen ein Werk der Neugotik aus dem 19. Jahrhundert dar, eindrucksvoll hier das grossflächige Gemälde des Jüngsten Gerichtes an der Chorbogenwand.


In der Zuger Altstadt (Bild: © Leeloona - shutterstock.com)

In der Zuger Altstadt (Bild: © Leeloona – shutterstock.com)


Kulturzentrum mit Panoramablick – das Casino Theater

Baudenkmal und überregional bekannter Veranstaltungsort zugleich ist das Theater Casino Zug. Der neobarocke Bau befindet sich in bester Seelage knapp ausserhalb der Altstadt. Von seiner Terrasse bietet sich ein wunderbarer Blick auf den Zugersee. Das Theater Casino ist Kulturzentrum und das einzige grössere Gastspielhaus in der Zentralschweiz. Es wird u. a. von der „Theater- und Musikgesellschaft Zug“ genutzt. Jahr für Jahr finden hier über 700 kulturelle Veranstaltungen unterschiedlichster Provenienz und Ausrichtung statt. Sie zeigen: Zug hat viele lohnenden Facetten – über die Chriesi-Kultur hinaus.



Fazit

Zug, der Hauptort des gleichnamigen Kantons, ist nicht nur zur Chriesi-Zeit einen Besuch wert. Ihren Gästen zeigt die alte Stadt am Zugersee viele Facetten.

 

Artikelbild: © atref – shutterstock.com

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