Reise in die Toskana, Teil 2: My name is Lucca – ein Mittelalterstädtchen stellt sich vor

08.03.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Reise in die Toskana, Teil 2: My name is Lucca – ein Mittelalterstädtchen stellt sich vor
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Nach meinem Besuch des David in Florenz ging es weiter ins knapp 80 Kilometer entfernte Lucca, eine kleine mittelalterliche Stadt die man bei einem Besuch in der Toskana einfach gesehen haben muss. Die wunderschöne Altstadt hat viel zu bieten, neben zahlreichen wirklich sehenswerten Gebäuden vor allem nette Tavernen und kleine Bars, die mit regionalen Köstlichkeiten locken.

Lucca ist Provinz und Hauptstadt zugleich

Geographisch gesehen liegt Lucca knapp 20 Kilometer im Landesinneren, und zwar im Tal des Serchio. Die Stadt selbst hat knapp 80’000 Einwohner, wobei diese auch gleichzeitig das Verwaltungszentrum und die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz ist. Die Geschichte reicht bis ins dritte Jahrhundert zurück, als nachweislich die Stadt von den Etruskern gegründet wurde.

So richtig aufgeblüht ist Lucca dann Ende des 18. Jahrhunderts, als es zum zweitgrössten Stadtstaat in Italien aufstieg. Dies alles wusste mein Reiseführer und ich muss sagen, als ich die imposanten Stadtmauern sah, die mehr als vier Kilometer lang sind und aus dem 16. und 17. Jahrhundert stammen, der Eindruck täuschte nicht. An allen Ecken und Enden der inzwischen florierenden Stadt begegnete mir die Geschichte. Auch die Stadtmauer ist zwar imposant, doch durch einen speziell angelegten Grünwall hat sie einen gewissen Reiz erhalten, den man einfach in Form eines Spazierganges geniessen muss. Mich erwartete in der untergehenden Sonne ein romantisches Farbenspiel zwischen herrlich grüner Landschaft in der Umgebung, während die bunten Häuser in der Altstadt fast im Sonnenlicht glänzten. In der gesamten Altstadt beeindruckt der gut erhaltene römische Strassenverlauf, der einen zu allen wichtigen Plätzen und Sehenswürdigkeiten bringt.

Piazza dell'Anfiteatro in Lucca (Bild: Andi Ma  / pixelio.de)

Piazza dell’Anfiteatro in Lucca (Bild: Andi Ma / pixelio.de)

Zentrum der Altstadt ist christlich dominiert



Der Duomo San Martino, die Kathedrale San Martino also, stammt aus dem späten 12. Jahrhundert und bildet das Zentrum der Altstadt von Lucca. Gleich beim ersten Anblick besticht der 70 Meter hohe Glockenturm und die wunderschöne Fassade, die aus dem 13. Jahrhundert stammt und von Guidetto da Como gestaltet wurde. Auch ein Blick in das Innere lohnte sich, denn das Kruzifix Volto Santo ist nicht nur ganzjährig zu bestaunen, sondern bildet auch jedes Jahr im September den Ausgangspunkt für eine prachtvolle Prozession. Zudem faszinierten mich die zahlreichen wunderschönen Altarbilder von Passignano, Tintoretto und Zuccari.



Auch eine zweite Kirche darf bei einem Besuch von Lucca nicht fehlen, also machte ich mich auf, die Chiesa San Giovanni zu besuchen. Dort ist vor allem das Grabmal der Mathilde von Tuszien zu bestaunen. Am Marktplatz schliesslich finde ich noch die Kirche San Michele in Foro, wobei mich die grosse Anzahl von Säulen beeindruckt. Sie gilt als eines der schönsten Bauwerke toskanischen Stils und ist herrlich dekoriert.

Duomo di San Martino in Lucca (Bild: jimmyweee, Wikimedia, CC)

Duomo di San Martino in Lucca (Bild: jimmyweee, Wikimedia, CC)

Am besten zu Fuss unterwegs



Auch wenn ich mir für die Toskana-Reise einen Mietwagen organisiert habe, muss ich feststellen, dass ich in Lucca besser zu Fuss unterwegs bin. Die pittoreske Altstadt und die herrlichen Plätze, Piazza Napoleone, San Michele und dell’Anfiteatro sind alle einen Besuch wert. Auch die Palazzi sind einen Abstecher wert, vor allem weil sie mit teilweise wunderschönen Gartenanlagen ausgestattet sind, in denen man kurz verweilen und entspannen kann. Auf der Via Fullungo finde ich zahlreiche Geschäfte und Boutiquen mit schicker italienischer Mode, wobei klar ist, dass ich nicht widerstehen kann, mir ein paar elegante Schuhe „Made in Italy“ zu kaufen.

Dann aber widme ich mich wieder der echten Kunst und besuche die Kunstsammlung im Museo Nazionale di Villa Guinigi. Allein die Villa selbst, in der Werke wie Statuen, Mosaike und Schmuck aus den unterschiedlichsten Epochen ausgestellt sind, ist schon sehenswert. Es handelt sich nämlich um eine alte Patriziervilla, die herrlich gepflegt und imposant dasteht.

Gartenanlage vom Palazzo Pfanner in Lucca (Bild: Daderot, Wikimedia, CC)

Gartenanlage vom Palazzo Pfanner in Lucca (Bild: Daderot, Wikimedia, CC)

Promeniermeile mit der Kutsche entdecken

Nach dem Kunstgenuss gerate ich in eine Zwickmühle, denn eigentlich möchte ich mir den Blick von der Stadtmauer auf das Hinterland, den Apennin, nicht entgehen lassen. Doch ich bin etwas müde und suche nach einer Alternative zum Fussmarsch. Da sehe ich die Gelegenheit, die Stadtmauer, durch deren 6 Tore man insgesamt Lucca betreten kann, mit einer Pferdekutsche zu befahren. Auch wenn ich damit nicht die ganze Länge bestaunen kann, besteige ich die Kutsche und lasse mich von zwei friedlichen, nett anzusehenden Gäulen ziehen.



Das Fundament der Schutzmauer und heutigen Promeniermeile ist 12 Meter hoch und knapp 4 Kilometer lang. Ursprünglich war sie mit 126 Kanonen ausgestattet, um die Menschen zur Zeit der Römer vor Eindringlingen zu schützen. Dass der Mauerring heute so gepflegt ist, ist einer Frau aus dem Hause Bourbon zu verdanken, Herzogin Maria Luisa von Bourbon, veranlasste eine grossflächige Bepflanzung mit inzwischen prächtigen Bäumen.

Promeniermeile - La passeggiata delle mura in Lucca (Bild: Tango7174, Wikimedia, CC)

Promeniermeile – La passeggiata delle mura in Lucca (Bild: Tango7174, Wikimedia, CC)




Sommer der Festivals

Wer im Sommer nach Lucca kommt, der sollte sich das traditionelle Pop- und Jazzfestival nicht entgehen lassen. Dieses wird mitten in der Altstadt ausgetragen und lockt immerhin Grössen des Popbusiness wie etwa Elton John oder Craig David an. Wer eher auf witzige gezeichnete Figuren achtet, der sollte einen Abstecher auf die berühmte Comicmesse machen, die seit mehr als 40 Jahren hier in Lucca veranstaltet wird.

 

Oberstes Bild: Herbst in Lucca (Bild: Jscarreiro, Wikimedia)

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