Der Panama-Kanal – vom Atlantik in den Pazifik

15.11.2014 |  Von  |  Alle Länder, Nordamerika
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Der Panama-Kanal – vom Atlantik in den Pazifik
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Wenn es im 20. Jahrhundert eine ingenieurtechnische Meisterleistung zu bewundern gab, dann war das neben dem Eiffelturm sicherlich die Fertigstellung des Panamakanals. Das grandiose Bauwerk ist ein architektonisches Weltwunder, das sich nicht nur wie der Eiffelturm schön anzuschauen ist. Im Gegensatz zum ökonomisch völlig nutzlosen Eiffelturm ist der Panama-Kanal eine einmalige künstliche Wasserstrasse von etwa 82 Kilometern Länge. Er erspart den Seefahrern eine unendliche lange und äusserst gefährliche Umfahrung des wilden Kap Horns ganz im Süden von Südamerika.

Der Kanal wurde an der Landenge Panamas strategisch geschickt genau dort gebaut, wo der mittelamerikanische Teil Amerikas die geringste Breite hat. Seit dem Jahr 1914 haben den Kanal Millionen von Schiffen aller Art und Grösse durchquert. Um die 15 000 sind es durchschnittlich pro Jahr. Sie haben die Möglichkeit, den Panamakanal ebenso zu durchqueren, ohne dabei auf einer grossen Kreuzfahrt dabei zu sein. In Panama selbst bieten Agenturen kleine Panamakanal-Kreuzfahrten an, die an den wichtigsten Highlights entlang dieser berühmten Wasserstrasse vorbeiführen.





Gaillard-Durchstich, Centennial Bridge (Bild: Zandcee, Wikimedia, CC)

Gaillard-Durchstich, Centennial Bridge (Bild: Zandcee, Wikimedia, CC)

Die Panamakanal Geschichte

Schon im Jahre 1516 kam der spanische Abenteurer Vasco Núñez de Balboa bei der Entdeckung des Istmus von Panama auf die Idee, wegen der geringen Breite des Landes an dieser Stelle den Atlantik mit dem Pazifik durch ein künstliche Wasserstrasse zu verbinden. Doch mangels fehlender technischer Möglichkeiten blieb es auf Jahrhunderte dabei, die Waren schnell über Land von einem Ozean zum anderen zu bringen. Später machten sich die Franzosen daran, die alte Idee des künstlichen Wasserweges zu realisieren. Die Sterne standen gut. Nur ein paar Jahre zuvor war es ihnen durch den Bau des Suezkanals gelungen, das Mittelmeer mit dem Roten Meer zu verbinden.



Der Bau des Panama Kanals gestaltete sich weitaus schwieriger als angenommen. Auf Grund unzureichender Kenntnisse der Region und der Tücken, zu denen auch die Malaria übertragenden Mücken in den gigantischen Sumpfgebieten gehörten, starben beim ersten Bauversuch von 1881 bis 1889 die Arbeiter wie die Fliegen. Unglaubliche 22 000 Arbeiter sollen insgesamt an Gelbfieber und Malaria elend zu Grunde gegangen sein. Erst mit Hilfe der US-Amerikaner, die kurzerhand den „unabhängigen“ Staat Panama schufen und Wache am Panamakanal hielten, wurde der Kanal tatsächlich fertiggestellt.





Präsident Theodore Roosevelt am Bau des Panamakanals am 15. November 1906  (Bild: Wikimedia)

Präsident Theodore Roosevelt am Bau des Panamakanals am 15. November 1906 (Bild: Wikimedia)

Reise durch den Panamakanal



Der Start durch den Kanal erfolgt meist in der am Atlantik gelegenen Stadt Colón, führt dann durch den aufgestauten Gatunsee bis nach Balboa an der Pazifikküste, das unweit der panamaischen Hauptstadt Panama City liegt. Die Fahrt dauert etwa zwölf Stunden. Sie durchqueren einen Landstrich, der einst zu den unberührtesten und wildesten der Region gehörte. Auch heute noch werden die Dschungelgebiete entlang des Kanals kaum betreten, gehören aber zu denen, die in Mittelamerika am besten erforscht wurden.





Mirasflores-Schleusen am Panamakanal (Bild: Elemaki, Wikimedia, CC)

Mirasflores-Schleusen am Panamakanal (Bild: Elemaki, Wikimedia, CC)

Sie fahren vorbei an verschiedenen Schleusen, wovon die Mirasflores-Schleusen die bekanntesten sind. Dort steht eine der seltenen Drehbrücken, die die recht mit der linken Seite verbindet. Aber auch unter der im Jahr 1962 gebauten Puente de las Américas mit einer Länge von 1654 Metern und einer Breite von 15 Metern fahren Sie hindurch. Beeindruckend ist der 343,81 Meter lange und 61 Meter hohe Stahlbogen, der die Brücke schon von Weitem sichtbar werden lässt. Eine weitere Brücke, die Sie auf Ihrer Fahrt durch den Kanal von unten sehen, ist die 2004 eröffnete Puente Centenario an der Pedro-Miguel-Schleuse. Kurz vor der Einfahrt in den Pazifik überwinden Sie das geografische Gefälle mit den Gatún-Schleusen, an denen eine weitere Brücke Nord mit Süd verbindet.

Mehr über die Geschichte und den Bau des Panamakanals erfahren Sie im kostenlosen Panama Canal Museum, im Spanischen „Museo del Canal Interoceánico de Panamá“ genannt, das im Jahre 1997 in der Hauptstadt Panama City eröffnet wurde.

 

Oberstes Bild: Panamakanal – britisches Schiff durchquert Mirasflores-Schleusen. (Maurice Marcellin, Wikimedia, CC)

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