La Rochelle – Hafen, Türme und Geschichte

30.06.2014 |  Von  |  Alle Länder
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La Rochelle – Hafen, Türme und Geschichte
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Es nicht genau bekannt, wann die französische Hafenstadt La Rochelle gegründet wurde. Experten gehen vom 10. Jahrhundert aus. Hinsichtlich der Bedeutung des Namens herrscht allerdings Einigkeit. La Rochelle bedeutet übersetzt „Kleiner Felsen“.

Diese Bezeichnung bezieht sich auf eine Erhöhung unweit des Stadtzentrums. Geprägt ist die beschauliche französische Hafenstadt durch ein maritimes Flair und eine abwechslungsreiche, teilweise nicht ganz unblutige Geschichte.



Wenn Sie heute durch das alte La Rochelle schlendern, entdecken Sie immer noch die Wehrbauten verschiedener Epochen, mit denen sich die Einwohner vor aggressiven Invasoren zu schützen versuchten. Manchmal gelang es, manchmal auch nicht. So wie im Fall der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg. Allerdings musste sich die Stadt damals nicht gross verteidigen. Sie wurde einfach übernommen und zu einem wichtigen deutschen Marinestützpunkt ausgebaut, dessen Reste auch heute noch in Form begehbarer Bunkeranlagen zu sehen sind.

La Rochelle – vom Meer geküsst, vom Meer geprägt

In der Hafenstadt, die zwischen den anderen wichtigen maritimen Städten Bordeaux und Nantes im Département Charente-Maritime (Region Poitou-Charentes) liegt, ist das Meer allgegenwärtig. Von den verschiedenen Häfen aus geht es auf grosse Fahrt, und die Fischerboote zieht es auf das Meer hinaus, um ihren täglichen Fang einzuholen. Nur wenige Kilometer vor der Stadt liegen die beiden schönen Inseln Ile de Ré und Ile d´Oléron. Beide Inseln verwöhnen Sie mit weiten Badestränden, teilweise mit wilden atlantischen Gewässern. Ebenso gibt es hier auch ruhige Buchten, an deren Stränden Sie sonnen, relaxen und baden können.

In La Rochelle selbst bummeln Sie entlang der Kais des Jachthafens Les Minimes. Die teilweise wirklich stattlichen privaten Jachten wissen zu beeindrucken. Einen Kaffee oder ein kleines Fischgericht können Sie in den nahe liegenden Tavernen mit Blick auf den Hafen geniessen. Etwas geschäftiger geht es im Handelshafen La Pallice und vor allem im Fischerhafen Chef de Baie zu. Schauen Sie den Fischern beim Entladen und Verarbeiten ihres Fangs zu und erleben Sie das Flair einer echten Fischerdorf-Idylle.





La Rochelle – buntes Hafenviertel (Bild: Jochen Jahnke, Wikimedia, GNU)

La Rochelle – buntes Hafenviertel (Bild: Jochen Jahnke, Wikimedia, GNU)

Was man in La Rochelle gesehen haben muss

Einst besass La Rochelle den grössten Hafen Frankreichs an der atlantischen Küste und war Schauplatz vieler Seeschlachten. Engländer, aber auch oftmals die eigenen Landsleute waren die Gegner. Wenn keine Eroberungsgedanken dahintersteckten, dann waren es religiöse Anlässe, denn La Rochelle war einst Frankreichs Hauptstadt des Protestantismus. Aber genau das wurde vielen Einwohnern während der Religionskriege zum Verhängnis. Heutzutage zeugen nur noch die Wehranlagen von den damaligen Wirren.



Die beiden mächtigen Türme Tour St. Nicolas und Tour de la Chaine, die auch gleichzeitig auf nahezu jeder Postkarte der Stadt zu sehen sind, stehen noch immer ihren Mann. Allerdings mehr gegen Wind und Wetter als gegen einen anrückenden Feind. Der Tour St. Nicolas diente hingegen nicht nur als Ausguck und Verteidigung, er wurde auch als Gefängnis genutzt. Unweit hiervon liegt der „Tour de la Lanterne“, der, wie sein Name schon sagt, als Leuchtturm diente.

Ein Bummel durch die Altstadt

Auf eventuelle Kriege vorbereitet zu sein war der Grund für einen ganz besonderen Bauplan, den der französische Baumeister Vauban für die Altstadt von La Rochelle umsetzte. Der Grundriss ähnelt einem Schachbrettmuster. Bei einem Bummel durch die manchmal noch gepflasterten Strassen und Gassen entdecken Sie pittoreske Arkadengänge und alte Fachwerkhäuser. Sehenswert ist der Uhrenturm mit dem später angefügten Glockenstuhl.

Das „Hôtel de Ville“, was im Französischen „Rathaus“ bedeutet, zeigt deutlich die Spuren italienischer Einflüsse der Renaissance. Der prachtvolle Renaissancepalast ist das Herz der Stadt. Sie kommen ferner am „Hôtel de la Bourse“ vorbei zur Grande Rue des Merciers, in der Sie sich dank der reich verzierten Arkadenbögen und gut erhaltenen Fachwerkhäuser ins Mittelalter zurückversetzt fühlen.



 

Oberstes Bild: La Rochelle, Vieux Port, Hafenportal mit Tour St.-Nicolas und Tour de la Chaine (© Remi Jouan, Wikimedia, GNU)

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Über Kirsten Schlier

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