SEV sieht System des öffentlichen Verkehrs in der Schweiz gefährdet

02.11.2016 |  Von  |  News

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Keine Beiträge mehr verpassen? Hier zum Newsletter anmelden!
Jetzt bewerten!

Die Busunternehmen, die internationale Linien in die und aus der Schweiz betreiben, müssen besser kontrolliert werden. Das fordert die Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV vom Bundesamt für Verkehr (BAV). Die Eröffnung der Untersuchung gegen das Unternehmen Flixbus wegen des Verdachts der Kabotage zwischen Zürich und Basel auf der Linie Zürich-Euroairport Basel/Mulhouse sei nur ein erster Schritt. Da das deutsche Unternehmen Ende dieser Woche eine Verbindung Konstanz-Lyon mit mehreren Halten in der Schweiz eröffnen wird, sei entschlosseneres Vorgehen von Seiten des BAV dringend erforderlich.

Für den SEV wäre Wettbewerb im Fernverkehr ein Eigentor, nachdem der Bund riesige Summen investiert hat, um ein Transportsystem aufzubauen, das einen leistungsfähigen Service public von hoher Qualität garantiert. „Das BAV muss sehr entschlossen handeln gegenüber Unternehmen wie Flixbus, die die Bahn unter Umgehung der Gesetze konkurrenzieren wollen“, stellt SEV-Präsident Giorgio Tuti fest.

Mit der Aussage, der Fahrer könne niemanden zwingen, im Bus zu bleiben, wenn dieser in der Schweiz halte, um Passagiere zusteigen zu lassen, zeigt Flixbus den klaren Willen, die Bahn in der Schweiz zu konkurrenzieren. „Wir erwarten vom BAV, dass es seine Kontrollen verschärft und Unternehmen hart bestraft, wenn sie das Kabotageverbot nicht einhalten“, fordert Tuti.

Dieses Thema ist umso aktueller, als die Strategie 2030 des BAV einen andern Bereich, den Inlandverkehr, für den Wettbewerb öffnen will. Auch in einer vor kurzem veröffentlichten Stellungnahme schliesst das BAV nicht aus, dass es für neue nationale Buslinien eine Konzession erteilen könnte.

Für Giorgio Tuti treibt das BAV eine gefährliche Liberalisierung an, die die Schweizer Transportunternehmen unter Druck setzen wird. „Der SEV wird jede Art von Liberalisierung bekämpfen, die das heutige System des öffentlichen Verkehrs in der Schweiz gefährdet; es gilt in ganz Europa als Vorbild“, schliesst Tuti.

 

Artikel von: SEV
Artikelbild: © e X p o s e – shutterstock.com

Über belmedia Redaktion

belmedia hat als Verlag ein ganzes Portfolio digitaler Publikums- und Fachmagazine aus unterschiedlichsten Themenbereichen aufgebaut und entwickelt es kontinuierlich weiter. Getreu unserem Motto „am Puls der Zeit“ werden unsere Leserinnen und Leser mit den aktuellsten Nachrichten direkt aus unserer Redaktion versorgt. So ist die Leserschaft dank belmedia immer bestens informiert über Trends und aktuelles Geschehen.


Ihr Kommentar zu:

SEV sieht System des öffentlichen Verkehrs in der Schweiz gefährdet

Für die Kommentare gilt die Netiquette! Erwünscht sind weder diskriminierende bzw. beleidigende Kommentare noch solche, die zur Platzierung von Werbelinks dienen. Die belmedia AG behält sich vor, Kommentare ggf. nicht zu veröffentlichen.