Marseille – Hafenstadt mit vielen Gesichtern

29.11.2013 |  Von  |  Europa
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Marseille – Hafenstadt mit vielen Gesichtern
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Als zweitgrösste Stadt Frankreichs und wichtigster Seehafen des Landes vereint Marseille eine Vielfalt an Kulturen, Sprachen und Traditionen, wie sie wohl nur im Mittelmeerraum, diesem Schmelztiegel der Kulturen, zu finden ist.

Gegründet von den alten Griechen, eingenommen von Westgoten, Ostgoten, Franken und Sarazenen, diente Marseille im 20. Jahrhundert vor allem als Anlaufpunkt für italienische, spanische und nordafrikanische Migranten. Marseille ist kaum zwei Fahrtstunden von den Traumzielen der Côte d’Azur entfernt und entführt seine Besucher dennoch in eine völlig andere Welt.



Marseille rund um den alten Hafen entdecken

Bereits bei der Ankunft bezaubert Marseille mit seiner traumhaften Lage zwischen dem gebirgigen Landesinneren und dem kristallklaren Mittelmeer mit seinen verstreuten Inseln. Im hügeligen Stadtzentrum von Marseille scheinen alle Wege unweigerlich zum Alten Hafen zu führen, dem Vieux Port, der mit seinen sanft schaukelnden Fischerbooten und der sonnendurchfluteten Hafenfront einen ganz eigenen Zauber versprüht.

Alter Hafen Marseille, Hintergr.: Basilique Notre Dame de la Garde. (Urheber: Thomas Rosenau / Wiki / Lizenz: <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5/deed.de" target="_blank">CC</a>)

Alter Hafen Marseille, Hintergr.: Basilique Notre Dame de la Garde. (Urheber: Thomas Rosenau / Lizenz: CC)




Marseilles jahrtausendealte Geschichte als Seefahrerstadt wird nirgendwo so deutlich wie beim Bummel über den traditionellen Fischmarkt oder bei einem Besuch im Museum der Römischen Dockanlagen, das 1963 an der Stelle der fast 2000-jährigen ursprünglichen Hafenanlagen errichtet wurde. Auch viele weitere Museen wie das Museum der Stadtgeschichte oder das Museum für Seefahrt und Wirtschaft vermitteln einen lebendigen Eindruck von der langen und wechselhaften Geschichte Marseilles.

Marseile ist eine Stadt mit unglaublich vielen Gesichtern und Facetten. Während sich der Reisende im ältesten Teil der Stadt, dem Panier, in längst vergangene Epochen zurückversetzt fühlt, taucht er auf dem Markt von Noailles tief ins afrikanische Marseille mit all seinen Gerüchen, Farben und Klängen ein.

Die Naturschönheiten der Stadt präsentieren sich nirgendwo in einer solchen Pracht wie im Nationalpark Calanques mit seinen schroffen Felsklippen; ein Spaziergang entlang des Küstenboulevards Corniche wiederum erlaubt einen Blick weit über das Meer bis zur den vorgelagerten Frioul-Inseln und darüber hinaus. Eine atemberaubende Aussicht haben Besucher von der Aussichtsterrasse der byzantinischen Kirche Notre-Dame de la Garde, die auf einem Kalkfelsen südlich der Altstadt zu den Wahrzeichen von Marseille zählt.

Blick über Marseille, Standort: Notre Dame de la Garde. (Urheber: Angie-1980 / <a href="http://pixelio.de" target="_blank">pixelio.de</a>)

Blick über Marseille, Standort: Notre Dame de la Garde. (Urheber: Angie-1980 / pixelio.de)

Marseille und der Graf von Monte Christo

Eine der grössten Attraktionen vom Marseille und zugleich ein ideales Ziel für Halbtagesausflüge sind die vorgelagerten Frioul-Inseln. Pomègues, Ratonneau, If und Tiboulen bilden eine kleine Welt für sich und laden mit idyllischen Bootshäfen, beschaulichen Restaurants und traumhaften Spazierwegen zu einem Besuch ein.

Die Frioul-Inseln umfassen auch eines der wichtigsten Wahrzeichen von Marseille, die Festung Château d’If auf der Insel If, die Alexandre Dumas als Schauplatz für seinen Roman „Der Graf von Monte Christo“ diente. Das Château d’If wurde ab 1524 als Festungsanlage gebaut, jedoch schon wenige Jahrzehnte später in ein Gefängnis umgewandelt, das aufgrund seiner isolierten Lage als ausbruchssicher galt.

Bis Ende des 19. Jahrhundert sassen auf If mittellose und prominente Straftäter, politische und religiöse Gefangene gleichermassen ihre Strafen ab. Der fiktive Graf von Monte Christo ist bis heute die bekannteste Persönlichkeit, auf dessen Spuren Besucher durch die alten Mauergänge wandeln können, und zu den Kuriositäten der Festung zählt denn auch das vermeintliche Fluchtloch in seiner Zelle.

Château d'If. (Urheber: Charliemoon / Wiki / Lizenz: <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target="_blank">CC</a>)

Château d’If. (Urheber: Charliemoon / Wiki / Lizenz: CC)

Der zweite Gefangene, der im „Graf von Monte Christo“ eine entscheidende Rolle spielt, hat übrigens tatsächlich existiert: der portugiesische Geistliche José Custodio de Faria, der dem jungen Edmont Dantes im Roman zur Flucht verhilft und auch im wirklichen Leben viele Jahre lang auf If in Einzelhaft sass. Die Frioul-Inseln können vom Alten Hafen aus bequem mit der Fähre besucht werden; die Anfahrt zu den Inseln ist dabei ebenso ein Erlebnis für sich wie das abendliche Einlaufen in den sonnendurchfluteten Hafen von Marseille.



Bouillabaisse, Pastis und mehr: kulinarisches Marseille



Marseille ist traditionell sehr international geprägt, und dementsprechend reichhaltig ist die Küche der alten Hafenstadt. Die Aromen der Provence finden Besucher in den unzähligen kleinen Restaurants der Altstadt ebenso wieder wie afrikanische und arabische Einflüsse, italienische, armenische, korsische Gerichte und vieles mehr. Im Mittelpunkt stehen dabei fast immer Fisch und Meeresfrüchte als traditionelle Grundlage.

Wäre Marseille ein Land, hiesse das Nationalgericht Bouillabaisse. Diese traditionelle Fischsuppe ist weit über die Grenzen Frankreichs hinaus als Marseiller Spezialität bekannt und wurde von den Fischern der Stadt ursprünglich aus den nicht verkauften Resten ihres Fangs gekocht.

Fische für die Bouillabaisse, Vieux Port de Marseille. (Urheber: zoonabar / <a href="http://www.flickr.com/photos/92496717@N00/5333843695/" target="_blank">flickr.com</a> / Lizenz: <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/deed.en" target="_blank">CC</a>)

Fische für die Bouillabaisse, Vieux Port de Marseille. (Urheber: zoonabar / flickr.com / Lizenz: CC)

Dementsprechend viele Variationen gibt es von der Bouillabaisse, wobei immer mindestens sieben unterschiedliche Fischsorten enthalten sein sollten. Zu den weiteren Spezialitäten der Stadt zählen die im Mittelmeerraum weit verbreitete Knoblauchcreme Aioli, aber auch der Anisschnaps Pastis, der traditionell vor dem Essen oder auch als Erfrischung an heissen Tagen genommen wird. Wenngleich Pastis in ganz Frankreich getrunken wird, ist er in besonderem Masse als Teil der Marseiller Kultur bekannt und weist als „Pastis de Marseille“ auch besondere Eigenschaften auf.

Abseits der touristischen Lokale rund um den Alten Hafen lohnt es sich für Besucher, in den Gassen und auf den kleinen Plätzen der Altstadt auf Entdeckungstour zu gehen. Viele kleine Restaurants bieten hier zur Mittags- und Abendzeit Tagesmenüs zu günstigen Preisen an, die hungrigen Gästen Gelegenheit bieten, traditionelle Gerichte wie die Bouillabaisse einmal an ihrem Ursprungsort zu probieren.



 

Oberstes Bild: Marseille – © anilah – Fotolia.com

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