Hollands Tulpen – was Sie darüber bestimmt noch nicht wissen!

27.02.2016 |  Von  |  Allgemein, Niederlande
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Hollands Tulpen – was Sie darüber bestimmt noch nicht wissen!
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Der Frühling steht vor der Tür! Das ist die Jahreszeit, in der in Holland wieder die Tulpen blühen.

Tulpenfelder ziehen sich bis zum Horizont, eine wahre Farbexplosion erwartet die Besucher – definitiv eine Reise wert! Zu Event-Tipps rund um die wunderschönen Blumen haben wir noch ein paar interessante Fakten gepackt.

Spekulationsobjekt Tulpe im Goldenen Zeitalter

Die Erfolgsgeschichte der Tulpe indes währt schon sehr lange. Die Blume gilt als Symbol der Liebe und soll im Paradies erblüht sein. Belegt ist, dass sie von den Ausläufern des Himalayas nach Konstantinopel gebracht wurde, um das Auge des Sultans zu erfreuen. Ihren Namen, „Tulipan“, erhielt sie in Anlehnung an das türkische Wort für Turban. Mitte des 16. Jahrhunderts, als der Handel aus den Niederlanden mit der ganzen Welt und auch Konstantinopel zunahm, fand die Tulpe ihren Weg in die Niederlande, wo sie für Furore sorgte.

Die Tulpenzwiebeln vermehrten sich jedoch nicht so rasch, wie die Nachfrage stieg. Binnen Jahrzehnten war die Blume so begehrt, dass einzelne Exemplare so viel kosteten wie ein Amsterdamer Grachtenhaus, was zum „Tulpenwahn“ führte, der seinen Höhepunkt 1637 fand und im ersten Börsencrash endete. Am 3. Februar des Jahres brach der Tulpenhandel komplett zusammen. Fortan regulierte die Regierung die Preise für die kostbaren Zwiebeln – die Geschichte der Tulpe als Spekulationsobjekt war beendet.



Dem 17. Jahrhundert widmet sich in diesem Jahr auch der Keukenhof bei Lisse, der am 24. März wieder seine Tore öffnet. Der wohl bekannteste Blumenpark der Welt stellt das „Goldene Zeitalter der Niederlande“, die Blütezeit von Handel, Wissenschaft und Kunst, in den Mittelpunkt seiner Aktivitäten. Diesjähriger Höhepunkt im Keukenhof, den im Rekordjahr 2015 nahezu eine Million Menschen besuchten, ist ein Blumenmosaik, das sich ebenfalls dem Goldenen Jahrhundert widmet.

Es stellt ein Delfter-Blau-Bild in Anlehnung an die berühmten Fliesen dar und zeigt Handel, Schifffahrt und Amsterdamer Grachtenhäuser. Das 250 Quadratmeter grosse Blumenmosaik setzt sich aus 100.000 Tulpen, Traubenhyazinthen und Narzissen zusammen. Da es in zwei Schichten gepflanzt ist, blüht es beinahe die ganze Saison. Neben vielen weiteren Attraktionen warten in diesem Jahr ein Inspirationsgarten zum Thema Goldenes Jahrhundert und ein Delfter-Blau-Garten auf Besucher. Insgesamt blühen im Keukenhof sieben Millionen Frühjahrsblüher.


Noordwijk Badekutsche (Bild: Niederländisches Büro für Tourismus & Convention)

Noordwijk Badekutsche (Bild: Niederländisches Büro für Tourismus & Convention)


Keukenhof – vom Kräutergarten zur Top-Attraktion

Der heutige Kräutergarten des Keukenhofs übrigens propagiert „Urban Farming“, ein Begriff, der der Begründerin des ersten Kräutergartens an dieser Stelle noch fremd gewesen sein dürfte. Gräfin Jacoba von Bayern nutzte die Kräuter im 15. Jahrhundert für die Zubereitung des Essens in der gräflichen Küche – was dem Keukenhof (Küchenhof) seinen Namen bescherte. Jacoba wird nicht geahnt haben, was aus diesem Kräutergarten letztlich erwachsen würde: der schönste Frühlingspark der Welt und der weltweit meistfotografierte Ort. Jährlich kommen Besucher aus mehr als 100 Ländern, darunter eine beträchtliche Zahl deutscher Gartenliebhaber.

Der Keukenhof ist in diesem Jahr vom 24. März bis zum 16. Mai täglich von 8 bis 19.30 Uhr geöffnet (Kassenschluss um 18 Uhr; Erwachsene 16 €, Kinder unter drei Jahren frei, Kinder von vier bis elf Jahren 8 €; Adresse: Stationsweg 166 A, 2161 AM Lisse).


Tulpenrallye Noordwijk (Bild: Niederländisches Büro für Tourismus & Convention)

Tulpenrallye Noordwijk (Bild: Niederländisches Büro für Tourismus & Convention)


Noordwijks „blumiges“ Jubiläum

Wenn sich in diesem Jahr der „Bollenstreek“, die Region südwestlich von Amsterdam bis zur Nordseeküste, in ein einziges Blütenmeer verwandelt, begeht das Örtchen Noordwijk unweit des Keukenhofs ein ganz besonderes Jubiläum. Das Seebad feiert sein 150-jähriges Bestehen als „Blumenbadeort Europas“.

Noordwijk machte im 18. und 19. Jahrhundert als bedeutendstes Kräuteranbaugebiet der Niederlande von sich reden. Insbesondere in Amsterdam lief der Handel mit den Kräutern gut, diese wurden vor allem für medizinische Zwecke genutzt. Auf die Kräuter folgten die Blumen(zwiebeln). Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts stieg die Zahl der in diesem Bereich tätigen Unternehmer auf 250; gemeinsam bewirtschafteten sie eine Fläche von 252 Hektar. Seither sind die Felder übersät mit Tulpen, Narzissen, Gladiolen usw.

Noordwijks Geschichte als Badeort beginnt erst um 1866: Es war die Zeit der Badekutschen und Badediener, und ein Strandbesuch war damals der Oberschicht vorbehalten. In den Jahren danach wurde der Strand auch für weniger Wohlhabende zugänglich. Die dampfgetriebene Strassenbahn ermöglichte es nun vielen Menschen, nach Noordwijk ans Meer zu fahren. Die einzigartige Kombination aus Strand und Blumenfeldern machte Noordwijk zum „Blumenbadeort Europas”.

Mit vielerlei Aktivitäten begeht das Seebad sein Jubiläum, unter anderem mit einer Ausstellung im Museum Oud Noordwijk, dem Blumencorso (23. April), der Historischen Tulpenrallye (7. Mai), einem FlyBy (25. Juni), an dem moderne und historische Flugzeuge teilnehmen, und dem Blumenfestival (5.–9. August). Und wer es ruhiger liebt, wandert oder radelt durch die abwechselungsreiche Natur rund um Noordwijk, zu den Tulpen oder an den Strand – oder beides.

 

Artikel von: Niederländisches Büro für Tourismus & Convention
Artikelbild: Keukenhof Park (© Niederländisches Büro für Tourismus & Convention)

Über Natalia Muler

Ich schreibe, seit ich schreiben kann, und reise, seit ich den Reisepass besitze. Momentan lebe ich im sonnigen Spanien und arbeite in der Modebranche, was auch oft mit Reisen verbunden ist, worüber ich dann gerne auf den Portalen von belmedia.ch berichte. Der christliche Glaube ist das Fundament meines Lebens; harmonisches Familienleben, Kindererziehung, gute Freundschaften und Naturverbundenheit sind meine grössten Prioritäten; Reisen und fremde Kulturen erleben meine Leidenschaft; Backen und Naturkosmetik meine Hobbys und immer 5 Minuten zu spät kommen meine Schwäche.


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