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Affenberg Salem: Nachäffen angesagt!

13.10.2013 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Affenberg Salem: Nachäffen angesagt!
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Wilde Tiere – doch kein Zoo, weit und breit sind keine Käfige oder Gitter zu sehen. Entlang des Weges läuft ein Zaun, der sich nur als „Zaun“ in Anführungszeichen beschreiben lässt, denn das kniehohe dünne Gestell bietet keinen Schutz, sondern klammert nur optisch und dekorativ den Weg der Menschen aus dem Reich der Tiere aus. Die Hauptprotagonisten am Affenberg sind, wie sich logischerweise aus dem Namen „Affenberg“ entnehmen lässt, die Affen.

Doch in dieser Natur-WG haben sie auch ein paar Mitbewohner – eine frei fliegende Brutkolonie Weissstörche, Wasservögel und Damwild. Wer also auf Qualität statt Quantität setzt, ist am Affenberg Salem genau richtig. „Weniger ist mehr“ stimmt hier ganz und gar. Da es nur wenige Tierarten sind, hat man Ruhe und Zeit, sie aufmerksam und ungestört zu beobachten. Und nach dem Besuch ist man nicht voll mit exotischen, karussellartigen Eindrücken wie nach einem üblichen Zoobesuch, sondern man hat das tiefe und schöne Gefühl, der Natur ganz nahe gewesen zu sein.  

Von März bis November können die Besucher vom Affenberg das Leben der Berberaffen beobachten. Ursprünglich stammen die Berberaffen aus Marokko und Algerien. In ihrer Heimat leben sie im Gebirge bis in Höhen von 2000 Metern. Dank der Ähnlichkeit der Klimabedingungen fühlen sich die netten Einwanderer am Bodensee das ganze Jahr über sehr wohl und machen von ihrer Aufenthalts- und Spasshaben-Erlaubnis reichlich Gebrauch. 

Wie fotogen ist das Model! (Bild: Affenberg Salem)

Wie fotogen ist das Model! (Bild: Affenberg Salem)





Bedauerlicherweise sind die Berberaffen vom Aussterben bedroht und stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten. Deswegen hat die Bergkolonie einen grossen Wert für den Naturschutz und wird von den Parkmitarbeitern liebevoll betreut. Ihre Mühe bleibt nicht unbelohnt: Dass die Pfleglinge sich am Bodensee sehr wohlfühlen, merkt man gleich an den Nachwuchszahlen. Die Berberaffen waren in Sachen Fortpflanzung so fleissig, dass 1986 sogar ein höchst erfreuliches Abschiebungsverfahren stattfand:  Ganze Affengruppen wurden nach Nordafrika zurückgebracht und konnten ein neues Leben im Freiland anfangen. 

So lässt sich die Welt entdecken! (Bild: Affenberg Salem)

So lässt sich die Welt entdecken! (Bild: Affenberg Salem)

Die Primaten führen am Affenberg Salem ein artgerechtes Leben: Auf einem fast 20 Hektar grossen Waldstück leben im Freien über 200 Berberaffen. Die Menschen sind hier wirklich zu Besuch, nicht als Herrscher, sondern als Gäste. Der Preis für das respektvolle Umgehen ist ganz speziell: Die Affen lassen uns zu den Zeugen ihres alltäglichen Lebens werden. Wie sie ihr Familienleben gestalten, wie die süssen Babys zur Welt kommen, wie liebevoll sich die Mütter und die Verwandten um die Neuankömmlinge kümmern, mit welch überschwänglicher Lebensfreude die Jungtiere herumtoben – das alles können die kleinen und die grossen Parkbesucher ganz aus der Nähe beobachten.

„Wir sind von einem Blut, du und ich...“ (Bild: Affenberg Salem)

„Wir sind von einem Blut, du und ich…“ (Bild: Affenberg Salem)

Aber an diesem Affenspass gibt es noch ein extra Sahnehäubchen. Am Eingang bekommt man eine Tüte speziell zubereitetes Popcorn. Vorsicht – nicht selber naschen! Die Leckerei ist gegen die Norm nicht für die Gäste, sondern für die Hausherren bestimmt. Die Affen, die der Kostprobe nicht abhold sind, kommen an den Wegrand, und die Besucher können sie mit dem Popcorn füttern. Geben ist seliger als Nehmen, denkt man gleich, wenn man beobachtet, mit welcher Freude die Gäste den Inhalt ihrer Tüten an die Tiere verfüttern. Das Erlebnis ist wirklich unbeschreiblich! Besonders am Anfang, bis man sich sicher ist, dass der Affe gegenüber zwar wild, aber doch ein Gentleman ist. Er sitzt würdevoll auf dem Zaun und guckt dir fragend in die Augen: „Na, was mitgebracht?“ Du streckst ihm die Hand voll Popcorn entgegen. Beim ersten Mal macht man das etwas bang und unsicher, ob es jetzt nicht einen Big Bang geben wird, und der haarige Freund nicht auf deinem Kopf landet. Stattdessen fühlst du an deiner Handfläche ein akkurates fast zärtliches Berühren. Das Tier nimmt die Leckerei aus deiner Hand, und in seinen klugen Augen liest du:“Dummerchen, ich esse Popcorn, keine Menschen…“ Nach zehn Minuten Spaziergang tut es dir leid, dass du nur eine Tüte Popcorn dabei hast.



Ein Storchenpaar (Bild: Affenberg Salem)

Ein Storchenpaar (Bild: Affenberg Salem)




Die Affen sind am Affenberg zweifellos die Hauptattraktion. Doch es gibt mehr zu sehen. Eine Kolonie Weissstörche lebt hier im Freien und zieht jedes Jahr hier die Jungen auf. Die Liebhaber von Reality-Shows werden ganz begeistert sein: Während der Brutsaison gibt es eine Live-Videoübertragung aus den Horsten. Am Weiher erfreuen frei fliegende Wasservögel wie Schwäne, Gänse, Blässhühner und Stockenten die Parkbesucher. Wer Trockenbrot mitgebracht hat, kann die Riesenkarpfen füttern.  Vor dem Damwildgehege darf man ganz Bambi-nostalgisch werden: hier lebt der kapitale Damhirsch Emil mit seinem graziösen Harem – etwa 20 Hirschkühen und den Jungtieren.

Vor dem Damwildgehege (Bild: Affenberg Salem)

Vor dem Damwildgehege (Bild: Affenberg Salem)





Weg vom hektischen Alltag ist der Affenberg Salem ein sehr schönes Erlebnis, wenn man die Natur plötzlich so nahe spürt, dass man daran erinnert wird, ein Teil davon zu sein. 



 

Oberstes Bild: Stolze Eltern mit ihrem Baby (Bild: Affenberg Salem)  

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Über Natalia Muler

Ich schreibe, seit ich schreiben kann, und reise, seit ich den Reisepass besitze. Momentan lebe ich im sonnigen Spanien und arbeite in der Modebranche, was auch oft mit Reisen verbunden ist, worüber ich dann gerne auf den Portalen von belmedia.ch berichte. Der christliche Glaube ist das Fundament meines Lebens; harmonisches Familienleben, Kindererziehung, gute Freundschaften und Naturverbundenheit sind meine grössten Prioritäten; Reisen und fremde Kulturen erleben meine Leidenschaft; Backen und Naturkosmetik meine Hobbys und immer 5 Minuten zu spät kommen meine Schwäche.


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