La Graciosa – Lanzarotes kleine Schwester

16.08.2014 |  Von  |  Alle Länder, Atlantik
Keine Beiträge mehr verpassen? Hier zum Newsletter anmelden!
Jetzt bewerten!

Nach einigen stressigen Wochen suchte ich nach einem schönen Plätzchen am Meer, an dem ich relaxen und entspannen konnte. Italien, die Ägäis oder aber Portugal waren mir zu überlaufen, weshalb ich mich für La Graciosa entschied. Die kleine Nachbarinsel von Lanzarote wurde im Reiseführer als perfekt für diejenigen beschrieben, die einfach nur entspannen und einen Gang runter schalten möchten. Und genau danach stand mir der Sinn.

Die kleinste kanarische Insel bezaubert in jeglicher Hinsicht



Ankommend mit der Fähre von Lanzarote entdecke ich auf der kleinen Insel vor allem eines: Strände aus weichem Sand und herrlich blaues Meer, das noch dazu schön warm ist. Auf den Bänken vor dem Fährbüro sitzen einige ältere Herren in der Sonne, die alle den hier traditionellen Strohhut auf dem Kopf haben und freundlich grüssen. Nebenan finde ich einen Laden, der Mountainbikes vermietet.

Nur kurz nach meiner Ankunft auf der bei Touristen noch eher unbekannten Insel, legt die Fähre von Orzola auf der Insel an und einige Gäste strömen an Land. Die ersten richten sich geradewegs zum Laden mit dem Mountainbike-Verleih, womit ich mich bestätigt fühle und mir auch ein schmuckes Zweirad aussuche. Ich radle in Richtung Strand, wobei ich vorher noch schnell in einem der kleinen Cafes auf der Promenade einen Cortado, also einen Milchkaffee, trinke.

Blick von Caleta del Sebo auf der Insel La Graciosa zum Famaragebirge auf Lanzarote, Kanarische Inseln (Bild: Wiki05, Wikimedia, CC)

Blick von Caleta del Sebo auf der Insel La Graciosa zum Famaragebirge auf Lanzarote, Kanarische Inseln (Bild: Wiki05, Wikimedia, CC)

Nach einem entspannten Tag am Strand radle ich zurück und beziehe mein Appartement mit Blick auf den Segelhafen. Der Name der Insel, la Graciosa, heisst so viel wie „Die Anmutige“ und stammt vom normannischen Seefahrer Jean de Bethencourt, der im 15. Jahrhundert auf der Insel strandete. Doch bei näherer Betrachtung des kleinen Eilandes muss ich ihm einfach recht geben, denn hier gibt es fast nichts ausser Strand, Sand und drei Vulkanbergen. Und das ergibt in Summe einen anmutigen Blick und eine herrliche Ruhe.

Ein bewohntes Dorf auf der gesamten Insel



Insgesamt ist La Graciosa 27 Quadratkilometer gross und verfügt über sage und schreibe einen einzigen bewohnten Ort. Dieser heisst Caleta de Sebo und beherbergt als stolze Hauptstadt 600 Einwohner. Eine Ferienanlage gibt es auch noch im einstigen Fischerdorf Pedro Barba, doch da ist weder Flair noch Kontakt zu Einheimischen vorhanden, weshalb ich mich in einer Ferienwohnung in einem der schmucken weissen Häuser niederlasse. Hier gibt es nicht einmal asphaltierte Strassen, alles was an Untergrund geboten wird, ist feiner Sand. Das ist vermutlich auch der Grund, warum hier die meisten barfuss unterwegs sind. Und der wahre Sound auf der Insel kommt vom Meer mit seinem herrlichen Rauschen – Motorgeheul oder ähnliches sucht man hier vergebens.



Am El-Salado-Strand gibt es ein paar bunte Zelte und Iglus, doch es zieht mich weiter in Richtung der grossen Landzunge, die eine flache und beeindruckend blaue Lagune vom Meer abtrennt. Hier finde ich perfekte Bedingungen um die Seele baumeln zu lassen und ein paar Schwimmzüge im Wasser zu unternehmen. Noch ein Stückchen weiter gibt es die Playa la Francesa, der direkt am Fuss des Montana Amarilla liegt und vor allem durch die bunten Segelboote auffällt, die hier ankern.

Am Abend herrscht Ebbe und ich wandere über die goldgelbe Avenida Virgen del Mar zurück in den Ort. Wenn hier Flut herrscht, ist die Strasse komplett unter Wasser. Die Hafenpromenade ist hier der Haupttreffpunkt für Alt und Jung, Einheimische und die wenigen Touristen. In einem der zahlreichen Lokale gönne ich mir frischen Thunfisch mit Kartoffeln und Mojo, der typisch scharfen Sosse der Kanaren.

Pedro Barbo, La Graciosa, Kanarische Inseln (Bild: Wiki05, Wikimedia, CC)

Pedro Barbo, La Graciosa, Kanarische Inseln (Bild: Wiki05, Wikimedia, CC)




Schönster Strand der Insel

Am nächsten Tag mache ich mich mit dem Bike auf zum angeblich schönsten Strand der Insel. Es geht zuerst etwas steil bergauf, doch oben angekommen, muss ich feststellen, dass sich die Mühe mehr als gelohnt hat. Denn unterhalb des 157 Meter hohen Vulkans Bermeja liegt der lange Playa de las Conchas in seiner ganzen Pracht. 600 Meter lang nur feiner hellbrauner Sand, vor mir das türkisblaue Meer mit den weissen Schaumkronen und kaum Badelustige am Strand – ich bin mehr als zufrieden und geniesse den Ausblick auf die unbewohnte Vulkaninsel Montana Clara, die in kurzer Entfernung aus dem Meer steil aufragt.

Playa de las Conchas – der schönste Strand der Insel La Graciosa (Bild: Gonzalo Serrano Espada, Wikimedia, CC)

Playa de las Conchas – der schönste Strand der Insel La Graciosa (Bild: Gonzalo Serrano Espada, Wikimedia, CC)

Ich lese in meinem Reiseführer all das nach, was ich bereits auf der Insel entdeckt und festgestellt habe. Die Aussage, dass man auf der Insel im Atlantik tatsächlich ein anderes Zeitgefühl entwickelt, kann ich nur bestätigen. Auch wenn mich die Information erstaunt, dass La Graciosa, die Isla Bonita, gemeinsam mit vier weiteren unbewohnten Inseln zum Naturpark des Chinijo Archipels auf den Kanarischen Inseln zählt.



 

Oberstes Bild: Blick auf Isla la Graciosa von Lanzarote (© Nikodem Nijaki, Wikimedia, CC)

Wo liegt dieses Reiseziel?


Ihr Kommentar zu:

La Graciosa – Lanzarotes kleine Schwester

Für die Kommentare gilt die Netiquette! Erwünscht sind weder diskriminierende bzw. beleidigende Kommentare noch solche, die zur Platzierung von Werbelinks dienen. Die belmedia AG behält sich vor, Kommentare ggf. nicht zu veröffentlichen.