Fernando de Noronha – Brasiliens schönste Insel

14.06.2016 |  Von  |  Alle Länder, Südamerika
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Fernando de Noronha – Brasiliens schönste Insel
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Ökoparadies, Smaragdinsel oder Brasiliens schönstes Eiland; das Archipel Fernando de Noronha in Brasilien hat viele Beinamen, und doch wird ihm keiner wirklich gerecht. Fernando de Noronha ist im wahrsten Sinne des Wortes noch ein echtes Inselparadies, auf dem Sie aber nicht unbedingt ein einsames Robinson-Crusoe-Dasein führen können. Dafür liegt es dann doch nicht weit genug vom Festland entfernt. Dennoch werden Sie auf kaum frequentierte Strände mit kristallklaren atlantischen Gewässern treffen, in denen Sie ein artenreiches maritimes Leben entdecken.

Einen teuren Tauchgang müssen Sie nicht buchen, um diese herrliche Unterwasserwelt zu entdecken. Es genügt, die Taucherbrille aufzusetzen und an einigen Stellen einfach den Kopf unter Wasser zu halten, und schon sind Sie mittendrin in der farbenprächtigen Flora und Fauna. Erleben Sie fernab der grossen Touristenströme Brasiliens eine Inselwelt, die sich seit 500 Jahren kaum verändert hat.

Ein paar wenige historische Bauwerke im Hauptort Vila dos Remédios und andere kleine Orte, die nicht mehr als eine Handvoll Einheimische beheimaten, welche allesamt vom Tourismus oder dem Meer leben, sind alles, was Sie an menschlichen Spuren auf den Eilanden von Fernando de Noronha antreffen werden.


Fernando de Noronha – magische Unterwasserwelt (Bild: Tadeu Pereira, Wikimedida, CC)

Fernando de Noronha – magische Unterwasserwelt (Bild: Tadeu Pereira, Wikimedida, CC)


Fernando de Noronha und seine Geschichte

Hinsichtlich dieser Inselgruppe gehen die Aussagen über die Entdeckung auseinander. Im Allgemeinen wird sie dem berühmten Entdecker Amerigo Vespucci zugesprochen (im Jahr 1502). Andere Quellen behaupten allerdings, dass nach einer Karte des Herzogs von Ferrara bereits zuvor in derselben Region ein Archipel mit dem Namen Ilha da Quaresma entdeckt worden sei. Laut den Aussagen des Grafen von Santarém wird die Entdeckung der Inselwelt wiederum einem gewissen Gaspar de Lemos zugesprochen, der der Cabral-Expedition im Jahr 1500 angehörte. Die Historiker sind sich also nicht ganz einig, welcher Europäer denn nun zuerst seinen Fuss auf dieses Inselarchipel gesetzt hat.


Morro do Pico, Fernando de Noronha (Bild: Andrei, Wikimedia, CC)

Morro do Pico, Fernando de Noronha (Bild: Andrei, Wikimedia, CC)


Was danach geschah, ist hingegen besser bekannt. Hin und her ging es mit dem Besitztum der Insel. 1534 wurde Fernando de Noronha von den Engländern eingenommen. 1556 übernahmen die Franzosen das Regiment. Im Jahr 1612 liess sich dann der Missionar Cláudio de Abbeville auf der Insel nieder und begann mit seiner christlichen Mission. Nach weiteren Streitereien um die Besitzrechte ging Fernando de Noronha im Jahr 1737 dann endgültig in brasilianischen Besitz über. 1772 wurde dann mit dem Bau der ersten Kirche N.S. dos Remédios begonnen. 1739 wurden bereits die mächtigen Befestigungsanlagen São João Batista dos Dois Irmãos und São Joaquim do Sueste errichtet, die dann aber nie zum Einsatz kamen.

Das Archipel wurde von verschiedenen Herren auch gerne einmal als Sträflingskolonie genutzt. Aufgrund der stets tropischen Temperaturen wurden die Delinquenten gleich doppelt bestraft. „Papillon“, der Film mit Dustin Hofman, lässt grüssen. Heute ist Fernando de Noronha in Brasilien ein angesagtes Reiseziel für Tauchsportfreunde und Strandliebhaber, die sich nach Abgeschiedenheit und Ruhe sehnen.


Ponta da Sapata, Fernando de Noronha (Bild: A C Moraes, Wikimedia, CC)

Ponta da Sapata, Fernando de Noronha (Bild: A C Moraes, Wikimedia, CC)


Zauberhafte Inselwelt Fernando de Noronha

Auf Fernando de Noronha ist vieles eigenartig, wenn nicht gar endemisch. Mindestens 15 Pflanzenarten wachsen mit grösster Wahrscheinlichkeit nur hier. Das gilt auch für ein paar Tierarten wie beispielsweise den Noronha-Olivtyrann, der sich nur auf einer der 21 Inseln wohlfühlt. Auch verschiedene Reptilien finden sich nur auf diesem einzigartigen Archipel. Ein Grund dafür mag die Abgeschiedenheit der Inselgruppe mitten im Atlantik sein. Die Entfernung zum Festland beträgt nur etwa 350 Kilometer. Mit dem Flugzeug benötigen Sie knapp eine Stunde, um sich kurz darauf wie im Paradies zu fühlen. Preiswert ist der Spass nicht, gilt Fernando de Noronha doch als teuerstes Reiseziel Brasiliens, wenn nicht sogar ganz Südamerikas.


Morro Dois Irmãos, Fernando de Noronha (Bild: Danilo de Castro, Wikimedia, CC)

Morro Dois Irmãos, Fernando de Noronha (Bild: Danilo de Castro, Wikimedia, CC)


Es wird streng darauf geachtet, wie viele Besucher sich gleichzeitig auf den Inseln aufhalten. Es wird vermutet, dass es nie mehr als 5000 gleichzeitig sein sollen. Früher oder später zieht es jedoch alle zum Morro do Pico, mit etwas mehr als 350 Metern der höchste Punkt der Insel. Die Bergspitze hebt sich wie ein Fingerzeig an der Spitze einer traumhaften Bucht in den Himmel, die in jedem Fantasy-Historiendrama wie „Games of Thrones“ oder „Herr der Ringe“ eine perfekte Kulisse abgeben könnte.



Highlights auf Fernando de Noronha

Ganz klare Stars auf den Inseln sind die Strände. Auf jeder Insel gibt es gleich mehrere Traumstrände. Aalen Sie sich in der Bahía-de-Sancho-Bucht oder nehmen Sie ein erfrischendes Bad in den kristallklaren Gewässern der Bahía dos Porcos oder der Bahía de Golfinhos. In der Letzteren treffen Sie auch auf eine der grössten Ansammlungen von Delfinen weltweit. Pittoresk liegen bunte Ausflugsboote am Praia do Porto Santo Antonio, der ebenfalls zum Badespass einlädt. Werfen Sie einen Blick in das alte Festungsbauwerk Fuerte do Nossa Senhora dos Remedios und entdecken Sie die einsam gelegene Kapelle Capilla de São Pedro dos Pescadores. Surffreunde können sich in der Cacimbra do Padre austoben.

 

Artikelbild: Morro dos Irmão, Fernando de Noronha (© Ricardo Polisel Alves, Wikimedia, CC)

Über Kirsten Schlier

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