Die Alhambra in Granada, Teil 2: Zwischen Monumentalität und Kalligraphie

10.12.2013 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Die Alhambra in Granada, Teil 2: Zwischen Monumentalität und Kalligraphie
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Wir sitzen in einem der berühmten Strassencafés von Granada. In der Höhe schimmern rötlich die Mauern der Alhambra. Egal ob bei Tag oder bei Nacht – dieses architektonische Meisterwerk beeindruckt ungeheuer. Was mich aber am meisten fasziniert hat, war die Tatsache, dass die riesige Anlage bei näherer Betrachtung immer interessanter und interessanter wird. Man hat hier Schwierigkeiten zweifacher Natur: zum Einen findet man nicht so leicht einen Platz zum Fotografieren, sodass das Ganze in ein Bild hineinpasst, und gleichzeitig ertappt man sich dabei, dass die Zeit einem davon läuft, und dass man nicht alles zu sehen schafft, weil man gerade eine Stunde lang vor einem kleinen durch filigrane Arbeit verzierten Fensterchen wie verzaubert stand.

Einerseits ist der Baukomplex einfach riesig: Die Burganlage hat die Länge von etwa 740 Metern und die Breite von 220 Metern, und das ohne den ihr im Osten vorliegenden Sommerpalast Generalife dazuzurechnen. Und andererseits ist die Alhambra ein Beispiel par excellence für die Liebe zum Detail – ein Glanzstück der Inneneinrichtung.



Dies ist ein Bericht über die Alhambra in Granada, Spanien  in zwei Teilen. Hier das Inhaltsverzeichnis:

1. Teil: Die Alhambra in Granada: Das verlorene Paradies der maurischen Könige

2. Teil: Die Alhambra in Granada:  Zwischen Monumentalität und Kalligraphie

Säulengang im Löwen-Hof (Bild: Javier Carro, Wikimedia, CC)

Säulengang im Löwen-Hof (Bild: Javier Carro, Wikimedia, CC)




Säulen, Keramik, Holzschnitzerei, Gips – die maurischen Künstler bedienten sich ganz einfacher Mittel, um praktisch jeden Zentimeter der Alhambra zu verzieren. Beinahe jede auch so kleine Fläche ist wenn nicht vergoldet, dann mit Farben bemalt, wenn nicht mit den in Holz geschnitzten Verzierungen, dann mit Motiven aus Gips ausgeschmückt. Die unendlichen kalligraphischen Inschriften von Gedichten und Versen aus dem Koran, Pflanzen- und Tiermotive oder einfach orientalische Ornamente fesseln den Blick und führen die Fantasie entlang der arabesken und mit unzähligen Schnörkeln verzierten Märchenpfade gefangen.

Im Grossen und Ganzen besteht die Alhambra aus vier Teilen: dem Palast der Generalife am östlichen Berghang ausserhalb des Komplexes, der Medina oder Palaststadt, den Palästen der Nasriden und der Alcazaba – der Zitadelle.

Die Alcazaba von Alhambra (Bild: Jebulon, Wikimedia, CC)

Die Alcazaba von Alhambra (Bild: Jebulon, Wikimedia, CC)

Die Alcazaba ist der eigentliche Verteidigungsbau, das Bollwerk der Alhambra, und das am nüchternsten gehaltene Bauwerk der gesamten Anlage und auch das älteste, denn die ersten Bauelemente der Alcazaba sind auf das 11. Jahrhundert datiert.

Im Saal der zwei Schwestern (Bild: Zeisterre, Wikimedia, CC)

Im Saal der zwei Schwestern (Bild: Zeisterre, Wikimedia, CC)




Das Herzstück der Alhambra bilden die Nasriden-Paläste – El Palacio de Comares und El Palacio de los Leones. Hier befand sich der Sitz des königlichen Hofs – administrative Einrichtungen, Empfangsräume und private Gemächer der Sultane und ihrer Familien. Im Saal Mexuar wurden besonders wichtige Gesandtschaften empfangen und über bedeutende Fälle Gericht gehalten. In seinem reich geschmückten Innenhof gibt es zwei Gänge: einer davon ist verhältnismässig einfach gestaltet und verbindet Mexuar und den Palast, und der andere ist viel breiter und reicher ausgeschmückt und führt sehr metaphorisch ins Nirgendwo. Es war so gebaut, um mögliche Angreifer oder Diebe zu verwirren, was auch heute mit manch einem Tourist funktioniert.

Im Thronsaal der Alhambra (Bild: © José Luiz Bernardes Ribeiro, Wikipedia, CC)

Im Thronsaal der Alhambra (Bild: © José Luiz Bernardes Ribeiro, Wikipedia, CC)




Im Comares-Turm befindet sich der Thronsaal – Sala de Embajadores, ein Raum, der voll poetischen und symbolischen Inhalts ist. Der Saal ist ein perfektes Quadrat – 11 Meter breit und lang und 18 Meter hoch. Jeder Zentimeter seiner Wände ist mit dekorativen Elementen versehen:  Poeme, Lobgesänge, Fragmente aus dem Koran, kunstvolle Ornamente aus Muschel-, Blumen- oder Sternenmotiven. Am beeindruckendsten ist die Decke des Saals: Sie hat eine kubische Form und stellt die sieben Himmel der islamischen Kultur dar, ein Himmel über dem anderen. Die Decke, aus Zedernholz gemacht, in dem insgesamt 105 Sterne geschnitzt sind, ist wahrscheinlich die beste Repräsentation des Universums aus der mittelalterlichen Zeit. Im Zentrum und über dem letzten Himmel, steht El Escabel – der Thron Allahs, der über alles herrscht. Der Saal ist mit der Symbolik des islamischen Weltbildes beladen, denn der Thron des Königs stand im Zentrum des Saals genau unter dem himmlischen Escabel.

Löwen-Brunnen im Löwenhof (Bild: Megalex, Wikipedia, CC)

Löwen-Brunnen im Löwenhof (Bild: Megalex, Wikipedia, CC)

Im Löwen-Hof – Patio de los Leones, genannt so, weil in seinem Zentrum ein Brunnen, getragen von zwölf steinernen Löwen, steht, lässt sich wahrscheinlich am bildhaftesten die islamische Idee vom Paradies begreifen. Der Hof ist von einer traumhaft schönen Galerie von 124 Kolumnen aus weissem Marmor umgeben. Im Zentrum befindet sich kleine Grünanlage und der berühmte Löwenbrunen mit des Dichters Inschrift darauf: „Selig ist das Auge, das diesen Garten der Schönheit sieht“. Von vier Sälen an jeder Seite des Hofes fliessen zum Brunnen vier Wasserbäche, welche die vier Flüsse des Paradieses symbolisieren.

Innenhof im Plast Karls des Fünften (Bild: Ra-smit, Wikimedia, CC)

Innenhof im Plast Karls des Fünften (Bild: Ra-smit, Wikimedia, CC)

Im Zentrum des Baukomplexes befindet sich der Palast des Karls des Fünften. Für den Bau wurde ein Teil der Nasriden-Paläste abgerissen, doch wurde der im Renaissance-Stil gebaute Palast nie fertig gestellt.

Dafür erfreut der Palast Generalife die Besucher auch heute durch die unberührte authentisch maurische Anmut. Generalife war Sommerpalast und Erholungsort der Sultane, wo sie genau wie heutige Besucher unter den viel gepflegten Pflanzen und Brunnen ein Stück Paradies auf der Erde zu finden schienen.



 

Oberstes Bild: Panoramasicht von Alhambra (Bild: Mihael Grmek, Wikimedia, CC)

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Über Natalia Muler

Ich schreibe, seit ich schreiben kann, und reise, seit ich den Reisepass besitze. Momentan lebe ich im sonnigen Spanien und arbeite in der Modebranche, was auch oft mit Reisen verbunden ist, worüber ich dann gerne auf den Portalen von belmedia.ch berichte. Der christliche Glaube ist das Fundament meines Lebens; harmonisches Familienleben, Kindererziehung, gute Freundschaften und Naturverbundenheit sind meine grössten Prioritäten; Reisen und fremde Kulturen erleben meine Leidenschaft; Backen und Naturkosmetik meine Hobbys und immer 5 Minuten zu spät kommen meine Schwäche.




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