Auf den Spuren der Maya in Tikal

05.12.2013 |  Von  |  Südamerika
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Auf den Spuren der Maya in Tikal
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Im Norden Guatemalas, mitten in den endlosen Dschungelgebieten des Departments Petén, liegt eine der prunkvollsten Städte aus den Hochzeiten der Maya. Mit ihren imposanten Stufenpyramiden und Tempeln zeugt die alte Mayastadt Tikal vom vergangenen Glanz eines Volkes, dessen Gesichter, Geschichten und Mythen in Guatemala bis heute allgegenwärtig sind.

Rund zweitausend Jahre reichen die Ursprünge von Tikal zurück, und beim Gang über die alten Prachtstrassen, vorbei an prunkvollen Palasttempeln und über symbolische Plätze scheint der Glanz dieses alten Volkes wieder zum Leben zu erwachen. Die eigentliche Stadt von Tikal nahm ab dem 2. Jahrhundert unserer Zeitrechnung Gestalt an und entwickelte sich schnell zu einem der mächtigsten Orte der Region, dessen Herrscher benachbarte Staaten unterwarfen und sich selbst in filigran gearbeiteten Stelen verewigten.



Im Gegensatz zu anderen Ruinenstädten in Mittelamerika verdankt Tikal einen wesentlichen Teil seiner Faszination der einzigartigen Lage inmitten des allgegenwärtigen Urwaldes. Halb überwucherte Tempel und Stelen ragen vielerorts aus dem Dickicht hervor, während andere noch darauf warten, freigelegt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht zu werden. Auf den verschlungenen Pfaden zwischen den einzelnen Anlagen haben Besucher immer wieder das Gefühl, ganz allein in eine urzeitliche Landschaft versetzt worden zu sein. Allein, abgesehen von den stimmkräftigen Affen, die den Touristen auf der Jagd nach Essbarem von Baum zu Baum folgen.

Der Grosse Platz von Tikal, die Nordakropolis und Tempel I. (Urheber: Shark / Wiki / Lizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en" target="_blank">CC)</a>

Der Grosse Platz von Tikal, die Nordakropolis und Tempel I. (Urheber: Shark / Wiki / Lizenz: CC)

Tikal auf einen Blick

Der heutige Komplex von Tikal umfasst auf einer Fläche von rund 16 km² fast 10.000 Einzelgebäude, viele davon noch unerforscht. Das Zentrum mit den grossen Stufentempeln erstreckt sich rund um den Grossen Platz. Hier stehen sich die Tempelanlagen I und II gegenüber, die auch als Tempel des Grossen Jaguars und Tempel der Masken bekannt sind. Die beiden Tempel mit Höhen von 47 m und 38 m können über steile Treppengänge bestiegen werden, ebenso wie der Tempel IV, der höchste und eindrucksvollste der grossen Pyramidentempel.



Hoch über den Baumwipfeln bietet sich den Besuchern vom Tempel IV aus eine atemberaubende Aussicht, die voll und ganz für den anstrengenden Aufstieg entschädigt. Der Stufentempel zählte einst zu den höchsten Bauwerken des gesamten Mayareichs und wurde dem 27. Herrscher von Tikal als Denkmal errichtet. Archäologen vermuten das Grab des Yik’in Chan K’awiil nach wie vor unter den Grundmauern des 64 m hohen Tempels, für dessen Bau 191.139 m² Stein verwendet wurden.





Tempel IV, Tikal. (Urheber: Elelicht / Wiki / Lizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target="_blank">CC</a>)

Tempel IV, Tikal. (Urheber: Elelicht / Wiki / Lizenz: CC)

Rund um den Grossen Platz geben zwischen Urwald und Tempelanlagen noch weitere Nebenplätze Aufschluss über Kultur und Traditionen der alten Maya. Die Ballspielplätze von Tikal dienten ebenso wie in anderen mittelamerikanischen Ruinenstädten nicht nur der Belustigung; das traditionelle Ballspiel der Maya, Azteken und weiterer mesoamerikanischer Völker nahm vielmehr in vorkolonialer Zeit eine wichtige spirituelle Rolle ein und wurde nach festen, symbolbehafteten Regeln durchgeführt. Der zentrale Platz von Tikal mit dem Ballspielplatz, der Zentral- und der Nordakropolis verkörperte vermutlich das gesamte Weltbild der Maya mit dem Himmel im Norden und der Unterwelt im Süden.

Die Ruinenstadt Tikal ist für Besucher täglich ab sechs Uhr geöffnet; die Anfahrt mit den öffentlichen Shuttle-Bussen ist sowohl vom 60 km entfernten Flores als auch von weiteren Orten in der Region möglich. Der Nationalpark Tikal zählt bereits seit 1979 zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Tikal Nationalpark, Ort wurde für "Star Wars" verwendet. (Urheber: The Lilac Breasted Roller / <a href="http://www.flickr.com/photos/26616866@N00/67629182/" target="_blank">flickr.com</a> / Lizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de" target="_blank">CC</a>)

Tikal Nationalpark, Ort wurde für „Star Wars“ verwendet. (Urheber: The Lilac Breasted Roller / flickr.com / Lizenz: CC)

Mehr als Tikal: unterwegs im Petén

Wenngleich die Mayastadt Tikal das unbestrittene Herzstück des Departments Petén ist, hat die Region für Besucher noch viele weitere, mehr oder weniger versteckte Schätze zu bieten. Insgesamt sind im Petén über 200 archäologische Stätten erforscht, darunter Yaxha in 30 km Entfernung von Tikal am gleichnamigen See Yaxha. Die alte Mayastätte zählt mit ihrem Königspalast, den Ballspielplätzen und zwei Zwillingspyramiden zu den bedeutendsten Städten der klassischen Mayaperiode und ist dennoch bis heute ein Geheimtipp geblieben, was sich im Vergleich zu Tikal auch am deutlich geringeren Besucheraufkommen zeigt.

Ausgangspunkt für den Ausflug zum Nationalpark Tikal ist für die meisten Touristen die Stadt Flores nordöstlich der Ruinen. Die Hauptstadt des Petén bezaubert mit ihrer einzigartigen Lage auf einer Insel im Petén-Itzá-See, einer der grössten Seen Guatemalas. Mit dem Festland und den Nachbarstädten Santa Elena und San Benito ist die 20.000-Einwohner-Stadt ausschliesslich über einen aufgeschütteten Damm verbunden und weist eine dementsprechend beschauliche Atmosphäre auf, die sich Flores trotz seiner Bedeutung als Touristenziel bewahrt hat.





See Petén Itzá, Petén. (Urheber: Fernando Reyes Palencia / <a href="http://www.flickr.com/photos/fernandoreyes/2938293678 " target="_blank">flickr.com</a> / Lizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/deed.de" target="_blank">CC</a>)

See Petén Itzá, Petén. (Urheber: Fernando Reyes Palencia / flickr.com / Lizenz: CC)

Das Department Petén dient ebenfalls als Ausgangspunkt für Ausflüge ins Nachbarland Belize, das sowohl von Flores als auch von Tikal aus in wenig mehr als einer Fahrtstunde zu erreichen ist. Belize ist das einzige Land in Mittelamerika, in dem Spanisch nicht die offizielle Landessprache ist. Die ehemalige britische Kolonie Britisch-Honduras ist als englischsprachiger Staat geprägt von einem großen afrikanischstämmigen Bevölkerungsanteil, dem Belize eine in Mittelamerika einzigartige Kultur zu verdanken hat.

Nur eine guatemaltekische Stadt ähnelt in kultureller Hinsicht eher dem Nachbarland Belize als anderen Teilen Guatemalas: Livingston, eine karibisch anmutende Küstenstadt rund 250 km südöstlich von Tikal. Der Küstenort im Department Izabal zeichnet sich durch eine aussergewöhnlichen kulturelle Mischung aus und wird insbesondere durch die Garifunas geprägt, die einzige afrokaribische Volksgruppe des Landes.



 

Oberstes Bild: Tikal, Guatemala – © milosk50 – Fotolia.com

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