Auch Tiere im Ausland verdienen Respekt

15.07.2016 |  Von  |  Allgemein
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Auch Tiere im Ausland verdienen Respekt
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Jedes Land hat andere Gebräuche, was ja das Faszinierende an Ferienreisen ist. Im negativen Sinne gilt dies leider auch für den Tierschutz, der in kaum einem anderen Land auf einem so hohen Standard ist wie in der Schweiz. Das sieht man auf den ersten Blick an den vielen Streunern in den Ferienorten. Oft steckt aber auch grosses Tierleid hinter der vermeintlichen Delikatesse oder der Urlaubsattraktion.

Was Touristen vor allem in südlichen Ländern sofort ins Auge springt, ist die teilweise grosse Anzahl an streunenden Tieren. Man lässt sich als Tierliebhaber leicht dazu verleiten, die Tiere zu füttern. „Das Problem ist, dass sich die Streuner sehr rasch an diese Nahrungsquelle gewöhnen, die dann nach der Feriensaison sofort wieder versiegt“, sagt Julie Stillhart, Länderchefin bei VIER PFOTEN Schweiz. Viel sinnvoller ist es daher, einen lokalen Tierschutzverein direkt am Ferienort mit einer Spende zu unterstützen.

 „Unvergessliche“ Fotos mit Tierbabys

Immer öfter werden Touristen Fotos mit Wildtieren angeboten, sehr beliebt sind natürlich Tierbabys. „Wenn es die Gelegenheit gibt, Selfies oder andere Aufnahmen mit beispielsweise Löwen- oder Tigerbabys zu machen, dann müssen sofort alle Alarmglocken schrillen“, warnt Stillhart. Auch auf Fotos mit ausgewachsenen Tieren wie zum Beispiel Papageien sollte verzichtet werden. Es handelt sich um reine Geschäftemacherei auf Kosten der Tiere, die meist unter inakzeptablen Bedingungen gehalten werden.


Löwenstreicheln in Südafrika (Bild: FOUR PAWS 2015)

Löwenstreicheln in Südafrika (Bild: FOUR PAWS 2015)


Reiten auf Ponys, Eseln, Kamelen oder Elefanten

Ebenfalls ein Klassiker unter den Touristen-Attraktionen, besonders in exotischen Ländern, sind Elefanten-, Pony-, Esel- und Kamelritte. Aber Vorsicht: Die meisten dieser Tiere werden nicht artgemäss gehalten. Oft sind sie auch den ganzen Tag über der Hitze ausgesetzt, ohne Zugang zu frischem Wasser. Genau das ist auch in der jordanischen Felsenstadt Petra der Fall.

Um die Situation vor Ort zu ändern, hat VIER PFOTEN in Zusammenarbeit mit der Princess Alia Foundation sowie der Tourismusbehörde ein Hilfsprojekt für arbeitende Pferde und Esel gestartet. „Unser Projekt zeigt erste Früchte: Der Gesundheitszustand vieler Tiere hat sich in den letzten Monaten erheblich verbessert, neue Stallungen wurden gebaut und ein Wasserableitungssystem zum Schutz vor Sturzfluten wurde installiert“, so Stillhart.


Arbeitspferd in Petra (Bild: PAF FOUR PAWS Abo Inshad)

Arbeitspferd in Petra (Bild: PAF FOUR PAWS Abo Inshad)


Tierleid als Attraktion: Tierkämpfe, Aquaparks und „Souvenirs“

VIER PFOTEN empfiehlt ausserdem, sich von Sportereignissen und Wettkämpfen mit Tieren fernzuhalten und diese damit nicht zu fördern. Ob es die traditionellen Stierkämpfe in Spanien und Portugal oder die grausamen Hunde-, Bären- oder Hahnenkämpfe sind: Ihnen ist gemeinsam, dass Tiere dafür gequält werden. Dasselbe ist auch in Aquarienparks der Fall. Auf Shows mit Meeressäugern und Schwimmen mit Delfinen sollte auf jeden Fall verzichtet werden.

Zu guter Letzt empfiehlt Julie Stillhart, beim Kauf von Souvenirs vorsichtig zu sein: „In vielen Geschäften werden Gegenstände aus Elfenbein, Schildkrötenpanzer, Lederprodukte aus Häuten exotischer Tiere oder Korallen angeboten. Mit dem Kauf trägt man zur Ausrottung geschützter Arten bei.“ Die Einfuhr von Souvenirs, die von bedrohten Arten stammen, ist nach dem Washingtoner Artenschutz-Abkommen nicht erlaubt und wird mit Geldbussen und sogar Freiheitsstrafen geahndet.



 

Artikel von: VIER PFOTEN
Artikelbild: Streunertiere am Strand (© VIER PFOTEN  Mihai Vasile)

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