Zu Besuch in Stuttgart, der sympathischen Landeshauptstadt Baden-Württembergs

06.06.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa

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Für einen Kurztrip zu unseren deutschen Nachbarn hatte ich mir Stuttgart ausgesucht. Die Stadt, in der der Mercedes-Stern zu Hause ist, ist nicht nur gut per Bahn zu erreichen, sondern bietet seinen Besuchern auch allerlei Sehenswertes. Doch die sechstgrösste Stadt Deutschlands lockt auch mit grünem Ambiente und bezaubernder Atmosphäre.

Historisches entdecken und Geschichte dabei hautnah erleben



Stuttgart hat insgesamt 600’000 Einwohner, doch Grossstadtambiente ist nicht das vorherrschende Gefühl, wenn man hier unterwegs ist. Es wirkt alles sehr familiär, die Leute sind freundlich und gerne zu einem “Schwätzle” bereit. Doch zunächst mache ich mich auf zum ersten Highlight meines Besuches, dem Fernsehturm. Er wurde 1956 vom Brückenbauer Fritz Leonhardt erbaut, der das Bauwerk von Beginn an so konzipierte, dass sich der Turmkorb touristisch nutzen liess. Damit wurde der Turm quasi zum Ur-Modell aller späteren Fernsehtürme, die es mittlerweile weltweit gibt.

Stuttgarter Fernsehturm (Bild: Ronny Senst  / pixelio.de)

Stuttgarter Fernsehturm (Bild: Ronny Senst / pixelio.de)

Mit dem Aufzug fahre ich auf den 217 Meter hohen Turm und geniesse auf einer Aussichtsplattform den Blick auf Stuttgart und die Umgebung. Wieder auf dem Boden der Tatsachen und Stuttgarts angekommen, mache ich mich auf den Weg in den Schlossgarten. Dieser ist knapp 600 Jahre alt und war früher ausschliesslich den Adeligen vorbehalten. Heutzutage findet man hier sowohl schlendernde Touristen, die hier von Brücke zu Brücke die unterschiedlichen Parks bevölkern, als auch Einheimische, die den herrlichen Frühlingstag zum Picknicken und Relaxen im Grünen nutzen.



Ich lasse mich auf einer Parkbank nieder und schmökere in meinem Reiseführer. Hier erfahre ich, dass der Name Stuttgart von Stutengarten kommt. Ursprünglich, das heisst um 950, war der Ort nämlich ein Pferdegestüt. Zu diesem Zeitpunkt wurde auch die erste Burganlage erbaut, die vor allem zum Schutz des Stutengartens gedacht war.

Blick vom Kleinen Schlossplatz zum Neuen Schloss (Bild: Uetrecht, Wikimedia, CC)

Blick vom Kleinen Schlossplatz zum Neuen Schloss (Bild: Uetrecht, Wikimedia, CC)

In unmittelbarer Nähe zu diesem Bau befindet sich heute das Neue Schloss, das von Herzog Carl Eugen 1746 in Auftrag gegeben wurde. Die Grundsteinlegung für das barocke Bauwerk erfolgte noch im selben Jahr, die Fertigstellung erst 1807. Nach dem Ende der Monarchie ging das Schloss 1918 in den Besitz Württembergs über. Weiter geht’s auf meiner Schlosstour durch Stuttgart, ich erreiche Schloss Hohenheim im gleichnamigen Stadtteil. Auch dieses Gebäude wurde von Herzog Carl Eugen gebaut, und zwar für seine Frau, Franziska von Leutrum.

Auch ein weiteres Schloss, nämlich Solitude, wurde von Carl Eugen zwischen 1764 und 1769 erbaut. Er wollte es vor allem als Jagd- und Repräsentationsschloss nutzen. Die ausgezeichnete Lage, auf einem langgezogenen Höhenrücken zwischen Leonberg, Gerlingen und den Stadtbezirken Wellimdorf und Botnang gelegen, bietet hier einen herrlichen Ausblick in Richtung Norden; bei gutem Wetter kann man bis nach Ludwigsburg sehen.





Schlossplatz Stuttgart bei Nacht (Bild: Fanndian, Wikimedia, CC)

Schlossplatz Stuttgart bei Nacht (Bild: Fanndian, Wikimedia, CC)




Der Schillerplatz beherbergt das erste Baudenkmal seiner Art

Nachdem ich im Alten Schloss noch einen Blick in den sehenswerten Arkaden-Innenhof geworfen habe, mache ich mich auf den Weg zum Schillerplatz. Hier findet der Markt statt, der mich mit einer herrlichen Atmosphäre empfängt. Die Markthalle wurde im Jugendstil erbaut und zählt heute zu den schönsten Deutschlands. Eine Farbenpracht bieten die zahlreichen Blumen, die hier frisch verkauft werden, aber auch die Stände mit Obst und Gemüse aus der Region.

Das nächste Ziel ist nun der Schillerplatz. Der Fremdenführer, dem ich mich nun angeschlossen habe, berichtet in seiner Moderation, dass das beeindruckende Schillerdenkmal das erste für einen Nichtadeligen war. Im daneben befindlichen Fruchtkasten wurde früher Wein gelagert. Stuttgart hatte so viel Wein, dass dieser sofort nach Einholen der neuen Ernte weggeschüttet oder zum Bauen statt Wasser verwendet wurde. Teile der Stadt sind sozusagen auf Wein gebaut.

Schillerplatz mit der evangelischen Stiftskirche in Stuttgart (Bild: Julian Herzog, Wikimedia, CC)

Schillerplatz mit der evangelischen Stiftskirche in Stuttgart (Bild: Julian Herzog, Wikimedia, CC)

Längste Einkaufsstrasse Europas bietet Shoppingvergnügen

Friedrich Schiller begleitet mich noch eine Weile auf meinem Stadtrundgang. So fahre ich in den angrenzenden Bopser-Wald, wo der Dichter 1779 seinen Mitschülern das erste grosse Werk “Die Räuber” vorstellte und in einer perfekten Inszenierung präsentierte. Als Andenken pflanzte man später hier die Schillereiche, die ich mir ebenfalls ansehe und für eine kurze Rast nutze.

Zurück in Stuttgart selbst, begebe ich mich auf den Weg zur Königsstrasse. Diese zählt zu den längsten Einkaufsstrassen in Europa und bietet Fashionistas und Shoppingbegeisterten alles, was das Herz begehrt. Und dann endlich entdecke ich den ersten Mercedes, direkt vor dem Neuen Schloss. Hier findet an meinem Besuchstag ausgerechnet eine Oldtimershow statt. Unter den zahlreichen wunderschön restaurierten und schmucken Fahrzeugen, die alle noch fahrtauglich sind, sind viele der Marke Mercedes-Benz, immerhin befindet sich hier die Firmenzentrale der Daimler AG.



 

Oberstes Bild: Blick auf Stuttgart (© gimbild  / pixelio.de)

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