Kolumbianische Zona Cafetera: unterwegs in Kolumbiens Kaffeeregion

22.08.2014 |  Von  |  Alle Länder, Südamerika
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Kolumbianische Zona Cafetera: unterwegs in Kolumbiens Kaffeeregion
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Die kolumbianischen Anden zählen nicht nur zu den wichtigsten Kaffeeregionen Südamerikas, sondern bezaubern Besucher auch mit ihrer unvergleichlichen Schönheit. Sanfte Hügelterrassen und üppige Tropenlandschaften, idyllische Bauerndörfer und moderne Metropolen machen die einzigartige Mischung dieser Region aus, die fernab vom Massentourismus einen authentischen Einblick in die kolumbianische Kultur bietet.

Im Dreieck zwischen Medellín, Bogotá und Cali eröffnen sich Reisenden einige der schönsten Landschaften Kolumbiens. Aber auch die grossen Städte selbst, vor wenigen Jahrzehnten noch für ihre Unsicherheit bekannt, überraschen mit ihrem vielfältigen kulturellen Leben und der Herzlichkeit ihrer Bewohner.



In der Zona Cafetera, der kolumbianischen Kaffeeregion, ist auf einem Prozent der Landesfläche rund die Hälfte der gesamten kolumbianischen Kaffeeproduktion konzentriert. Das milde Tropenklima macht die Region zu einem idealen Anbaugebiet für Kaffee und Bananen. Ein Besuch auf einer Kaffeeplantage bietet einen Einblick in den traditionellen kolumbianischen Kaffeeanbau.

Kolumbianischer Kaffeefarmer bei der Auswahl der Kaffeekirschen (© CIAT / Wikimedia / CC)

Kolumbianischer Kaffeefarmer bei der Auswahl der Kaffeekirschen (© CIAT / Wikimedia / CC)

Kaffee-Tradition in Kolumbien

Kolumbien ist der viertgrösste Kaffee-Produzent weltweit, und ein beträchtlicher Teil der Bewohner lebt in der Zona Cafetera auf die eine oder andere Weise vom Kaffeeanbau. Auch das Landschaftsbild ist hier von den Kaffeeplantagen geprägt – so weit das Auge reicht, ziehen sich die Pflanzungen vielerorts an Hügeln und über Terrassen hin.



Wie lange in Kolumbien schon Kaffeeanbau betrieben wird, ist nicht genau bekannt. Es scheint jedoch festzustehen, dass der Anbau während der Kolonialzeit von Geistlichen eingeführt wurde und sich danach schnell im Nordosten Kolumbiens verbreitete. Sowohl die Höhe als auch das Klima ist in dieser Region ideal für die empfindlichen Kaffeepflanzen, die ausschliesslich in Höhen zwischen 1200 und 1800 m gedeihen.

In Kolumbien wird ausschliesslich die Kaffeesorte Arabica angebaut, die 70% des weltweiten Kaffeekonsums ausmacht. Die Kaffeekirschen, in denen die kostbaren Bohnen stecken, werden bis heute in reiner Handarbeit gepflückt und danach sofort weiterverarbeitet. Der Verarbeitungsprozess erfordert ein behutsames und gründliches Vorgehen: Nach der maschinellen Reinigung müssen die Kaffeebohnen getrocknet, geschält und sortiert werden. Damit eine einheitliche Qualität entsteht, sollten die ausgewählten Bohnen in Grösse, Gewicht und Farbe möglichst identisch sein. Geröstet wird der Kaffee dagegen erst am Bestimmungsort.





Stadtzentrum von Bogotá (© Pedro Felipe / Wikimedia / CC)

Stadtzentrum von Bogotá (© Pedro Felipe / Wikimedia / CC)

Kulturreiche Hauptstadt Bogotá

Mehr als acht Millionen Menschen leben in der kolumbianischen Hauptstadt, die in 2640 m Höhe umgeben von mächtigen Andengipfeln liegt. Mit seiner zentralen Lage ist Bogotá nicht nur ein idealer Ausgangspunkt für Rundreisen durch Kolumbien, sondern bietet auch einen Überblick über die kulturelle Vielfalt des Landes. In Bogotá vereinen sich kolumbianische Traditionen mit dem pulsierenden Leben einer boomenden Millionenmetropole. Die Stadt ist wirtschaftliches und kulturelles Zentrum zugleich, berühmt für ihre hervorragende internationale Küche, ihr lebendiges Nachtleben und ihre vielen Museen.



Hinter der modernen, weltoffenen Fassade verbirgt sich aber auch eine Stadt mit 500-jähriger Geschichte. Während der Kolonialzeit war Bogotá Hauptstadt Neugranadas und eine der bedeutendsten Städte im Nordwesten Südamerikas. Rund um die zentrale Plaza Bolívar lebt das Flair der Kolonial-Ära wieder auf; prachtvolle Paläste, historische Baudenkmäler und die Kathedrale von Bogotá säumen diesen ausladenden Stadtplatz.

Landschaftsformen in der kolumbianischen Zona Cafetera (© Jamolinao / Wikimedia / CC)

Landschaftsformen in der kolumbianischen Zona Cafetera (© Jamolinao / Wikimedia / CC)

Medellín – Besuch in der innovativsten Stadt der Welt

Im Gegensatz zu Bogotá kann Medellín nicht mit kolonialem Charme aufwarten. Die wichtigste Stadt im Norden der Zona Cafetera wurde schon 1616 als Zentrum der Kaffee-Industrie gegründet; von der historischen Bausubstanz ist allerdings kaum etwas erhalten. Funktionale Bauwerke wie die ungewöhnliche Lehmziegel-Kathedrale versprühen ein industriales Flair, das die Bedeutung der Stadt als wichtiges Industrie- und Wirtschaftszentrum unterstreicht.

In Medellín ist die Aufbruchsstimmung allgegenwärtig. Galt die Stadt vor wenigen Jahrzehnten noch als Hochburg der Drogenmafia, wurde sie 2013 vom Wall Street Journal als innovativste Stadt der Welt ausgezeichnet. Gezielte Investitionen, Verbesserungen im öffentlichen Erscheinungsbild und ein hochmodernes Verkehrssystem haben Medellín zu einer der Städte mit der höchsten Lebensqualität in Kolumbien gemacht.

Medellín, die "Hauptstadt der Berge" (© I.D. R.J. / Wikimedia / CC)

Medellín, die „Hauptstadt der Berge“ (© I.D. R.J. / Wikimedia / CC)

Medellíns grösster Reiz liegt in seiner einzigartigen Lage, denn die Stadt durchzieht das gesamte Aburrá-Tal und bietet vielerorts spektakuläre Aussichten. Seit mehrere höhergelegene Vororte durch moderne Seilbahnlinien angeschlossen wurden, haben Besucher die Möglichkeit, von hoch oben einen Blick auf die 3-Millionen-Metropole zu werfen. Mit sechs städtischen Universitäten ist Medellín aber auch eine junge, weltoffene Grossstadt mit einem schier unendlichen kulturellen Angebot. Einen Eindruck von der traditionellen Lebensweise im Nordwesten Kolumbiens bietet das Pueblito Paisa, ein nachgebildetes Kolonialdorf auf einem Hügel in der Innenstadt.

Manizales im Zentrum der Zona Cafetera

Im Herzen der kolumbianischen Kaffeeregion liegt die Kleinstadt Manizales, eine lebendige Studentenstadt mit atemberaubenden Aussichten auf die umgebenden Landschaften. Das traumhafte Panorama verdankt Manizales seiner einzigartigen Lage auf mehreren steilen Hügeln, die untereinander durch moderne Seilbahnen verbunden sind. Nicht nur die Aussicht, sondern auch das Klima kann sich in Manizales je nach Aufenthaltsort ändern: Während in den tiefergelegenen Vierteln gerade dichter Nebel herrscht, ist es weiter oben womöglich gerade sonnig und warm.

Panoramaweg in Manizales (© Octavio Andres Gonzalez Estrada / Wikimedia / CC)

Panoramaweg in Manizales (© Octavio Andres Gonzalez Estrada / Wikimedia / CC)

Im Gegensatz zu den grossen Metropolen versprüht Manizales den Charme einer beschaulichen Kolonialstadt, deren Haupterzeugnis seit jeher der Kaffee ist. Auffallend ist auch die ungewöhnliche Bauweise der Stadt, in denen Holz und Bambus als Baumaterialien eine lange Tradition haben. In Sichtweite der Stadt liegt der Vulkan Nevado de Ruiz, einer der höchsten aktiven Vulkane der Welt.



 

Oberstes Bild: Kaffeeplantage in der Provinz Quindío (© Shaun McRae / Wikimedia / CC)

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Über Andrea Rathjen

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