Nicaragua – Land der 1000 Vulkane

02.07.2016 |  Von  |  Alle Länder, Südamerika
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Nicaragua – Land der 1000 Vulkane
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Ein echtes Geheimziel auf der touristischen Landkarte ist Nicaragua in Mittelamerika. Dieses faszinierende Land glänzt nicht unbedingt wie einige seiner Nachbarn mit archäologischen Schätzen ausgestorbener Völker wie den Mayas oder Azteken. Es begeistert vielmehr mit einer abwechslungsreichen Landschaft, die sich von der Karibikküste über das Bergland im Inneren bis hinüber an die Pazifikküste zieht. Die vielen Vulkankegel, die schon von Weitem durch ihre perfekte Form beeindrucken, zeigen immer wieder einmal, dass noch Leben in ihnen steckt.

Im Landesinneren liegen kleine und grosse Seen verstreut, die sich im Wasser und an den Ufern durch einen beeindruckenden Artenreichtum auszeichnen. Sie können an traumhaften Badestränden baden, tauchen und schnorcheln oder sich bei anderen Wassersportarten austoben. Sie können sich aber auch durch den dichten Urwald an den von Dunst behangenen Bergwäldern kämpfen.

Vielleicht haben viele Ältere noch die Gräueltaten im Kopf, von denen in der Zeit des Bürgerkriegs nahezu täglich in den Nachrichten berichtet wurde. Vielleicht sind es aber auch die unvollständigen oder einseitigen Informationen oder die immer noch fehlende touristische Infrastruktur, die die Reisenden von einem Besuch im Land abhalten. Allerdings verzichten Sie dann darauf, eines der interessantesten Länder Mittelamerikas kennenzulernen.



Schlafende und aktive Vulkane

Das absolute Touristen-Highlight – insbesondere für die Freunde des Vulkantourismus – sind die zahlreichen feuerspeienden Berge, die sich durch das ganze Land ziehen. Mitten im „Ring of Fire“ schiessen die Vulkane immer noch täglich ihren heissen Atem kilometerhoch in den Himmel. Daher hat Nicaragua wohl auch seinen Beinamen „Land der 1000 Vulkane“. Wahrscheinlich sind es nicht ganz so viele, aber Sie können sicher sein, dass Sie einige der schönsten und ungewöhnlichsten besteigen können.


Der Vulkan Concepción auf der Insel Ometepe, Nicaragua (Bild: © Rafal Cichawa - shutterstock.com)

Der Vulkan Concepción auf der Insel Ometepe, Nicaragua (Bild: © Rafal Cichawa – shutterstock.com)


Die beiden Stars unter den Vulkanen Nicaraguas sind der Concepción mit etwas mehr als 1600 Metern Höhe und sein unweit entfernt liegender Kollege Maderas mit etwas mehr als 1300 Metern. Beide Vulkane erheben sich aus dem 270 Quadratkilometer grossen Nicaraguasee und bilden die Insel Ometepe, die einer Acht ähnelt.


Der Concepción ist mit etwas mehr als 1600 Metern Höhe der höchste Vulkan auf Nicaraguas. (Bild: © Simon Dannhauer - shutterstock.com)

Der Concepción ist mit etwas mehr als 1600 Metern Höhe der höchste Vulkan auf Nicaraguas. (Bild: © Simon Dannhauer – shutterstock.com)


Während der Conceptión in seiner Form und Silhouette nahezu perfekt erscheint und ausserdem aktiv ist, ist der Maderas eine echte Schlafmütze, die schon seit Jahrhunderten keinen Ton mehr von sich gegeben hat. Dafür begeistert Letzterer mit einem dichten Urwald an seinen teilweise steil abfallenden Berghängen, die von rauschenden Wasserfällen durchzogen sind. Sein Krater hat sich im Laufe der Jahrmillionen mit Wasser gefüllt und bildet eine wunderschöne Lagune.


Der Vulkan Maderas auf der Insel Ometepe, Nicaragua (Bild: © Riderfoot - shutterstock.com)

Der Vulkan Maderas auf der Insel Ometepe, Nicaragua (Bild: © Riderfoot – shutterstock.com)


Nicaraguas vielfältige Kultur

Die Kultur Nicaraguas basiert nicht wie in den Nachbarländern auf den Mayas, sondern ist auf die indigenen Stämme der Chorotega und Nahual zurückzuführen. Auch spanische und afrikanische Einflüsse haben eine Rolle gespielt. Nicaragua ist anders. Das drückt sich auch in der Sprache aus. Hier sprechen die Einwohner das „Nicañol“, das nicht dem üblichen spanischen Dialekt entspricht. Sie sprechen wie die Gauchos in Argentinien und Uruguay ganz tief im Süden des Kontinentes. Ein „tu“ gibt es nicht, dafür ein „vos“.

Während einer Rundfahrt werden Sie erleben, dass jedes Städtchen seinen eigenen Heiligen hat. Und das geht meist bis zum Beginn der kolonialen Epoche zurück. Mit ausgelassenen und farbenprächtigen sogenannten „fiestas patronales“ wird den Heiligen bei Strassenumzügen gehuldigt. Erleben Sie die traditionellen Tänze, die weniger wild getanzt und von Trommeln und indigenen Flöten und anderen Blasinstrumenten begleitet werden. Vor allem die Region Toro Huaco ist für ihre indigenen Tänze mit teilweise afrikanischen Wurzeln bekannt.


Traditioneller Tany von Toro Huaco in Nicaragua (Bild: Jorge Mejía Peralta, Wikimedia, CC)

Traditioneller Tany von Toro Huaco in Nicaragua (Bild: Jorge Mejía Peralta, Wikimedia, CC)


Nicaraguas Touristenspots

Lassen Sie sich vom kolonialen Flair der Stadt Granada gefangen nehmen, die sich an den Ufern des Lago de Nicaragua ausdehnt. Die im Jahr 1524 von Francisco Hernández de Córdoba gegründete Stadt begeistert mit einem fast noch original erhaltenen kolonialen Stadtbild. Alte, urige Häuser aus Adobe mit weitläufigen Innenhöfen und einem zentralen Garten bilden das Stadtbild. Besuchen Sie ferner die Laguna de Apoyo, die sich nach einer heftigen Vulkanexplosion vor ein paar Tausend Jahren gebildet hat.


Lassen Sie sich vom kolonialen Flair der Stadt Granada gefangen nehmen. (Bild: © liquid studios - shutterstock.com)

Lassen Sie sich vom kolonialen Flair der Stadt Granada gefangen nehmen. (Bild: © liquid studios – shutterstock.com)


In der Hauptstadt Managua, die am Lago Xolotlan liegt, treffen Sie nicht nur auf das wirtschaftliche und geistige Zentrum des Landes. Sie finden sich in einer Stadt wieder, die schon mehrfach durch Vulkanausbrüche dem Erdboden gleichgemacht wurde. Mehr Natur erwartet Sie im Managuasee, auf dem Sie eine Bootstour zu den 365 Eilanden unternehmen können. Auch diese Inseln entstanden aufgrund des Ausbruchs des Vulkans Mombacho. Die grösste davon, die Insel Guanábana, umfasst eine Fläche von mehr als 50 Hektar, alle anderen sind meist nicht grösser als ein Hektar.


Der Vulkan Mombacho von Granada aus gesehen (Bild: Andarin2, Wikimedia, CC)

Der Vulkan Mombacho von Granada aus gesehen (Bild: Andarin2, Wikimedia, CC)


Besuchen Sie unbedingt Leon im Westen Nicaraguas. Sie können einen Blick in die mächtige Kathedrale León Basilica de la Asunción werfen, die nach 100 Jahren Bauzeit im Jahr 1860 fertiggestellt wurde. Sie gilt heute als älteste und grösste Kathedrale ganz Zentralamerikas. Beim Bummeln durch die gut erhaltene Altstadt flanieren Sie an zahlreichen historischen Bauwerken vorbei, die aus der Kolonialzeit stammen.


Die mächtige Kathedrale León Basilica de la Asunción (Bild: © LMspencer - shutterstock.com)

Die mächtige Kathedrale León Basilica de la Asunción (Bild: © LMspencer – shutterstock.com)


Madera-Strand (Bild: © LMspencer - shutterstock.com)

Madera-Strand (Bild: © LMspencer – shutterstock.com)


Die besten Strände des Landes finden Sie rund um San Juan del Sur. Bekannt sind ferner der Playa de Majagual und der angrenzende Madera-Strand sowie die Strände Casares und Huehuete in Cazares.

 

Artikelbild: Der Hauptkrater des Vulkans Cerro Negro in Nicaragua © Renee Vititoe – shutterstock.com

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