Ungarn – zwischen Budapest und Balaton

04.09.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Ungarn ist ein Binnenstaat in Mitteleuropa, der sich seine Grenzen mit den Ländern Kroatien, Österreich, Rumänien, Serbien, Slowakei, Slowenien und Ukraine teilt. Im zentralen Norden des Landes liegt die Hauptstadt Budapest. Touristisch bekannt ist das Land vor allem wegen seiner Hauptstadt und für den Balaton, einen grossen See, der Erholungs-, Bade- und Wassersportmöglichkeiten bietet.

Die Besiedelung des heutigen Ungarns geschah in den letzten vorchristlichen Jahrtausenden vor allem von Osten her. Die auf dem damaligen Areal des heutigen Kasachstans ansässigen ungarischen Völker wanderten aufgrund des damaligen Klimawandels und der Versteppung ihrer Siedlungsgebiete ab.



Die Historie Ungarns

Erst nördlich des Kaspischen Meeres, dann nördlich des Schwarzen Meeres und schliesslich auf dem heutigen Gebiet Ungarns nahm das Volk um 900 v. Chr. schliesslich Teile von Mähren und des Ostfränkischen Reiches ein. Im Zuge der Wanderungen eroberten sie zudem Teile des südöstlichen Bulgarischen Reiches. Ein einheitliches ungarisches Volk ist durch die Verschmelzung von Bräuchen, Religionen, Sprachen und Trachten der einzelnen Völker etwa zwischen 1000 und 500 v. Chr. entstanden.

Ligeterdő – ungarischer Wald (Bild: Tórizs István, Wikimedia, CC)

Ligeterdő – ungarischer Wald (Bild: Tórizs István, Wikimedia, CC)

Die jüngere Geschichte des Landes



In den folgenden Jahrhunderten breitete sich das Reich der Ungarn mal mehr, mal weniger aus. Auch stand es zeitweise unter fremder Herrschaft. Ab 1526 besetzten türkische Herrscher Teile des Reiches, die erst 145 Jahre später wieder endgültig vertrieben werden konnten. Danach herrschten die Habsburger, was den Ungarn allerdings nicht gefiel, da deren Herrschaft zu streng war.

Im Jahr 1867 endeten lang anhaltende Unruhen im Land, und im Rahmen des österreichisch-ungarischen Ausgleichs wurde Österreich-Ungarn als Doppelmonarchie etabliert. Diese Regelung führte zu einem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Aufschwung in Ungarn, da nun auch Teile weiterer heutiger Nationen (Polen, Rumänien, Slowakei, Kroatien) zu Ungarn gehörten. Die Entwicklung führte 1896 zur „Budapester Millenniumsausstellung“, die von über fünf Millionen Menschen besucht wurde. Kunst, Kultur, Geschichte und Industrie wurden hier ausgestellt.

Abteikirche in Ják (Bild: Naki77, Wikimedia, CC)

Abteikirche in Ják (Bild: Naki77, Wikimedia, CC)




Ungarn im 20. Jahrhundert

Der Austritt aus der kaiserlich-königlichen Monarchie Österreich-Ungarn geschah im Jahr 1918. Bereits 1919 erfolgte dann der Ausruf der Demokratischen Republik Ungarn. Noch im selben Jahr wurde das Land von kommunistischer Seite zur Räterepublik umgewandelt. Auch diese wurde wieder zerschlagen und 1920 erneut eine Monarchie ausgerufen. Unter anderem durch den Friedensvertrag von Trianon gab Ungarn in den Folgejahren grosse Teile seines Territoriums an umliegende Staaten ab. Zudem wurde auch die Monarchie in eine parlamentarische Herrschaft umgewandelt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Ungarn zu einem Teil des sozialistischen Ostens. Nach dem Niedergang der sozialistischen Herrschaft 1989/1990 wurde das Staatssystem dem Westen angeglichen. Seit 1999 ist Ungarn ein Mitglied der NATO und seit 2004 auch der Europäischen Union.

Ruine der Klosterkirche der Prämonstratenser, Zsámbék, Ungarn (Bild: Puffancs, Wikimedia, CC)

Ruine der Klosterkirche der Prämonstratenser, Zsámbék, Ungarn (Bild: Puffancs, Wikimedia, CC)

Sehenswertes in Ungarn



In Ungarn finden Sie viele bedeutende mittelalterliche Bauten. Zwei imposante Sakralbauten aus dieser Epoche der Menschheitsgeschichte sind die im spätromanischen Stil errichteten Kirchen in Ják im Westen und in Zsámbék im Norden des Landes. Jene in Ják wurde ab 1220 gebaut und gehörte zu einer Benediktinerabtei. Die Kirche in Zsámbék, ebenfalls eine Klosterkirche, reiht sich in eine Gruppe von Sehenswürdigkeiten der Stadt ein. Diese hält das Schloss Zichy sowie ein Lampenmuseum für Besucher bereit.

Ebenfalls sehenswert und in der Nähe der Hauptstadt gelegen ist die Stadt Vác (zu Deutsch „Waitzen“). Die hiesige Kathedrale, welche Mariä Himmelfahrt und dem Erzengel Michael geweiht ist, befindet sich an der Stelle eines Vorgängerbaus aus dem 11. Jahrhundert. Ein Fresko stellt das augenscheinliche Wunder dar, das sich daraus ergab, dass auf die Kuppel der Kathedrale 1944 eine Fliegerbombe fiel – jedoch Gott sei Dank nicht zündete. Der Innenraum ist hell gehalten und verfügt unter anderem über eindrucksvolle Deckenmalereien.

Parlamentsgebäude in Budapest (Bild: monyesz1, Wikimedia, CC)

Parlamentsgebäude in Budapest (Bild: monyesz1, Wikimedia, CC)

Budapest – charmante, prunkvolle Hauptstadt

Die Hauptstadt Ungarns ist mit ihren verschiedenen Bauwerken, Einrichtungen, Orten und Plätzen, Restaurants, Bars, Museen und Kunsteinrichtungen ein Eldorado für Städtereisende. Zu beiden Seiten der Donau, also sowohl im Stadtteil Buda als auch in Pest, gibt es zahlreiche Sehenswürdigkeiten. Von der in Buda gelegenen Fischerbastei haben Sie einen wunderbaren Ausblick auf die gesamte Stadt, auf die Donau und das an ihr gelegene Parlamentsgebäude.

Das sich über 268 Meter erstreckende Regierungsgebäude wurde in den Jahren von 1885 bis 1904 im neogotischen Stil errichtet. Nach Fertigstellung wurde dieser Stil für kurze Zeit wieder im ganzen Land modern und erlangte massgebende Bedeutung. Die vielzähligen Giebel und Türme der Fassade des Baus machen ihn so sehenswert und eindrucksvoll. Die Innenräume sind klassizistisch gehalten. Wandbilder und Fresken spiegeln die Historie des Landes und der Stadt wider.

Der Balaton

Ein weiteres Ziel für Touristen – vor allem für Erholungsgäste – ist der Balaton im zentralen Westen des Landes. Neben den vielen Stränden an dem ca. 13 Kilometer breiten und 79 Kilometer langen See gibt es hier auch viele Angebote im Bereich des Angel-, Segel-, Surf- und Reitsports. Rund um den See gibt es vor allem im Sommer auch viele Veranstaltungen für Jung und Alt.



 

Oberstes Bild: Landschaft von Genehegy, Söjtör, Ungarn (© Karakai András, Wikimedia, CC)

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