Von Frankfurt nach Goa: Eine kleine Reiseanekdote

06.10.2015 |  Von  |  Asien
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Von Frankfurt nach Goa: Eine kleine Reiseanekdote
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Am Abflugtag schneite es. Die dicken Schneeflocken fielen und fielen und die Schneedecke auf den Strassen wurde dicker und dicker. Meine Eltern brachten meinen Freund und mich mit dem Auto nach Frankfurt. Von dort sollte es mit einem Direktflug unmittelbar nach Goa gehen.

Ohne Kulturschock und Riesenmetropole erst einmal zum Strand und sich ein bisschen von den Abschlussprüfungen erholen.

Schneegestöber

Für die Fahrt nach Frankfurt braucht man normalerweise zwischen ein und zwei Stunden, wir waren an diesem Tag gute vier Stunden unterwegs und schlitterten mehr, als wir fuhren. Wir ahnten schon, dass dieses Wetter und Fliegen nicht gerade die beste Kombination sein könnten.

Doch zunächst sah alles gut aus: kurze aber gefühlsduselige Verabschiedung, Check in, Gepäckabgabe, Warten.
Dann wurden immer mehr Flüge abgesagt und wir wunderten uns, dass bei uns alles nach Plan verlaufen sollte.

Bisher keine Verspätungsmeldung. Wir sollten mit unsren Befürchtungen Recht behalten. Auf einmal hiess es, dass der Flug eine Stunde Verspätung hat, aus einer Stunde wurden zwei und so weiter. In der kleinen Wartehalle, in der alle sehnlichst nach Goa wollten, verging zunehmend die gute Stimmung. Die Warterei und das ewige Hinhalten ohne genaue Ansagen stellten die Nerven auf die Probe und liessen manchen Geduldsfaden reissen.


Goa: Ein Paradies für Yogabegeisterte, Hippies und Strandfans. (Bild: © Lucy Liu -shutterstock.com)

Goa: Ein Paradies für Yogabegeisterte, Hippies und Strandfans. (Bild: © Lucy Liu -shutterstock.com)


Kleiner Zwischenstopp

Nach einer Ewigkeit, sprich zehn Stunden, wurden wir endlich ins Flugzeug gelassen. Wir konnten es kaum glauben: Endlich ab nach Goa! Im Flugzeug teilte uns der Pilot jedoch mit, dass wir uns ein bisschen zu früh auf Goa gefreut hätten. Wir können zwar starten, aber zunächst hiesse unser Ziel Sharjah.

Da die Crew ihre zulässige Arbeitszeit ausgeschöpft hatte, ging es zunächst nicht weiter als bis in die Arabischen Emirate. Für sie und uns war also erst einmal Zwangspause angesagt. In den Emirates unweit von Dubai „mussten“ wir dann in einem Hotel für einige Stunden noch den Luxus geniessen. Hochwertige Marmorböden, grosszügige Suiten und ein leckeres Mittagsbuffet. Es gibt wirklich Schlimmeres.

Ein netter Nebeneffekt war, dass wir bei dieser Odyssee die anderen Fluggäste etwas kennen lernen konnten. Wir waren eine bunte Truppe aus Yoganern, Althippies, Pauschalurlaubern und Backpackern.

Mit den meisten kam man spätestens in der Einreiseschlange ins Gespräch und tauschte sich über die Reisepläne aus. Strand, Strand und nochmal Strand.Vom Flughafen verstreuten wir uns im ganzen Bundesstaat. Wir starten im Süden und entspannten innerhalb von drei Wochen an allen Stränden der goanischen Küste einmal von Süd nach Nord.

Unsere Tage verbrachten wir mit Cocktails, Wanderungen durch den Dschungel und Baden. Abends gab es leckeres Gemüsecurry und nette Unterhaltungen mit anderen Goareisenden.

Nach drei Wochen in Goa hielten wir uns für einige Tage in Arambol auf, ganz im Norden des Bundesstaates. Hier war von der ehemaligen Hippiekultur noch einiges zu spüren. Besonders in Erinnerung sind mir die Sonnenuntergänge geblieben.

Jeden Abend versammelten sich an einer bestimmten Stelle am Strand unzählige Menschen, um mit Trommeln und Tanz die Sonne zu verabschieden. Wenn diese spektakulär im Meer verschwunden war, sass man zusammen und plauderte, träumte und trank dazu Gin Tonic.


Die Sonnenuntergänge in Goa sind atemberaubend. (Bild: ©KKulikov / Shutterstock.com)

Die Sonnenuntergänge in Goa sind atemberaubend. (Bild: ©KKulikov / Shutterstock.com)


Sonnenuntergänge

Wir verbrachten einige Abende am Strand. Und an einem Abend sahen wir bekannte Gesichter. Die Yogatruppe hatte am Nachbarstrand ihren Retreat und feierte an diesem Tag mit der Abendzeremonie ihren Abschied.

Ich muss zugeben, dass ich mit Indien zu kämpfen hatte. Zu viele Sorgen waren mir schon im Vorfeld durch den Kopf gegeistert: Vorurteile, Ängste, Medienberichte. Aber dieser Abend war so voller Freude und Entspannung. So hatte ich mir Goa immer vorgestellt.
Lagerfeuergespräche, Sternenhimmel über dem Meer und Sand zwischen den Zehen.

 

Artikelbild: © Eduard Derule / Shutterstock.com

Über Julia Schattauer

Julia Schattauer ist freie Autorin und leidenschaftliche Bloggerin. Geschichten vom Reisen sind ihr Steckenpferd. Neben nützlichen Fakten geht es ihr in erster Linie ums Storytelling. Darum, den Leser in die Welt mitzunehmen und sein Fernweh zu wecken. Als studierte Kunsthistorikerin, Tourismus-, und Literaturwissenschaftlerin schreibt sie ausserdem über Themen aus Kunst und Kultur.


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