Solothurn: Eine Stadt mit barockem Flair

24.05.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa, Schweiz
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Solothurn: Eine Stadt mit barockem Flair
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Solothurn liegt im gleichnamigen Schweizer Kanton, ist die Residenz der kantonalen Verwaltung und der Kantonshauptort. Denselben Namen trägt auch einer der zehn Amtsbezirke. Aber das schöne Solothurn ist als zweitgrösste Stadt des Kantons auch noch unter anderen Bezeichnungen bekannt. So spricht man von St.-Ursen-Stadt, Ambassadorenstadt und Wengistadt. Die Benennungen Kulturstadt, Bischofstadt und schönste Barockstadt der Schweiz vermitteln einen ersten Eindruck dessen, was die Besucher erwartet.

Das Beste aus drei Ländern



Hier vermischen sich französischer Charme, italienische Grandezza und deutschschweizerische Bodenständigkeit. Alle drei Merkmale verleihen der Gemeinde Solothurn ein besonderes Lebensgefühl, das in vielen Bereichen sichtbar wird. Die Grenzen zwischen den verschiedenen Sprachen verschwinden, was nicht zuletzt durch den hohen Stellenwert, den die Kultur in Solothurn einnimmt, begünstigt wird.

Die Gemeinde versteht sich als Brückenstadt – hier werden Brücken geschlagen zwischen Sprach- und Kulturregionen, zwischen Gegensätzen und Unterschiedlichkeiten. Das Nebeneinander von Alt und Neu, von ländlicher Lebensweise und städtischer Betriebsamkeit erzeugt einen bunten, liebenswerten Mix. Die Vielfalt bleibt dabei gewahrt. Mit diesem toleranten Lebensstil zeichnet sich Solothurn als moderne und lebenswerte Stadt aus.

In der Altstadt von Solothurn. (Bild: Marcel.c, Wikimedia)

In der Altstadt von Solothurn. (Bild: Marcel.c, Wikimedia)

Sichtbare Spuren der Geschichte



In Solothurn lebten Helden, Heiden und Hochwohlgeborene. Sie alle prägen auch heute noch des Gesicht der Stadt. Die historischen Bauten reichen von der bekannten St.-Ursen-Kathedrale über elegante Villen und barocke Stadtpalais bis hin zu mittelalterlichen Brücken, Wehrbauten und Brunnen. Ein Stadtrundgang macht deutlich, dass die Bezeichnung „schönste Barockstadt der Schweiz“ wahrlich nicht übertrieben ist.

Die St.-Ursen-Kathedrale, auch unter dem Namen Kathedrale St. Urs und Viktor bekannt, bildet den Mittelpunkt der Solothurner Stadtansicht. Das sakrale Gebäude stammt aus dem Frühklassizismus. Im Inneren der Kirche findet man Stuckaturen von Francesco Pozzi. Des Weiteren umfasst der Domschatz unter anderem eine Marienstatue und das Hornbacher Sakramentar.

Ein Höhepunkt im wahrsten Sinne des Wortes ist der Zwiebelturm. Das 66 Meter hohe Bauwerk können Sie von Ostern bis Allerheiligen besteigen. Es bietet bei schönem Wetter eine fantastische Aussicht über die Altstadt und den Fluss Aare.





St.-Ursen-Kathedrale in Solothurn. (Bild: Userhelp.ch, Wikimedia, CC)

St.-Ursen-Kathedrale in Solothurn. (Bild: Userhelp.ch, Wikimedia, CC)




Ebenfalls sehenswert in Solothurn ist das Baseltor. Es ersetzte nach dem Schwabenkrieg das frühere Holztor. Das neu erbaute Tor besteht aus Jurakalkstein, den man auch unter der Bezeichnung Solothurner Kalkstein kennt. Weiter geht es zur Jesuitenkirche, die ein prachtvolles Zeugnis der barocken Baumeisterschaft ist. In der Bauzeit von 1680 bis 1689 entstand ein imposantes Kirchengebäude, das im Innenraum wertvolle Stuckaturen in italienischer Manier aufweist. Am Hochaltar aus marmoriertem Holz ist ein Bild der Maria Himmelfahrt von Franz Carl Stauder zu bewundern.

Weitere beeindruckende Bauwerke sind das Alte Zeughaus und der Zeitglockenturm. Dieser gilt als das älteste Bauwerk der Stadt. Er stammt aus dem 13. Jahrhundert und übt auch heute noch eine grosse Faszination aus. In der Helmlaterne befindet sich der Glockenschläger, der mit einem grossen Hammer auf die Glocke schlägt. Das Schirmdächlein beherbergt die drei symbolhaften Figuren Ritter, König und Gerippe, die den Sinn des Lebens verdeutlichen sollen.

Das Zeughaus in Solothurn (Bild: RicciSpeziari, Wikimedia, CC)

Das Zeughaus in Solothurn (Bild: RicciSpeziari, Wikimedia, CC)

Zeit fürs Museum – aber bitte reichlich!

Solothurn bietet seinen Gästen eine Fülle an Museen. Bei einem Urlaub in der barocken Gemeinde sollten Sie also Zeit für Museumsbesuche einplanen. Wir beginnen mit dem Schloss Blumenstein, das im 18. Jahrhundert erbaut wurde. Es beherbergt heute das Historische Museum.

Im Erdgeschoss erhalten Sie einen Eindruck des Lebensstils einer Patrizierfamilie. Das erste Obergeschoss bietet Platz für eine historische Ausstellung. Sie können hier die verschiedenen Bereiche der Stadtgeschichte kennenlernen. Im Hof und im Garten finden regelmässig kulturelle Aktivitäten statt.

Historisches Museum Blumenstein in Solothurn (Bild: Udo11, Wikimedia, CC)

Historisches Museum Blumenstein in Solothurn (Bild: Udo11, Wikimedia, CC)

Das Kunstmuseum widmet sich ganz der Malerei. Ein sehr bekanntes Werk ist zum Beispiel die „Solothurner Madonna“ von Holbein dem Jüngeren. Das Bild stammt aus dem Jahr 1522. Noch älter ist die „Madonna in den Erdbeeren“, deren Entstehung auf das Jahr 1425 datiert wird. Das Kunstmuseum umfasst mehrere Epochen bis in die Neuzeit. So finden Sie hier auch Maler aus der Schweizer Gegenwart.

Das Museum Altes Zeughaus haben Sie bereits beim Stadtrundgang von aussen kennengelernt. Im Inneren ist das Gebäude eine Fundgrube für alle, die sich für historische Waffen, Rüst- und Armeematerialien interessieren. Im Rüstsaal befindet sich eine grosse Sammlung an Rüstungen. Mit 400 Exemplaren, die meist sehr gut und vollständig erhalten sind, ist diese Ausstellung die grösste in der gesamten Schweiz.

Nicht ganz so kriegerisch geht es im Naturmuseum Solothurn zu. Tiere und Pflanzen der Umgebung finden hier ihren Platz. Häufig finden attraktive Sonderausstellungen statt. Das Naturmuseum ist ausserdem bekannt für seine faszinierenden Versteinerungen. Aus den Steinbrüchen der Stadt stammen versteinerte Schildkröten, die über 150 Millionen Jahre alt sind. Einmalig sind die Seesterne vom Weissenstein, und sogar Dinosaurierfährten können hier erkundet werden.

Für Kinder ist das Naturmuseum gut geeignet, denn alle Objekte und Tiere, die frei ausgestellt sind, dürfen angefasst werden. An zahlreichen Spiel- und Versuchsmodellen wird die Begeisterung für Tiere, Natur und Steine geweckt.

Nach den typischen Museumsvertretern für Kunst, Geschichte und Natur ist das Kabinett für sentimentale Trivialliteratur eine reizvolle Abwechslung. Die Mischung aus Museum und Bibliothek befasst sich mit trivialer Literatur, Frauenliteratur, Kitsch und Kunst. Man kann diese Art der Literatur belächeln – aber ein Streifzug durch diese Welt früherer Frauenleben und die Dokumentation im Schriftlichen ist dennoch interessant.



 

Oberstes Bild: Solothurn – eine Stadt mit barockem Flair (© Ch-info.ch, Wikimedia, CC)

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Über Christiane Weber

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