10 essentielle Tipps für Ihre Chinareise

18.01.2014 |  Von  |  Alle Länder, Asien

Geschätzte Lesezeit: 10 Minuten

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10 essentielle Tipps für Ihre Chinareise
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Reisen in Länder deren Sprache man nicht spricht ist zweifelsohne eine Herausforderung. Wenn erschwerend hinzukommt, dass man selbst die Schriftzeichen nicht versteht, kommen selbst hart gesonnene Reisefans ins Schwitzen. 

Eine solche Erfahrung macht jeder, der zum ersten Mal China bereist. Während einem vierwöchigen Geschäftsaufenthalt in der Metropolregion Shanghai ging es mir genauso. Entstanden ist eine Sammlung von 10 praxisnahen Tipps für die erste Zeit in China.



1. Ich packe meinen Koffer und nehme mit: mein Smartphone

Bei nahezu jeder Fernreise überlege ich, ob ich mein geliebtes iPhone nicht lieber daheim lassen und stattdessen mein altes Nokia-Ersatzhandy mitnehmen soll. Zu hoch könnte doch die Gefahr eines Diebstahls sein. Einen bezahlbaren Internetvertrag für das Ausland habe ich schliesslich auch nicht.  Allen rationalen Gründen zum Trotz nahm ich mein Smartphone mit, was sich an vielen Stellen als glückliche Entscheidung herausstellen sollte.

2. Lokale SIM-Karte lohnt sich



Hat man den ersten Tipp befolgt, sollte man sich möglichst schnell eine lokale SIM-Karte kaufen. Diese amortisiert sich bereits am ersten Tag, glauben Sie mir! Ich habe meine direkt im Shanghaier Flughafen erstanden. Obwohl mir die Verkaufsstände etwas dubios vorkamen, glaubte ich mit einer Prepaid-Karte ohne Registrierung der persönlichen Daten nicht viel falsch machen zu können. Meine persönliche Empfehlung ist der Anbieter China Mobile, da man eine relativ gute und flächendeckende Netzabdeckung mit 3G bekommt. Für 200 RMB (umgerechnet ca. 30 CHF) kaufte ich mir eine Prepaidkarte, die sofort vor Ort auf das Nano-SIM Format zurechtgestanzt wurde. Kleiner Tipp am Rande: Nehmen Sie sich ruhig fünf weitere Minuten Zeit, um Ihr Handy direkt vor Ort auszuprobieren. Anfänglich funktionierte mein Internet nicht. Nach einer Sprachumstellung  meines iPhones auf Englisch, einigen Trial-and-Error Versuchen des Verkäufers mein Handy zu konfigurieren und schliesslich einem klärenden Telefonat des Verkäufers mit der Servicehotline, auf Chinesisch versteht sich, wurde mein Handy korrekt konfiguriert und ich konnte loslegen.

Ich nutzte mein Handy ununterbrochen sowohl für private als auch für geschäftliche Zwecke (vorwiegend Emails). Erst nach 3 Wochen, unzähligen Telefonaten und Emails war das Guthaben aufgebraucht. Auflademöglichkeiten finden sich übrigens in nahezu jedem Kiosk, wo bequem per Kreditkarte ein Voucher gekauft werden kann.

3. Essen bestellen, nichts schwieriger als das

Essen in China ist ein besonderes Thema für sich. Erwähnenswert sind an dieser Stelle der eigentliche Bestellvorgang und die chinesische Esskultur.

In den Zentren grosser Städte wie Shanghai ist auf den Menükarten häufig noch auf Englisch angedeutet, was einen erwartet. Sollte man sich aber etwas zu weit von den Touristenzentren entfernen oder durch puren Zufall in ein Lokal geraten, wo keine englische Menükarte vorzufinden ist, trifft einen die chinesische Sprache in voller Härte. Um nicht per russischem Roulette eine Hühnerfuss-Suppe oder Tausendjährige Eier zu bestellen, hilfen nur ein chinesisch-sprechender Kollege oder eine Übersetzungs-App auf dem Smartphone. Bei den App-Lösungen gibt es sehr komfortable Lösungen, z.B. mit augmented-reality Übersetzung. Dabei werden auf dem Display alle möglichen Wortbedeutungen des gerade in der Kamera erfassten Schriftsymbols angezeigt. Solche Apps sind meist etwas kostspielig. In den meisten Fällen reicht eine Standard-Übersetzungs-App aus.

Eine Umstellung erfordert die Esskultur, vor allem wenn man in Gruppen mit mehr als 2 Personen isst. Die Chinesen leben das „share your dish“ Prinzip, d.h. alle bestellten Mahlzeiten (dishes) werden in Schälchen in der Tischmitte serviert und alle bedienen sich davon. Praktischer Tipp dabei ist, dass die Anzahl der dishes ruhig geringer sein darf, als die Personenzahl. Häufig reichten uns bei einer Mittagsmahlzeit mit 6 Personen 4 dishes  und eine Standardbeilage (meist Reis) vollkommen aus, um satt zu werden (natürlich abhängig vom Hunger).

4. Suche nach Unterkünften

Auch in China erfolgt die Suche  nach Unterkünften überwiegend im Internet. Ein gängiges Portal für Unterkünfte in China ist Ctrip (www.ctrip.com). Hier können günstige Unterkünfte gesucht und direkt gebucht werden. Da viele Beschreibungstexte nicht übersetzt werden empfiehlt sich die Nutzung des Internet Browsers Google Chrome und dem integrierten Übersetzungsassistenten. Dieser übersetzt zwar meist wörtlich, aber immerhin kann man erahnen was gemeint ist.

5. Wahl des richtigen Fortbewegungsmittels

Grundsätzlich sind alle Fortbewegungsmittel in China für unsere Begriffe als günstig zu bezeichnen. Die richtige Wahl sollte daher mit Bedacht auf die eigenen Umstände erfolgen.

Busfahrten sind  zwar ultimativ günstig, aus meiner Sicht allerdings aus vielerlei Gründen zu meiden. Die gravierendsten sind das schwer nachvollziehbare Busnetz sowie die Tatsache, dass die Busse meist wahnsinnig überfüllt sind (in 4 Wochen bin ich nur ein einziges Mal Bus gefahren).

Auch Taxifahrten sind relativ günstig und stellen in vielen Fällen eine gute Alternative zur U-Bahn dar. Bei der Fahrt mit der U-Bahn sollte man je nach Uhrzeit bedenken, dass diese brechend voll sein kann. Je nach mitgeführtem Gepäck und Uhrzeit ist daher das Taxi vorzuziehen.

Taxifahrten sind in China eine Kunst für sich - bereiten Sie sich vor! (Bild: Fotolia.de)

Taxifahrten sind in China eine Kunst für sich – bereiten Sie sich vor! (Bild: Fotolia.de)

6. Taxifahrten

Im Taxi ist es wie überall in China: mit Englisch kommt man nicht weit. Während meinem Aufenthalt habe ich zwei wertvolle Dinge für die Fahrten mit dem Taxi gelernt.

  • Adresse gut lesbar auf einem Blatt Papier dabei haben
    Auf möglichst grosse Schrift achten. Viele Taxifahrer haben sehr schlechte Augen und haben bereits beim Ablesen von einer Visitenkarte Probleme.
  • GoogleMaps
    Erneut machte es sich bezahlt das Smartphone dabei zu haben. Ich setzte mir Lesezeichen für meine häufig anvisierten Ziele (Wohnung, Arbeitsplatz, Fitnessstudio, etc.). Im Taxi eingestiegen reichte es die Navigationsfunktion zu starten und man kam sicher und ohne Umwege ans Ziel.

7. Zugfahren



Die Zugverbindungen in China sind ausgesprochen gut ausgebaut und ebenfalls sehr günstig. Zu beachten ist, dass es kurzfristig oft nicht möglich ist eine Zugfahrkarte zu kaufen, da viele Verbindungen regelmässig ausgebucht sind. Aus diesem Grund muss das Ticket meist vorbestellt werden. Zugverbindungen und Fahrpläne der chinesischen Eisenbahn findet man online, auf Webseiten wie www.huochepiao.com, vorausgesetzt man kann chinesisch lesen und schreiben. Möchte man die Zugfahrkarte nicht online kaufen, kann dies direkt am Bahnhof erledigt werden.

Bahnfahren in China sind nicht nur ausgesprochen günstig, sondern eine konkurrenzlose Möglichkeit, um Land und Leute kennenzulernen. Während der Zugfahrt kann es munter zugehen: Während ein Fahrgast Sonnenblumenkerne knabbert, packt der nächste sein ganzes Mittagessen aus und isst genüsslich Hühnerfüsse oder frittierte Fischchen. Wieder andere schlafen laut schnarchend oder spielen mit voller Lautstärke auf ihrem Smartphone. Gute Fahrt!

8. Kleidung: Traue keinem Schnäppchen

Dass Chinesen gerne „kopieren“ ist allseits bekannt. Diese Fälschungen werden vielerorts vertrieben und sind den Originalen häufig zum Verwechseln ähnlich. Eine traurige Erfahrung machte ich in einem Outlet-Store in Shanghai. Dort wurde mir versichert, dass man einen Laden mit Originalartikeln daran erkennt, dass ausschliesslich an der Kasse und nicht beim Verkäufer direkt bezahlt wird. Nun ja, ich wurde eines besseren belehrt. Meine North Face Jacke, die ich für umgerechnet rund 60 CHF erstand, erwies sich nach kurzer Nutzung als Fälschung. Obwohl alle Logos, Nähte und Reissverschlüsse sehr hochwertig verarbeitet waren, war der Stoff überhaupt nicht atmungsaktiv und die Jacke war bei Regen schnell durchnässt.

Originale haben auch in China Ihren Preis, trauen Sie deshalb nicht dem vermeintlichen Super-Schnäppchen.

9.  Technikkäufe



An zahlreichen Orten werden Technikprodukte angeboten. Auch hier handelt es sich überwiegend um Fälschungen. Ist man dennoch versucht etwas zu kaufen, sind folgende Punkte zu beachten:

  • Ausprobieren
    Grundsätzlich alles ausprobieren. Wenn der Verkäufer protestiert, zeugt das von minderwertiger Ware. Keine Vorführung von irgendeinem Teil dulden, sondern das tatsächlich zu kaufende Teil testen.
  • Verhandeln
    Die zunächst genannten Preise sind meist utopisch hoch. Nicht selten sind Preise im Bereich von 20% des Erstgenannten möglich.
  • Markenartikel sind geschützt
    Die Einfuhr gefälschter Markenartikel für den Privatgebrauch in die Schweiz ist seit 2008 laut Patentrecht verboten, sieht aber keine Strafen vor. Bei einer Kontrolle werden die Fälschungen vom Zoll beschlagnahmt.

Ich persönlich habe mich lediglich nach Zubehörteilen umgeschaut. Ein iPhone-Ladekabel für 2 CHF statt für 20 CHF lädt auch. Bei den meisten anderen Geräten hatte man das berechtigte Gefühl, dass zwar die Hülle hingebungsvoll kopiert wurde, aber das die Qualität des Gerätes selbst den günstigen Preis nicht Wert ist.

10. Nase putzen ist unhöflich

Zu guter Letzt, ein eher ironisch gemeinter Hinweis. Während meines China-Aufenthaltes hatte mich eine fiese Erkältung erwischt, sodass ich nahezu die gesamte Zeit mit Taschentüchern bewaffnet war. Irgendwann fiel mir auf, dass mich die Chinesen beim Schnäuzen ins Taschentuch ganz komisch, fast schon angewidert ansahen. Ich beobachtete das eine Weile und fragte schliesslich einen Kollegen. Dieser teilte mir dann mit, dass es für Chinesen kaum etwas Schlimmeres gibt, als wenn Ausländer laut ihre Nase putzen. Niemand, selbst von meinen Kollegen, hatte mich darauf hingewiesen. Möchten Sie sich also nicht unbeliebt machen, so tupfen Sie Ihre Nase bitte nur ab. Am besten dreht man sich um und erledigt die Angelegenheit leise.



Ein absurder und aberwitziger Punkt, denn die Chinesen versuchen seit Jahren das öffentliche Spucken auf die Strasse zu unterbinden – ohne Erfolg. In öffentlichen Toiletten wird auf der Schüssel geraucht und laut Handy gespielt, anschliessendes Händewaschen optional. In öffentlichen Plätzen zeigen Kinder mit dem Finger auf einen und wildfremde Leute bitten um ein gemeinsames Foto.

China, ein riesiges Land mit anderen Kulturen und Sitten. Ein spannendes Land, in dem es viel zu erleben und zu entdecken gibt. Ich wünsche Ihnen viel Spass für Ihre ganz persönliche Chinareise und hoffe Ihnen den ein oder anderen praktischen Tipp gegeben zu haben.



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