Zentralbahn in Hergiswil: Doppelspurausbau wird konkret

14.09.2016 |  Von  |  News, Schweiz
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Zentralbahn in Hergiswil: Doppelspurausbau wird konkret
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Wie ist der aktuelle Stand des Doppelspurausbaus zwischen Hergiswil Schlüssel und Matt? Darüber informierten die Nidwaldner Baudirektion, der Hergiswiler Gemeindepräsident und die Vertreter der Zentralbahn (zb) im Rahmen einer öffentlichen Informationsveranstaltung in Hergiswil.

Das Auflageprojekt, das bisher aufgrund von Einsprachen sistiert wurde, hat eine Überarbeitung erfahren. Die Finanzierung ist im Rahmen des Infrastrukturfonds des Bundes gesichert. Gegenwärtig wird das Bauprojekt erstellt. Ende 2016 soll das Plangenehmigungsverfahren für den Doppelspurabschnitt gestartet werden.

Im Sommer 2014 hatte der Regierungsrat nach einem aufwändigen Evaluationsprozess und in Absprache mit den Projektpartnern der Bestvariante für den Doppelspurtunnel in Hergiswil zugestimmt. Diese besteht aus zwei etappierbaren Abschnitten. Der erste Abschnitt umfasst die Strecke zwischen Hergiswil Schlüssel und Matt und der zweite Abschnitt verläuft von der Haltestelle Matt bis Hergiswil Dorf.


Haltestelle Matt (Bild: Doppelspurausbau Hergiswil)

Haltestelle Matt (Bild: Doppelspurausbau Hergiswil)


Für den ersten Abschnitt existiert ein Auflageprojekt, welches 2011 aufgrund von zahlreichen Einsprachen und der Ablehnung des Kantons Nidwalden und der Gemeinde Hergiswil sistiert worden ist. In der Zwischenzeit wurde das Auflageprojekt von der Zentralbahn grundlegend überarbeitet.

Im Herbst 2015 zeigte sich anlässlich eines Gesprächs zwischen dem zuständigen Bundesamt für Verkehr (BAV), dem Baudirektor, dem Gemeindepräsidenten von Hergiswil und der Zentralbahn, dass der Abschnitt Hergiswil Schlüssel bis Matt aus Sicht des Bundes trotz Mehrkosten aufgrund der Modifikation des Auflageprojektes finanzierbar sein dürfte.

Der Zeitpunkt für die Realisierung dieses ersten Abschnitts erwies sich als günstig. Damit rückte die Wiedereröffnung der Haltestelle Hergiswil Matt in den Vordergrund. Die Bevölkerung von Hergiswil wurde im Rahmen der Gemeindeversammlung vom 24. November 2015 über das weitere Vorgehen beim Bau des Doppelspurabschnitts Hergiswil Schlüssel-Matt informiert.


Feldbach (Bild: Doppelspurausbau Hergiswil)

Feldbach (Bild: Doppelspurausbau Hergiswil)


Erarbeitung eines Bauprojekts wird vorgenommen

Zwischen Hergiswil Matt und Schlüssel wurde das bisherige Auflageprojekt modifiziert, indem die Strecke auf dem heutigen Gleisniveau angelegt wird. Damit wurden die Vorbehalte der Einsprecher, welche sich gegen eine Höherlegung der Geleise gewehrt hatten, berücksichtigt. Bei der Querung von Feld- und Schluchenbach sind die Anforderungen an den Hochwasserschutz zu berücksichtigen.

Dies führt zu aufwendigeren Bauwerken bei den Bachquerungen. Die neue Linienführung wird gegenüber dem heutigen Zustand gestreckt. Dies ermöglicht eine Erhöhung der Fahrgeschwindigkeit, was eine wichtige Voraussetzung für künftige Angebotsausbauten und eine verbesserte Fahrplanstabilität bildet.

Zusätzlich wird durch die Streckung der Linienführung das so genannte Kurvenkreischen vermindert. Sowohl der Gemeinderat Hergiswil als auch der Regierungsrat Nidwalden stehen hinter dem modifizierten Auflageprojekt.


Bahnrain (Bild: Doppelspurausbau Hergiswil)

Bahnrain (Bild: Doppelspurausbau Hergiswil)


Als Grundlage für die Evaluation der Bestvariante im Jahr 2013 für den Doppelspurausbau der zb in Hergiswil wurden Vorprojekte für die einzelnen Varianten erarbeitet. Das Vorprojekt für das modifizierte Auflageprojekt zwischen Hergiswil Schlüssel und Matt wird gegenwärtig zu einem Bauprojekt weiterentwickelt. An der heutigen Informationsveranstaltung wurde der aktuelle Projektstand von den Vertretern der zb anhand von Plänen und Visulisierungen aufgezeigt und erläutert. Gemäss heutigem Projektierungsstand belaufen sich die Kosten für den Doppelspurabschnitt auf rund 43 Mio. Franken.

Bauherr der Doppelspur Hergiswil Schlüssel-Matt ist die zb. Die Baudirektion Nidwalden ist gegenüber dem Bund für die Projektorganisation und die Finanzierung der beteiligten Partner (Kantone Luzern, Obwalden und Nidwalden sowie Bund) verantwortlich. Der Doppelspurabschnitt ist eines der fünf Teilprojekte im Gesamtprojekt „Ausbauten auf zb-Strecken“, welches durch den Infrastrukturfonds des Bundes finanziert wird.

Bis auf den Doppelspurabschnitt in Hergiswil sind alle anderen Teilprojekte (Doppelspurausbau der zb unter der Allmend Lu-zern, Haltestelle Allmend Messe und Beschleunigungsmassnahmen) bereits realisiert.



Haltestelle Hergiswil Matt wiedereröffnet

Das Bauprojekt soll gegen Ende 2016 beim BAV eingereicht werden. Anschliessend wird das Auflageprojekt im Rahmen des ordentlichen Plangenehmigungsverfahrens (PGV) öffentlich aufgelegt. Es wird damit gerechnet, dass anfangs 2018 mit dem Bau des Doppelspurabschnitts begonnen werden kann. Die Inbetriebnahme des Doppelspurabschnitts ist für Dezember 2019 (Fahrplan 2020) vorgesehen. Zu diesem Zeitpunkt kann auch die neu behindertengerecht ausgestaltete Haltestelle Hergiswil Matt wieder in Betrieb genommen werden.

Damit wird der Dorfteil Matt wieder vollumfänglich von den S-Bahnen S4 und S5 der zb erschlossen. Der aktuell zirkulierende Bahnersatzbusbetrieb vom Bahnhof Hergiswil ins Gebiet Hergiswil Matt wird mit der Wiedereröffnung der Haltestelle Hergiswil Matt eingestellt.

Webseite zum „Doppelspurausbau Hergiswil“

Die Baudirektion Nidwalden hat für das Generationenprojekt „Doppelspurausbau Hergiswil“ eine Webseite erstellt und aufgeschaltet. Auf dieser Seite finden Interessierte viele Informationen zum Projekt, seiner Vorgeschichte, dem aufwendigen Evaluationsprozess sowie zur Bestvariante.

 

Artikel von: Kanton Nidwalden, Staatskanzlei
Artikelbild: © Doppelspurausbau Hergiswil

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