Raron: Rilkedorf mit 500-jähriger Burgkirche

05.12.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa, Schweiz
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Raron: Rilkedorf mit 500-jähriger Burgkirche
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Unterhalb der Lötschberg-Südrampe erhebt sich ein schroffer Felskopf, auf dem sich die Burg Raron über dem gleichnamigen Dorf erhebt. Dessen Burgkirche ist das Wahrzeichen des Ortes und ein bedeutendes Baudenkmal der Schweiz, das in diesem Jahr sein 500-jähriges Bestehen feiert. Die kulturhistorische Stätte wurde einst von Ulrich Ruffiner erschaffen, der für den Bau Überreste der damaligen Burg nutzte und auf dieser die majestätische Kirche erbaute, die dem Heiligen Romanus geweiht wurde.

Der Bau fand zwischen 1512 und 1517 statt, doch die Einweihung der Seitenaltäre wurde bereits am 22. Januar 1514 gefeiert. An der Mauer der katholischen Kirche St. Romanus fand der berühmte Dichter Rainer Maria Rilke, der ab 1921 im Wallis lebte und 1926 in einer Klinik nahe Montreux starb, am 2. Januar 1927 seine letzte Ruhestätte. Im Alten Pfarrhaus neben der Kirche befindet sich das heutige Museum auf der Burg. Hier können Besucher mehr über das Leben und Werk Rilkes, aber vornehmlich auch über die Wirren des Mittelalters in dieser Region erfahren.



Maxenhaus in Raron (Bild: Peter Berger, Wikimedia, GNU)

Maxenhaus in Raron (Bild: Peter Berger, Wikimedia, GNU)

Die Burg Raron, die vom Bahnhof Ausserberg aus erwandert werden kann, ist ein beliebtes Ausflugsziel für Familien und gilt zugleich als Kraftort. Der heutige Wanderweg, der als Kulturweg ausgeschildert zwischen St. German und Raron an der malerischen Kapelle St. Anna vorbeiführt, war als Saumweg bereits im Mittelalter von Bedeutung. Nach Erreichen der Burg können neben der eindrücklichen Kirche auch das 1536 erbaute Pfarrhaus, ein Friedhof und der alte Wohnturm besichtigt werden.

Das Rilkedorf Raron hat eine lange bewegte Geschichte. So musste im Freiheitskampf der Walliser, der von 1384 bis 1388 andauerte, ihr Anführer Peter von Raron dabei zusehen, wie zuerst sein Stammsitz erobert und schliesslich seine Söhne Heinzmann und Petermann hingerichtet wurden. Doch heute kämpft man in Raron gegen das Entleeren der Dorfkerne, so wie in vielen anderen Dörfern auch.




Gemeinsam mit dem Heimatschutz macht sich die Denkmalpflege dafür stark, dass das typische Walliser Dorfbild erhalten bleibt. Alte Ökonomiegebäude, die nun als Wohnhäuser genutzt werden und neues Leben in den alten Dorfteil bringen, zeigen bereits, dass dieser Einsatz erfolgreich ist.

„O Leben Leben, wunderliche Zeit
von Widerspruch zu Widerspruche reichend
im Gange oft so schlecht so schwer so schleichend
und dann auf einmal, mit unsäglich weit
entspannten Flügeln, einem Engel gleichend:
O unerklärlichste, o Lebenszeit.“

Rainer Maria Rilke (1875 – 1926)



 

Oberstes Bild: Kirche St.Roman mit altem Pfarrhaus in Raron (© Zedipedi, Wikimedia, CC)

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