Saalfeld/Saale – lebendige Stadt mit langer Geschichte

01.12.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Saalfeld/Saale – lebendige Stadt mit langer Geschichte
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Saalfeld/Saale – eine der ältesten Städte Thüringens: Schon fast zwei Jahrhunderte vor ihrer formalen Gründung im Jahre 1180 befand sich auf dem Gebiet der heutigen Stadt der Wirtschaftshof „Salauelda“, der 899 erstmals in Urkunden genannt wurde, und bereits mehr als ein Jahrhundert lang existierte ein bedeutendes Benediktinerkloster, das dank seines materiellen und geistigen Reichtums weit über seine Grenzen hinaus strahlte.

Noch heute ist Saalfeld reich an historischer Bausubstanz, und mit einigem Stolz trägt es den Namen „Steinerne Chronik Thüringens“. Beeindruckend sind die vielen Bauwerke, die noch aus dem Mittelalter stammen: Dazu zählen die vier Stadttore – das Obere Tor, das Blankenburger Tor, das Saaltor und das bis heute begehbare Darrtor – sowie die Stadtbefestigung, die in weiten Teilen erhalten ist. Sie bezeugen die Lage Saalfelds an einer wichtigen mittelalterlichen Handelsstrasse, die Leipzig mit Nürnberg verband.



Blankenburger Tor in Saalfeld (Bild: Franzfoto, Wikimedia, GNU)

Blankenburger Tor in Saalfeld (Bild: Franzfoto, Wikimedia, GNU)

Das Wahrzeichen Saalfelds, die Ruine der Burg „Hoher Schwarm“ aus der Zeit um 1300, wurde erbaut durch die Grafen von Schwarzburg. Aus dem Mittelalter stammt auch das Gebäude der Marktapotheke, das auf ein romanisches Turmhaus zurückgeht und seit 1681 eine Apotheke beherbergt, sowie die gotische Johanneskirche, die grösste Hallenkirche Thüringens. Musikliebhaber aus nah und fern wissen die Abendmotetten in der Johanneskirche zu schätzen.

Das ehemalige Franziskanerkloster, das um 1250 gegründet wurde und bis 1534 als solches bestand, ist ein fast vollständig erhaltenes mittelalterliches Gebäudeensemble, dessen so umfassende wie vorbildliche Sanierung Anfang des Jahrhunderts mit dem Denkmalschutzpreis des Landes Thüringen ausgezeichnet wurde. Heute befindet sich darin das Stadtmuseum mit der Museumswerkstatt zum Mitmachen. Viele abwechslungsreiche kulturelle Angebote locken regelmässig grosse und kleine Einheimische wie Gäste in grosser Zahl ins Franziskanerkloster.





Ehemals Kapitelsaal im Franziskanerkloster Saalfeld (Bild: Giorno2, Wikimedia, CC)

Ehemals Kapitelsaal im Franziskanerkloster Saalfeld (Bild: Giorno2, Wikimedia, CC)

Nachdem 1517 in der Stadt ein Brand gewütet hatte, begann der sukzessive Wiederaufbau im Stil der zeitgenössischen Renaissance, das der Stadt bis heute ihr einzigartiges Gepräge gibt. Ein frühes Beispiel thüringisch-sächsischer Renaissancebaukunst ist das majestätische Rathaus am Marktplatz. Hier und auf den umliegenden Gassen wird in historischen Mauern alles geboten, was das moderne Herz begehrt: shoppen, schlemmen und entspannen.

Sehr repäsentativ ist auch das ehemalige Schloss auf dem Gelände des früheren Benediktinerklosters, in dem heute das Landratsamt des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt untergebracht ist. Der weitläufige barocke Schlossgarten ist zugänglich: Er lädt ein zum Schlendern und Verweilen.

Die Burgruine „Hoher Schwarm“ in Saalfeld (Bild: Wolfgang Seifarth, Wikimedia, CC)

Die Burgruine „Hoher Schwarm“ in Saalfeld (Bild: Wolfgang Seifarth, Wikimedia, CC)




Wer mehr will als eine private Entdeckungstour durch die Stadt, der kann zwischen Mai und Oktober samstags vormittags an einem geführten Rundgang teilnehmen. Etwas abenteuerlicher muten die abendlichen Rundgänge im Fackelschein an, die von Marktweibern, Ratsherren, Turmbläsern und Gardisten geführt werden. Hier wird die steinerne Geschichte der Stadt zu Leben erweckt! Termine und Anmeldungen bei der Tourist-Information auf dem Markplatz.



Hätten Sie’s gewusst? Saalfeld ist auch eine Schokoladenstadt, und das seit 1901! Circa 38’000 Tonnen werden hier jährlich produziert: Tafelschokolade, Schokoladenstäbchen mit und ohne Füllung, Schokoladenbonbons, Trüffel in verschiedenen Sorten, Nougat, Marzipanköstlichkeiten sowie die obligatorischen Osterhasen und Weihnachtsmänner. Kostproben (und natürlich auch mehr) sind im Werksverkauf zu haben. Nicht weit vom Schokoladenwerk eine weitere Attraktion (nicht nur) für Kinder: das märchenhafte Schlösschen Wetzelstein (heute Hotel) und vor allem die Villa Bergfried, die beide einst dem Schokoladenfabrikanten gehörten. Die Villa liegt inmitten eines wunderschönen Parks. Zu seiner Pracht tragen auch ein Glockenturm bei, ein Teepavillon, ein Weiherhäuschen mit Badebassin, ein Vivarium, eine Tennisanlage und ein japanischer Garten.

Schlösschen Wetzelstein in Saalfeld (Bild: NoRud, Wikimedia, CC)

Schlösschen Wetzelstein in Saalfeld (Bild: NoRud, Wikimedia, CC)

Aber auch wer lieber (rad-)wandern statt wandeln will, der findet in Saalfeld und Umgebung reichlich Gelegenheit: Das gut ausgebaute Wegenetz bietet für (fast) jeden Anspruch die passende Route, und fast alle Strecken sind gesäumt von malerisch gelegenen Burgen und Schlössern; viele davon gut erhalten und noch original ausgestattet. Auch die Wassersportler kommen dank zahlreicher Seen und Stauseen auf ihre Kosten.

Ein unbedingtes Muss für alle Saalfeld-Besucher sind aber die Feengrotten – die „farbenreichsten Schaugrotten der Welt“ (Guinessbuch). Sie sind hervorgegangen aus dem jahrhundertelang betriebenen Alaunschieferbergwerk „Jeremias Glück“. Nach dessen Schliessung gerieten sie zunächt in Vergessenheit, bis sie 1913 wiederentdeckt und bald darauf der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden. Schon bald entwickelten sie sich zu einem Publikumsmagneten, weil die (schon damals elektrisch beleuchtete!) Farbenpracht der Tropfsteine einfach jeden Besucher in ihren Bann zog und zieht.

Der Naturwissenschaftler und Philosoph Ernst Haeckel soll zur Eröffnung gesagt haben, dass die Grotten längst Reisende aus aller Welt angezogen hätten, lägen sie in Amerika. Doch sie liegen in Thüringen – und ziehen trotzdem Reisende aus aller Welt an. Seit 1914 waren es mehr als 19 Millionen. Darunter auch jene, die aus medizinischen Gründen in den Heilstollen kommen, den ältesten in Deutschland: Das sehr besondere Klima unter Tage und die äusserst reine sowie absolut staub-, keim-, allergen- und ozonfreie Luft der Grotten sollen das Immunsystem stärken und Atemwegsbeschwerden lindern. Auch über Tage wird für die grossen und die kleinen Gäste viel geboten: Im Abenteuerwald „Feenweltchen“ lassen sich die magischen Reiche von Feen erkunden, im Erlebnismuseum „Grottoneum“ mit seinen zahlreichen Mitmachstationen der Bergbau, die Tropfsteine und die Minerale. In der Grottenschenke, erbaut 1914, dreht sich dann für alle alles wieder ums leibliche Wohl.



 

Oberstes Bild: Am Markt von Saalfeld (© Marco Barnebeck(Telemarco)  / pixelio.de)

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