La Gomera ist ein Paradies für Wanderlustige

28.07.2014 |  Von  |  Alle Länder, Atlantik
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Für die Sommerferien haben die meisten einen konkreten Anspruch, nämlich entspannte Tage am Meer zu verbringen und das am besten an einer schönen Küste oder auf einer Insel. Dass man aber gerade dort auch wandern und einen Aktivaufenthalt verbringen kann, beweist die zweitgrösste Kanareninsel, La Gomera. Fernab von Touristen-Rummel und Nachtleben habe ich hier ein echtes Paradies für Wanderer entdeckt.

Abwechslungsreiche Landschaft im Inselinneren



Die Strände und das herrliche Meer bieten klarerweise perfekten Feriengenuss, doch wer aktiv sein möchte, ist darauf angewiesen, dass die Landschaft möglichst abwechslungsreich und imposant ist. Und genau das ist sie auf Gomera, denn hier wechseln sich Palmentäler mit tropisch anmutenden Regionen ab, die immer wieder von wüstenartigen Landstrichen voller Kakteen unterbrochen werden. Wer etwas höher hinaufsteigt, findet sich plötzlich in einem Umfeld von kargen Steilschluchten oder verwunschenen Wäldern wieder. Und gerade die bieten hier auf Gomera die Hauptattraktion, nämlich den bekannten Nebelwald, den ich mir bei meinem Aufenthalt natürlich nicht entgehen lasse.

Abwechslungsreiche Landschaft von La Gomera (Bild: Dieter Schütz  / pixelio.de)

Abwechslungsreiche Landschaft von La Gomera (Bild: Dieter Schütz / pixelio.de)

Beliebte Wanderroute zum Wasserfall von El Guro



Mit einem Mietwagen mache ich mich auf den Weg in die beliebte Ferienregion Valle Gran Rey, wo mich mehr als ein tolles Wanderhighlight erwartet. Ausgehend vom Küstendorf El Guro geht es auf einem Wanderweg durch das grüne Seitental des Valle Gran Rey, wobei klare Wegweiser perfekt dazu beitragen, dass ich die Orientierung nicht verliere. Zum Glück habe ich festes Schuhwerk und etwas wärmere Kleidung dabei, denn Trittfestigkeit bei der einen oder anderen Kletterpartie ist hier ebenso gefragt wie ein Ersatzpulli.

Nachdem ich das Tal erreicht habe, geht es durch ein Flussbett weiter. Irgendwie komme ich mir vor wie mitten in den Tropen, denn es gilt hier, von Stein zu Stein zu springen oder das eine oder andere Schilf zu durchstreifen. Nachdem ich mehrere kleine Wasserfälle passiert habe, bin ich dann nach knapp drei Stunden und dem Zurücklegen von sieben Kilometern auch schon am Ziel angekommen – dem grossen Wasserfall, der einfach ein imposantes Naturschauspiel darstellt.

Valle Gran Rey auf La Gomera (Bild: Jörg Henkel Hamburg  / pixelio.de)

Valle Gran Rey auf La Gomera (Bild: Jörg Henkel Hamburg / pixelio.de)

Beliebte Tour von La Rajita nach Arguayoda

Nachdem die erste Tour kaum strapaziös war und nur eine Steigung von 300 Metern zu bewältigen war, mache ich mich ein paar Tage später zu einer abwechslungsreichen Wanderung auf Gomera auf. Ich möchte die Tour von La Rajita nach Arguayoda machen, die in dem Örtchen La Rajita startet. Das heutige Geisterdorf bietet nur mehr eine stillgelegte Fischkonservenfabrik, ein Kino sowie einige Häuser, die einst wohl Büros beinhalteten.





Durch den Nebelwald auf La Gomera (Bild: Andreas Hermsdorf  / pixelio.de)

Durch den Nebelwald auf La Gomera (Bild: Andreas Hermsdorf / pixelio.de)




Der Aufstieg ist gut ausgeschildert und beginnt in mehreren Kurven bergauf anzusteigen. Auf der anschliessend erreichten Hochebene geht es auf einem Schotterweg nach Arguayoda, wo ich mich kurz an Schauplätze aus dem Wilden Westen erinnert fühle. Zum Glück habe ich in meinem Rucksack einen Hut dabei, denn gerade wenn die Sonne vom Himmel lacht, ist man hier für eine Kopfbedeckung dankbar. Das Dorf selbst ist klein und von Massentourismus unberührt, lediglich ein paar freilaufende Katzen, Hühner und Esel kreuzen meinen Weg. Ich mache mich auf die Suche nach dem Abstieg, der zwar schnell gefunden ist, mir aber im ersten Moment etwas den Atem raubt. Denn es geht steil bergab und an Höhlen vorbei, die seitlich des mit Palmen bewachsenen Pfades liegen. Unten angekommen geht es retour durch das ausgetrocknete Flussbett. Auch wenn ich müde im Quartier ankomme, ist mir klar, dass ich diese Wanderung über mehr als sechs Kilometer nicht so schnell vergessen werde.

Feierabend auf La Gomera (Bild: Martin Gebhardt  / pixelio.de)

Feierabend auf La Gomera (Bild: Martin Gebhardt / pixelio.de)

Die La Laja-Tour beendet meinen Aufenthalt

Von Einheimischen habe ich gehört, dass die La Laja-Tour, die vor dem Waldbranddenkmal startet, die wohl beliebteste Tour auf Gomera ist. Also mache ich mich auf den Weg zum Roque de Agando, wo die Strecke mit einem leichten Auf und Ab beginnt. Ich erreiche die Hochfläche der Insel und geniesse den atemberaubenden Ausblick. Der Rückweg ins Tal von La Laja ist spektakulär und bietet quer durch leuchtend grünes Panorama aus Palmen und Kakteen ein echtes optisches Highlight.

Weiter geht’s zur Passhöhe Degollada de Peraza, wobei der Weg hier durch einen dunkelgrünen Kiefernwald führt und die Vielseitigkeit der Insel unterstreicht. Denn wo ich gerade von grünen Wiesen und monströsen Kakteen begeistert war, begegnet mir nun genau das Gegenteil. Auch der Blick auf die Roques lohnt die Mühe, hier heraufzuwandern, denn obwohl die Wanderung nur 690 Meter Höhenunterschied ausmacht, ist meine Kondition gefordert.

Zurück in meiner Unterkunft heisst es auch schon Koffer packen und die letzten Eindrücke geniessen. Dann wartet die Fähre in San Sebastian, die mich nach Los Christianos im Süden Teneriffas und auf die Heimreise bringt.



 

Oberstes Bild: Der Roque de Agando ist ein vulkanischer Felsturm auf der spanischen Kanareninsel La Gomera. (© Till Krech, Wikimedia, CC)

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