Die Prinzeninseln vor Istanbul – keine Autos, keine Hektik

23.10.2014 |  Von  |  Alle Länder, Naher Osten
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Knappe 45 Minuten vom Festland Istanbuls entfernt liegen die Prinzeninseln im Marmarameer, von den Einheimischen meist nur „die Inseln“ (Adalar) genannt. Die Inselgruppe umfasst vier bewohnte und fünf unbewohnte Inseln und wird sowohl von internationalen als auch von lokalen Touristen gerne als Ausflugsziel genutzt.

Hier kann man nicht nur wandern, schwimmen und verdammt gut essen, sondern auch in Pferdekutschen die bewohnten Inseln erkunden – denn Autos sind hier tabu!



Wo die Prinzen Hausarrest hatten

Wenn im Byzantinischen Reich ein Herrscher an die Macht kam, war eine seiner ersten Amtshandlungen zumeist, seine jüngeren Brüder auf die Inseln, die nur ein paar Kilometer entfernt von der asiatischen Seite Istanbuls liegen, zu verbannen. So sicherte er, dass es zu keinem Machtumsturz kommen konnte. Später siedelten sich auf den Inseln nicht nur Mönche an, sondern auch viele Armenier und Griechen. Besonders die Anwesenheit der Armenier kann man heute noch an den zahlreichen Kirchenbauten erkennen, wo auch heute noch Taufen vorgenommen werden.

Villenviertel auf Kınalıada (Bild: Darwinek, Wikimedia, CC)

Villenviertel auf Kınalıada (Bild: Darwinek, Wikimedia, CC)

Die vier bewohnten Inseln



Die grösste Insel „Büyükada“ ist gleichzeitig auch die mit den meisten Touristenattraktionen und damit natürlich auch die meistfrequentierte Insel. Hier findet man nicht nur zahlreiche Restaurants, sondern auch Pensionen, Hotels und kleine Tavernen, wo man abends Live-Musik hören kann. Die Hagios-Giorgios-Kirche (Aya Yorgi) gilt als besonders sehenswert.



Auf Büyükada gibt es zahlreiche imposante Sommervillen, die viele Einheimische nutzen, um der Hitze und der Hektik Istanbuls im Sommer zu entgehen. Es gibt sogar einige Pendler, die täglich zwischen Istanbul und den Prinzeninseln hin- und herfahren.

Auch die anderen drei bewohnten Inseln Heybeliada, Burgaz und Kinaliada haben in den letzten Jahren zahlreiche neue Attraktionen hinzugewonnen. Hier kann man in versteckten Buchten in exklusiven Beach-Clubs entspannen und das klare Wasser geniessen oder auf Inlineskates die Insel umrunden.

Wie kommt man hin?

Um die Inseln zu erreichen, muss man entweder von der europäischen Seite am Fähranleger Kabatas oder auf der asiatischen Seite von den Fähranlegern in Kadiköy, Maltepe oder Bostanci fahren. Die Fähren verkehren in den Sommermonaten meist im Stundentakt, und das bis nach Mitternacht. Im Winter können Fährfahrten aufgrund des unbeständigen Wetters öfter einmal ausfallen.

Wer es exklusiver (aber dafür auch um einiges teurer) mag, kann eine Tour auf einem Privatboot buchen, welche den ganzen Tag dauert. Der Vorteil einer solchen Privattour ist nicht nur die Bequemlichkeit, sondern dass man auch an den schönsten Buchten der unbewohnten Inseln ankern und so einen ganzen Strand nur für sich haben kann.



 

Oberstes Bild: Hafen von Burgazada, Istanbul (Barış Tarim, Wikimedia)

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