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Auf den Spuren lombardischer Kulturstädte, Teil V – Cremona, die Stadt der Geigenbauer

24.09.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Auf den Spuren lombardischer Kulturstädte, Teil V – Cremona, die Stadt der Geigenbauer
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Auf der Rundreise durch die lombardischen Kulturstädte darf ein Besuch in Cremona nicht fehlen. Denn hier verbinden sich kulturelle mit kulinarischen Genüssen, wenn die zarten Töne einer Geige sich mit dem unwiderstehlichen Duft der ländlichen Küche treffen.

Cremona, die gleichnamige Provinz in der Lombardei, erstreckt sich auf 1800 Quadratkilometer Fläche und liegt zwischen den Flüssen Po, Adda und Oglio sowie Serio. Letztgenannter durchfliesst die zweitwichtigste Stadt der Region Crema, doch das Herz der Region bildet unbestritten Cremona, denn hier erleben Feriengäste das einmalige Ambiente des Dolce far niente und der bäuerlichen Kultur der Region.

Café in der Altstadt von Cremona (Bild: Alain Rouiller, Wikimedia, CC)

Café in der Altstadt von Cremona (Bild: Alain Rouiller, Wikimedia, CC)

Torazzo, Geigen und Küche



Wer Cremona besucht, findet eine idyllische Kleinstadt fernab der bekannten Industriestädte in der Umgebung vor. Nach einem gemütlichen Brunch in einem der kleinen Cafés geht es an die Besichtigung. Eine besondere Attraktion bietet die kleine Altstadt mit dem herrlichen Domplatz und dem 111 Meter hohen Torazzo, also dem Glockenturm, wobei dies nicht der einzige sakrale Bau ist. In unmittelbarer Nähe gibt es noch mindestens ein Dutzend geschichtsträchtiger und kunsthistorisch bedeutender Kirchen, wobei sämtliche Baustile wie Mittelalter, Renaissance oder Barock und Neoklassizismus vertreten sind.

Die musikalische Vergangenheit der Stadt hat aber ebenso berühmte Namen zu bieten. Denn Cremona ist die Heimatstadt bekannter und berühmter Geigenbauerfamilien wie Amati, Stradivari oder Guarneri. Auch Claudio Monteverdi und Amilcare Ponchielli wurden hier geboren und haben ihren Einfluss geltend gemacht. Noch heute gibt es hier die Scuola Internazionale di Liuteria, also die internationale Geigenbauschule.





Geigenbauerin in Cremona (Bild: Hildegard Dodel, Wikimedia, CC)

Geigenbauerin in Cremona (Bild: Hildegard Dodel, Wikimedia, CC)

Stadtrundgang nimmt Ausgang beim Domplatz

Beim Dom lohnt sich ein Ausflug in den Glockenturm, der zwar die Besteigung von 487 Stufen notwendig macht, aber dafür wird man oben mit einem herrlichen Blick weit über Cremona hinaus belohnt. Zusätzlich findet man hier ein astronomisches Uhrwerk, das 1853 von Divizioli erschaffen wurde.

Auf der benachbarten Piazza dal Commune befindet sich die Loggia die Militi mit ihrer beeindruckend offenen Bogenstruktur. Hier gibt es einen einzigen Saal im Inneren, der ursprünglich der Versammlung der Kommandatur der Zivilmiliz diente. Wer einen Abstecher in ein Museum machen möchte, dem sei das Stradivari-Museum empfohlen. Hier gibt es nicht nur Einblicke in das damalige Leben des Geigenbauers, sondern auch einige echte Stradivaris. Insgesamt finden sich hier mehr als 700 Exponate der Geigenbauerfamilien und damit tatsächlich eine repräsentative Auswahl der damaligen Instrumentenbaukunst.

Loggia die Militi in Cremona (Bild: David Nicholls, Wikimedia, CC)

Loggia die Militi in Cremona (Bild: David Nicholls, Wikimedia, CC)

Ausflüge in die Umgebung sind lohnenswert



Wer mehr als nur einen kurzen Abstecher nach Cremona macht, sollte Ausflüge in die Umgebung einplanen. Sehr sehenswert ist die Nachbarstadt Crema, in deren Altstadt der sagenumwobene Dom aus dem 14. Jahrhundert steht. Während eines Stadtbummels kann man die eleganten Herrschaftshäuser bewundern oder aber einen Blick in die wunderschöne Barockkirche Santissima Trinità werfen. Im bramantischen Stil überzeugt die Wallfahrtskirche Santa Maria della Croce.

Die Wallfahrtskirche Santa Maria della Croce in Crema (Bild: Michele Scandelli, Wikimedia)

Die Wallfahrtskirche Santa Maria della Croce in Crema (Bild: Michele Scandelli, Wikimedia)

Auch Soncino bietet einige Sehenswürdigkeiten, die während eines Aufenthaltes in Cremona besichtigt werden sollten. Da wäre zum einen die beeindruckende Sforza-Festung, die als besterhaltene der ganzen Region gilt. Gleichzeitig finden Besucher in der Innenstadt aber auch das Haus der jüdischen Drucker, das aus dem 14. Jahrhundert stammt und als erste Druckerei für hebräische Schrift in ganz Italien gilt. Neben der Renaissancekirche Santa Maria delle Grazie lohnt sich ein Ausflug in den Parco del Tinazzo, wo man ein herrliches Picknick im Grünen geniessen kann.

Knapp 20 Kilometer vor Cremona direkt am Ufer des Flusses Adda liegt Pizzighettone. Hier ist der ideale Punkt, um eine ausgiebige Besichtigungstour durch das gesamte Stadtzentrum von Cremona zu beenden. Vor allem wenn die Tage länger sind, kann man das mediterrane Flair geniessen und vielleicht eine kleine Kreuzfahrt auf der Adda machen. Zahlreiche Restaurants und kleine Cafés laden zudem zu köstlichem Cappuccino oder Gelati ein. Wer lieber auf Sightseeingtour geht, dem sind Sehenswürdigkeiten wie eine Stadtmauer aus der Renaissance sowie beklemmende Kerker, in denen einst sogar Franz I., König von Frankreich, im Jahr 1525 gefangen gehalten wurde, empfohlen.

Was wäre ein Kurzbesuch in Cremona ohne einen Abstecher nach Casalmaggiore? Dieses reizvolle Städtchen liegt direkt am Po und hat die beeindruckende Piazza Garibaldi mit dem gleichnamigen Palazzo zu bieten. Casalmaggiore gilt seit dem Ende des 19. Jahrhunderts als kleine Schmuckhochburg, deren schönste Exponate im Bijou-Museum zu besichtigen sind. An sakralen Bauten gibt es hier die Wallfahrtskirche Beata Vergine della Fontana mit dem wundertätigen Brunnen sowie den majestätischen Dom. Auch das kleine Stadttheater, das aus dem 18. Jahrhundert stammt, ist einen Besuch wert, wobei die Architektur genauso beeindruckt wie allfällige Aufführungen, die hier noch regelmässig stattfinden.

 

Oberstes Bild: Dom mit Baptisterium in Cremona (© Roman Klementschitz, Wikimedia, GNU)

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Über Susanne Mairhofer

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