Von Kronberg im Taunus nach Schenna, Südtirol

05.06.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Von Kronberg im Taunus nach Schenna, Südtirol
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Als richtige Südtirol-Fans haben wir uns mal wieder auf den Weg nach Schenna gemacht. In Seefeld wollten wir noch einen alten Bekannten besuchen und bei ihm im Hotel übernachten. Los ging es also von Kronberg im Taunus bis Reutte in Tirol.

Anschliessend über den Fernpass. Tolle Landschaft, super Fernsicht und ziemlich kühle Temperaturen, als wir am späteren Nachmittag in Seefeld ankamen. Zunächst ein kurzer Bummel durch das wunderschöne Städtchen. Auch am bekannten Hotel Klosterbräu kamen wir vorbei und warfen einen Blick hinein. Um 18.00 Uhr war dann Treffen mit unserem Bekannten in der Hotelbar und es gab, da wir uns schon einige Jahre nicht mehr gesehen hatten, viel zu erzählen.



Ein Blick vom Hermelekopf auf Seefeld, Tirol (Bild: Ikiwaner, Wikimedia, CC)

Ein Blick vom Hermelekopf auf Seefeld, Tirol (Bild: Ikiwaner, Wikimedia, CC)

Am nächsten Morgen machten wir uns nach einem gemütlichen Frühstück auf, um Richtung Schenna zu fahren. Die Landschaft wurde kurz vor Meran immer lieblicher, südländischer, das Wetter immer besser und die Temperaturen stiegen.

Eine kurze Fahrt durch Meran, bevor man rechts abbiegt, um nach Schenna hochzufahren. Vorbei am Schloss Trautmannsdorff mit seinem bekannten botanischen Garten geht es wenige Kilometer über eine kurvenreiche, aber ungefährliche Strecke. Eine super Gegend, eine umwerfende Landschaft. Man fühlt sich sofort heimisch und unter Freunden.



Schenna, für alle, die es noch nicht kennen, liegt 4 km oberhalb von Meran am südwestlich geneigten Hang des Meraner Beckens auf rund 600 m Seehöhe. Münzfunde aus der Römerzeit zeugen von einer sehr frühen Besiedlung dieser Gegend. Zum ersten Mal taucht der Name Schenna im 12. Jahrhundert auf. Zur selben Zeit wurde auch das Schloss Schenna auf dem Hügel des Dorfes gebaut. Heute ist es im Besitz des Grafen von Meran, der auch regelmässig Führungen anbietet.

Schenna bietet zu jeder Jahreszeit für jeden etwas. In Schenna selbst geniesst man ein mediterranes Klima zwischen Palmen und Zypressen, das Ambiente im Bergdorf Videgg auf 1536 m ist schon richtig alpin. Im Frühling erfüllt der Duft von Millionen Apfelblüten die Luft, Alpenrosen versetzen die Wiesen im Sommer in einen Almenrausch. Im Herbst lässt goldenes Weinlaub die Täler und Hänge erstrahlen und im Winter glitzern weisse Berggipfel bei strahlend blauem Himmel. Überhaupt scheint die Sonne in Schenna an über 300 Tagen im Jahr und ist zu jeder Jahreszeit eine Reise wert.

Schenna bietet Wanderspass rund um die Hausberge Hirzer (2781 m) und Ilfinger (2581m). Das ist dann teilweise schon richtig alpin, und auch im Mai/Juni kann es vorkommen, dass man durch Schneefelder oder die Überreste einer abgegangenen Lawine stapfen muss. Wanderausrüstung ist also vorgeschrieben, Wanderstiefel sind absolute Pflicht.

Prenn in der Gemeinde Schenna in Südtirol (Bild: Klaus Graf, Wikimedia, CC)

Prenn in der Gemeinde Schenna in Südtirol (Bild: Klaus Graf, Wikimedia, CC)

Den Alpinisten liegt das Meraner Land zu Füssen. Herrliche Ausblicke über Meran, aber auch über die umliegenden Berge lassen das Alpinistenherz höherschlagen. Das Wandergebiet erstreckt sich über ca. 200 km markierte Wege in allen Höhenlagen und Schwierigkeitsgraden. Wer es gemütlicher mag, dem stehen fünf Seilbahnen und zwei Sesselllifte für den Aufstieg zur Verfügung.

Auch im Ort selbst gibt es schöne Spazierwege. Diese schlängeln sich entlang der plätschernden Waalwege. Gemütliche Wanderungen führen ebenfalls zu Almen und Hütten. Überhaupt ist die Gastfreundschaft in Schenna, aber auch in den vielen Hütten phänomenal.



Bei einer unserer vielen Wanderungen erreichten wir, nachdem wir durch die Schneereste einer abgegangenen Lawine gestapft waren (nicht ungefährlich, da es nur eine ganz schmale Fussspur an einem steilen Abhang gab) den Gasthof Sterneck. Auf der Terrasse wollten wir bei strahlendem Sonnenschein eine Brotzeit geniessen und bestellten zwei „Marendlbrettl“ und zwei süffige Südtiroler Rotweine. Andere Touristen, die das mitbekamen, fingen schon an zu lachen, verrieten uns aber nicht den Grund ihrer Erheiterung.

Was dann kam, war einfach unfassbar. Ein riesiges Brett mit Speck, Käse und Wurst vom Feinsten, dazu frisches Bauernbrot, Gurken, Oliven, Tomaten usw. Auch wenn wir drei Tage nichts gegessen gehabt hätten, hätten wir dieses „Brettl“ niemals bewältigen können. Na ja, einen Teil haben wir dann einpacken lassen und im Rucksack verstaut. Zum Abschied gab es noch einen selbstgebrannten Marillenschnaps aufs Haus.

Schenna´s Sehenswürdigkeiten – Mausoleum, Schloss Schenna und Pfarrkirche Maria Himmelfahrt (Bild: Thesurvived99, Wikimedia, CC)

Schenna´s Sehenswürdigkeiten – Mausoleum, Schloss Schenna und Pfarrkirche Maria Himmelfahrt (Bild: Thesurvived99, Wikimedia, CC)

Den Abstieg haben wird dann mit der Bergbahn gemacht. Auch beim Hiaslbauer mit seinem hervorragenden Erbseneintopf und seinen Spinatknödeln oder im Berggasthof Videgg mit seinen tollen Spaghetti oder anderer leckerer Pasta kehrten wir nach unseren Bergtouren immer wieder gerne ein.

Meran 2000, das hochalpine Skigebiet, ist immer einen Besuch wert. Wir vermuteten, dass es oben im Mai noch ziemlich kühl sein würde. Also Pullover und Anorak eingepackt und los ging es. Mit dem Auto bis zur Talstation und dann ca. 20 Minuten mit der Seilbahn aufwärts. Oben angekommen erwartete uns die erste Überraschung. Es war superwarm und man konnte in kurzärmeligen Golfshirts loslaufen. Es gibt dort oben ein sehr grosses Wandergebiet, (meistens flach). Tolle Fernsicht, ein kurzer Gruss zur Seiser Am, zum Plattkofel und Langkofel, und eine ca. dreistündige Wanderung brachte uns trotz Hut und ausreichend Sonnencreme einen kleinen Sonnenbrand ein.

Meran in Südtirol mit Passer (Bild: myself, Wikimedia, CC)

Meran in Südtirol mit Passer (Bild: myself, Wikimedia, CC)




Mittagessen in hochalpiner Bergluft auf der Sonnenterrasse, und dann ging es wieder zurück nach Schenna. Am nächsten Tag stand ein Fussmarsch von Schenna nach Dorf Tirol an. Dazu muss man erst mal von Schenna ins Tal hinunterlaufen und dann auf der anderen Seite des Flusses steil wieder bergan. Eine sehr anstrengende und lange Tour, aber auch sie lohnt sich immer. Dorf Tirol, ein schönes Dörfchen mit hervorragenden Hotels, viel Kultur und mediteranem Flair, freut sich ebenfalls über rund 300 Sonnentage im Jahr und kann auch mit der Bergbahn direkt von Meran erreicht werden.

Weitere Ausflugsziele unserer Südtirol-Reise waren das Schloss Trautmannsdorff mit seinem botanischen Garten, die Städte Bozen und Meran sowie der Ritten. Es gibt in dieser Gegend jede Menge Kultur, aber auch für Sportler besteht ein riesiges Angebot. Mountainbike-Touren zur Taser Alm, Paragliden von der Hirzer Mittelstation, Nordic Walken, Tennis oder Golf, Reiten und natürlich Skifahren im Skigebiet Meran 2000. Überhaupt ist in Schenna jede Menge los. Unkräutermarkt im Frühling, die zweimal im Jahr stattfindende Oldtimer-Ralley „Südtirol Classic“, der Tallner Sunntig oder musikalische „Sommerabende“.

Text: Marion Schmitz



 

Oberstes Bild: Schenna in Tirol (© Stefan Bücker  / pixelio.de)

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