Auf den Spuren der Bauhaus-Architekten in Baden-Württemberg

30.11.2018 |  Von  |  Deutschland, News, Städtereisen
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Auf den Spuren der Bauhaus-Architekten in Baden-Württemberg
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Leckerbissen für Architektur-Fans: Das legendäre Bauhaus in Weimar hat in Baden-Württemberg viele Spuren und sehenswerte Gebäude hinterlassen. Ein Besuch in Corbusiers Doppelhaus etwa verspricht ein spannendes Erlebnis.

In Baden-Württemberg zählt die Weissenhofsiedlung zu den bedeutendsten Zeugnissen des Neuen Bauens.

Unter der Leitung von Ludwig Mies van der Rohe entwarfen Architekten wie Walter Gropius und Hans Scharoun avantgardistische Häuser mit lichtdurchfluteten Räumen, die neue Impulse für künftiges Bauen geben sollten. Das Doppelhaus von Le Corbusier, das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, steht heute als Museum Besuchern offen.

Vor 100 Jahren, 1919, wurde das Bauhaus in Weimar gegründet. Walter Gropius vereinte dort Handwerk, Kunst und Technik unter einem Dach. Innovative Architekten, Künstler, Fotografen, Grafiker und Designer wie Wassily Kandinsky, Paul Klee, Oskar Schlemmer, Johannes Itten und Lyonel Feininger suchten mit ihren Schülern nach neuen Formen und Materialien. Die Hochschule für Gestaltung musste 1925 nach Dessau und später nach Berlin umziehen. Obwohl sie nach 14 Jahren auf Druck der Nationalsozialisten schliessen musste, gab sie Impulse, welche die Architektur und Kunst des 20. Jahrhunderts prägten.

Siedlungen, Schleusen und Kunst

In Karlsruhe können sich Interessierte durch die Dammerstocksiedlung führen lassen. Danach lässt sich im Slow-Food-Restaurant Erasmus entspannen, das in einem Gropius-Bau untergebracht ist. Sehenswert sind auch die Ländebauten von Hermann Blomeier am Seerhein in Konstanz, die früher als Wartehallen, Cafés und Läden am Fährhafen dienten. Bedeutende Zeugnisse sind weiter die Schwarzwaldhalle in Karlsruhe und das „Haus auf der Alb“ in Bad Urach.

27 Schleusen liegen am Neckar zwischen Stuttgart und Mannheim: Sie wurden von 1927 bis 1935 errichtet und der jeweiligen Landschaft angepasst. Heute zählen sie zu den 100 Orten, die vom deutschlandweiten „Bauhaus-Verbund 2019“ als herausragende Beispiele ausgewählt wurden. Auch das Gebäude der Hochschule für Gestaltung in Ulm, an der die Bauhaus-Ideen in den 1950er-Jahren fortgeschrieben wurden, gehört dazu.

Nicht nur Gebäude, auch zahlreiche Kunstwerke zeugen von der Zeit. Die Staatsgalerie Stuttgart zeigt in ihrer Sammlung Werke der Bauhaus-Lehrer Oskar Schlemmer und Johannes Itten.


Karlsruhe, Siedlung Dammerstock (Bild: © TMBW / Gregor Lengler)

Karlsruhe, Siedlung Dammerstock (Bild: © TMBW / Gregor Lengler)


Stuttgart-Weissenhof, Hans Scharoun, Wohnhaus 1927 (Bild: © TMBW / Gregor Lengler)

Stuttgart-Weissenhof, Hans Scharoun, Wohnhaus 1927 (Bild: © TMBW / Gregor Lengler)


Adolf Schneck-Haus, Auf Der Alb 1929, Bad Urach (Bild: © TMBW / Gregor Lengler)

Adolf Schneck-Haus, Auf Der Alb 1929, Bad Urach (Bild: © TMBW / Gregor Lengler)


100 Jahre Bauhaus

Verschiedene Museen würdigen die Bauhaus-Gründung mit Sonderausstellungen. Die Staatsgalerie Stuttgart veranstaltet im Frühsommer 2019 das Projekt „Weissenhof City“, bei dem sich junge Künstler mit Themen des Bauhauses beschäftigen. Ab November 2019 zeigt sie Bauhaus-Mappen mit grafischen Arbeiten.

„Die ganze Welt ist ein Bauhaus“ heisst eine Ausstellung des Instituts für Auslandsbeziehungen in Stuttgart. Sie tourt derzeit durch verschiedene Museen weltweit. Im Herbst 2019 kommt sie dann ins Zentrum für Kunst und Medien ZKM in Karlsruhe.
Die Ausstellung „Ideal Standard“ ist bis zum 28. April 2019 im Zeppelinmuseum in Friedrichshafen zu sehen. Sie geht der Frage nach, was heute Bauhaus ist und welche Parallelen sich zur zeitgenössischen Kunst ziehen lassen.

Im Rahmen des Projektes Bauhaus Studio 100 werden in den Räumlichkeiten der Hochschule für Gestaltung Ulm an 100 Tagen 100 Akteure gezeigt.

 

Titelbild: Stuttgart-Weissenhof, LeCorbusier, Zwei Wohnhäuser 1927

 

Quelle: Tourismus Lifestyle Verlag GmbH, Bern
Titelbild: © TMBW / Gregor Lengler

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