Wale beobachten vor der Küste Kanadas

05.05.2014 |  Von  |  Alle Länder, Nordamerika
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Wale beobachten vor der Küste Kanadas
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Kaum ein anderes Tier hat es in den letzten Jahrzehnten so sehr in den Fokus der Menschen mit Bewusstsein für Tier- und Umweltschutz geschafft wie der Wal. Seither stehen die Wale sowohl als Symbole für die Weisheit und Schönheit der Schöpfung als auch als Beispiel für sinnlose Verfolgung und Zerstörung. Wer einmal solche riesigen Lebewesen leibhaftig gesehen hat, fühlt sich davon tief berührt.

Die bedrohten friedlichen Riesen der Weltmeere kamen Jahrzehnte meist nur über Fotos und Filmbeiträge zu uns. So gab es die amerikanische Fernsehserie „Flipper“, die uns schon vor 45 Jahren das Leben mit Delfinen nahebrachte.



Unsere Sehnsucht nach diesen riesigen Säugetieren des Meeres führte uns bis nach Kanada an eine ganz besondere Stelle, in die Nähe der Mingan Islands.

Die Vorteile dieser besonderen, organisierten Reise mit einer Dauer von sieben Tagen liegen auf der Hand und lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Man nimmt Teil an Forschungsaktivitäten der Biologen von MICS (Mingan Island Cetacean Study) vor Ort. Dies verschafft einen guten Einblick in die qualifizierte Arbeit von Forschern mit jahrzehntelanger Erfahrung.
  • Die Wahrscheinlichkeit, auf Wale zu treffen, liegt bei fast 100 %.
  • Mit wendigen Zodiac-Booten geht es ganz nahe an die Wale heran.
  • Ein wunderschönes und noch unberührtes Naturgebiet Kanadas bietet die Kulisse für unser Abenteuer.
  • Die Reise findet auch statt bei Anmeldung nur einer einzigen Person. Für Alleinreisende gibt das die Sicherheit, dass das ersehnte Abenteuer in jedem Fall möglich ist.
Mingan-Archipelago-Nationalpark, Kanada (Bild: Michel Villeneuve, Wikimedia, CC)

Mingan-Archipelago-Nationalpark, Kanada (Bild: Michel Villeneuve, Wikimedia, CC)




Die Tierwelt vor Mingan Island



Das Seegebiet der Mingan Islands liegt 1´000 Kilometer nordöstlich von Montreal. Wir kamen an in Longue Pointe de Mingan. Dieser winzige Ort mit knapp über 500 Einwohnern liegt an der Nordküste von St. Lawrence. Hier hat die MICS ihre kleine Forschungsstation. Per Flugzeug über Montreal und dann mit Bus erreichten wir diesen wunderschönen Fleck Erde.

Die Forschungsstation ist zugleich auch ein kleines Museum mit vielen Details zum Thema Walarten und Zählergebnisse. Hier dokumentieren die Forscher ihre Erfahrung aus über 25 Jahren durch im wahrsten Sinne des Wortes „hautnahen“ Umgang mit Vertretern dieser beeindruckenden Gattung der Meeressäugetiere: Buckelwale, Blauwale, Finnwale und Delfine, aber auch Seerobben kommen hier bis auf wenige Kilometer bis an die Küste. Auch zahlreiche Seevogelarten sind hier heimisch und profitieren ebenfalls von den nahrungsreichen Strömen dieses Gewässers.

Longue Pointe de Mingan, Kanada (Bild: Cephas, Wikimedia, CC)

Longue Pointe de Mingan, Kanada (Bild: Cephas, Wikimedia, CC)

Das Besondere an dieser Reise ist die aktive Mitarbeit auf den Walforscherbooten und in der Landstation. Die Organisation hierfür übernehmen die Mitarbeiter der MICS an Bord und an Land. Auch für die Verpflegung wird gesorgt, man kann sich vor Ort auch entsprechend ausrüsten.



Die Unterbringung in Longue Pointe de Mingan ist unterschiedlich wählbar: Entweder bietet ein komfortables Motel für die Nächte ein eigenes Badezimmer, Telefon und TV. Eine andere Variante für die Übernachtung ist hier in einem Bed & Breakfast möglich. Dort wird man mit einem fantastischen Meerblick belohnt.

Uns wurde ab dem zweiten Tag dann die tägliche Arbeit mit den Walen nahegebracht. Es geht überwiegend um die Identifizierung der Grosssäugetiere durch genetische Probeentnahmen. So konnte man bisher 400 Tiere katalogisieren. Dies geschieht durch Entnahme von Haut und Fett durch eine spezielle Armbrustkonstruktion. Weitere Methoden und der Umgang mit den Zodiac-Booten wurden uns schnell beigebracht.

Doch an Land gibt es auch genug zu tun. Anhand aktueller Fotos und des Abgleichs mit Archivbildern konnten wir zur Zählung und Identifizierung individueller Tiere verschiedener Walgattungen beitragen.

Riesige Säugetieren des Meeres ganz nah (Bild: Kevstan, Wikimedia, CC)

Riesige Säugetieren des Meeres ganz nah (Bild: Kevstan, Wikimedia, CC)

Wie man sich optimal vorbereitet

Die hier vorgestellte Reise kann immer nur in der Zeit von Mitte Juni bis Mitte Oktober stattfinden. Es geht ja an die Nordküste von Quebec. Dort verläuft der 50. Breitengrad, wir befinden uns also auf der Höhe des Rhein-Main-Gebietes. Das Wetter ist vom für das Meer segensreichen Labradorstrom geprägt. Für die Temperatur bedeutet das aber, dass es auch in den Sommermonaten und ganz besonders abends und nachts empfindlich kühl werden kann.

Wir hatten Tage, an denen wir fast zehn Stunden, meist in zwei Etappen, auf See verbracht haben. Warme Kleidung ist daher sehr zu empfehlen, zum Darunterziehen auf jeden Fall spezielle Thermounterkleidung. Handschuhe, Schal und Mütze sind sowohl für die See- als auch die Landaktivitäten empfehlenswert. Einen speziellen Sicherheitsoverall für die Schiffseinsätze stellt die MICS zur Verfügung, seetaugliche Gummistiefel sind allerdings selber mitzubringen.

Wal im St. Lorenz Strom bei Tadoussac, Kanada (Bild: Hans Bernhard , Wikimedia, CC)

Wal im St. Lorenz Strom bei Tadoussac, Kanada (Bild: Hans Bernhard , Wikimedia, CC)

Auch bei Kälte ist ein ausreichender Sonnenschutz wichtig, gerade auch wegen der reflektierenden Wasseroberfläche: Sunblocker, Lippenschutz und Sonnenbrille dürfen also in der Ausrüstung für den interessierten Forschungshelfer nicht fehlen. Wer fotografieren und filmen möchte, was sich unbedingt lohnt, sollte für seine Ausrüstung an eine wasserfeste Tasche denken, in die auch ein Fernglas gehört.

Wer Medikamente einnimmt, sollte diese natürlich ebenso mitnehmen, zudem zur Sicherheit auch etwas gegen Seekrankheit. Auch wer sich sonst auf dem Wasser gut fühlt, sollte sich so auf die ungewöhnlichen Fahrten in den Zodiac-Booten einstellen. Sich durch Literatur und Recherche mit Walen zu beschäftigen, ebenso mit den Forschungsmethoden zur Katalogisierung und einfachen seemännischen Gepflogenheiten, ist sehr zu empfehlen.



 

Oberstes Bild: Wale beobachten vor der Küste Kanadas (© Barney Moss, Wikimedia, CC)

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