Grüne Ferien: Reisen und Umweltschutz

19.02.2014 |  Von  |  Alle Länder

Geschätzte Lesezeit: 6 Minuten

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Während viele Menschen im Alltag auf ein ökologisches Verhalten achten, hat auf Reisen meist auch der Umweltschutz Ferien. Dass das nicht so sein muss, beweisen immer mehr umweltfreundliche Reiseanbieter und alternative Reiseformen.

Kleine Verhaltensänderungen bei der Anreise, der Wahl des Reiseziels und im Verhalten vor Ort können einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Ihnen steht der Sinn nach einer luxuriösen Traumreise ans andere Ende der Welt, nach Südsee-Insel-Hopping per Flugzeug, nach kommerziellen Strandresorts? Nicht selten liegt die umweltfreundliche Alternative näher, als man denkt.



Bewusst gewählt: das richtige Reiseziel für umweltfreundliche Ferien

Der wichtigste Grundsatz für umweltschonende Reisen lautet: je näher das Reiseziel, desto geringer der Energieverbrauch. Dementsprechend sollte jeder umweltbewusste Reisende sich vor der Buchung überlegen, ob er das Reiseziel in 10.000 km Entfernung tatsächlich wegen der lokalen Kultur wählt oder doch nur wegen der Traumstrände, denn die sind mit Sicherheit auch in geringerer Entfernung zu finden. Die Anfahrt ist gerade bei langen Flugreisen die grösste Umweltbelastung, und jeder Reisende kann einen entscheidenden Beitrag zum Umweltschutz leisten, indem er den Anfahrtsweg so kurz wie möglich hält.

Traditionshotel statt Strandresort (Bild: Richard Dorrell / Wikimedia / CC)

Traditionshotel statt Strandresort (Bild: Richard Dorrell / Wikimedia / CC)

Neben umweltbewussten Anbietern, die mit Umweltsiegeln ausgezeichnet sind, bieten in der Regel die neueren Hotels die besten Umweltstandards. Heizsysteme, elektronische Anlagen und Kühlgeräte entsprechen hier tendenziell höheren Standards als in veralteten Gebäuden. Genauso sollte kleinen, einfach ausgestatteten Hotels der Vorzug vor luxuriösen Resortanlagen gegeben werden, deren Energieverbrauch deutlich höher ist. Informieren Sie sich ausserdem im Voraus über die Lage der Unterkunft: Wurde das Hotel mitten in einen empfindlichen Lebensraum gesetzt, der Charakter des Ortes durch eine aus dem Boden gestampfte Betonanlage zerstört? Sicherlich finden Sie an Ihrem Reiseziel auch eine traditionsreiche Unterkunft, die über die Jahre mit dem Ort gewachsen ist.



Anreise ohne Luftverschmutzung?

Klimaschutz beginnt bei der Anreise, und das betrifft in besonderem Masse Flugreisen. Der Emissionsausstoss von Flugzeugen ist immens; wo sich diese nicht vermeiden lassen, sollten umweltbewusste Reisende zumindest bemüht sein, auf allzu viele Einzelflüge zu verzichten. Die höchste Umweltbelastung stellt auf Flugreisen der Start dar, sodass Nonstop-Flüge für die Umwelt das kleinere Übel bedeuten. Dennoch bleibt eine Flugreise immer eine hohe Umweltbelastung, die sich nur durch die Verwendung alternativer Verkehrsmittel umgehen lässt.





Klimakiller Flugzeug (Bild: curimedia / Wikimedia / CC)

Klimakiller Flugzeug (Bild: curimedia / Wikimedia / CC)

Natürlich ist auch eine Anreise mit dem eigenen Auto nicht ideal für die Umwelt, und wer kann, sollte auf Bus oder Bahn umsteigen. Das hat auch den Vorteil, dass die mitgeführte Gepäckmenge zwangsweise geringer bleibt – spätestens beim Ein- und Auspacken werden sich die Reisenden dafür selbst dankbar sein. Wer auf das Auto in den Ferien nicht verzichten will, kann sich die Anfahrt mit anderen Reisenden teilen. Ausserdem ist auch der eigene Pkw kein Hindernis, am Reiseziel auf öffentliche Verkehrsmittel, Fahrrad oder die eigenen Füsse umzusteigen. Der Fitness wird damit auf jeden Fall nicht geschadet.

Von der Bettwäsche bis zur Verpflegung: Umweltschutz am Reiseziel

Zu Hause ist es selbstverständlich, die Einkaufstasche mit in den Supermarkt zu nehmen – wieso also nicht auch in den Ferien? Reisende, die sich kleine Verhaltensregeln wie diese auch anderenorts zu Herzen nehmen, leisten einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz am Reiseziel. Nicht zu vergessen, dass Müllvermeidung, Recycling und Energiesparen in vielen Teilen der Welt Fremdwörter sind und Besucher dazu beitragen, ein ökologisches Bewusstsein zu bilden.

Farbenfrohes Erlebnis: Souvenir-Shopping im Reiseland (Bild: Cayambe / Wikimedia / CC)

Farbenfrohes Erlebnis: Souvenir-Shopping im Reiseland (Bild: Cayambe / Wikimedia / CC)

Im Hotel auf täglich frische Handtücher und Bettwäsche zu verzichten, ist für viele Reisende bereits eine feste Gewohnheit, denn sowohl der Energieverbrauch als auch die Wasserbelastung sind aufgrund der täglich anfallenden Wäscheberge immens. Ebenso selbstverständlich sollte es sein, beim Verlassen des Zimmers Licht und Klimaanlage auszuschalten und zur Raumkühlung lieber die Vorhänge zuzuziehen.



Von einem Ort zum anderen kommt man am bequemsten mit dem Mietwagen – am umweltfreundlichsten aber mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Nicht überall, aber an vielen Reisezielen bestehen hervorragende Verbindungen mit Bus und Bahn, die zugleich auch eine ideale Gelegenheit sind, vor Ort neue Bekanntschaften zu machen. Für den kleinen Hunger zwischendurch sind nicht immer aufwendig verpackte Sandwiches nötig; kosten Sie lieber die Leckereien, die in vielen Ländern an Strassenständen angeboten werden. Diese sind nicht nur frischer und billiger, sondern kommen auch ohne zusätzliche Verpackung oder energiefressende Kühlung aus.

Garküche in Chengdu, Sichuan, China (Bild: Felix Andrews / Wikimedia / CC)

Garküche in Chengdu, Sichuan, China (Bild: Felix Andrews / Wikimedia / CC)

Hinterlassen Sie Spuren

Umweltfreundliches Reisen bedeutet nicht, keine Spuren im Reiseland zu hinterlassen – im Gegenteil. Mit einer bewusst gewählten und geplanten Reise können Besucher vor Ort mehr leisten, als ihnen oftmals selbst klar ist. In vielen wenig entwickelten Regionen bildet der Tourismus die Lebensgrundlage für einen Grossteil der Bevölkerung. Wer hier auf kleine lokale Hotels setzt, an Touren lokaler Anbieter teilnimmt und statt internationaler Fast-Food-Ketten die einheimischen Restaurants bevorzugt, kann einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung leisten.

Umweltfreundliches Reisen bedeutet aber auch, Veranstaltern den Vorrang zu geben, die nachhaltigen Tourismus anbieten und örtliche Kulturen gezielt fördern, anstatt sie ausländischen Touristen lediglich vorzuführen. Strandbesucher sollten sich ausserdem nach Möglichkeiten Ferienstrände suchen, die mit der Blauen Flagge ausgezeichnet sind. Hier sind die ökologischen Standards grundsätzlich höher als an anderen Stränden, und auch der eigenen Gesundheit tun Reisende mit einer bewussten Strandwahl einen Gefallen.



 

Oberstes Bild: Strand mit Blauer Flagge in Algarve, Portugal (Bild: stavros1 / Wikimedia / CC)



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