Belize – kulturelle Vielfalt und faszinierende Naturschauspiele

09.04.2014 |  Von  |  Alle Länder, Nordamerika
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Belize – kulturelle Vielfalt und faszinierende Naturschauspiele
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Belize nimmt unter den mittelamerikanischen Ländern in vielerlei Hinsicht eine Sonderstellung ein. Als einziges nicht-spanischsprachiges Land mit einer ungewöhnlichen kulturellen Vielfalt wird Belize im Gegensatz zu seinen Nachbarn vor allem von seinen afrikanischen Wurzeln geprägt. Zugleich ist aber auch das Erbe der alten Mayas überall präsent, die im Urwald von Belize eindrucksvolle Zeugnisse ihrer Zivilisation hinterlassen haben.

Belize, das bedeutet aber auch unberührte Natur in einer faszinierenden Vielfalt. Von undurchdringlichen Regenwäldern bis zu palmengesäumten Sandstränden, von karibischen Mangrovenwäldern bis hin zum zweitgrössten Korallenriff der Welt – trotz seiner geringen Grösse ist Belize aussergewöhnlich reich an einzigartigen Naturschauspielen, die eine Reise in das bevölkerungsärmste Land Mittelamerikas zu einem unvergesslichen Erlebnis machen.



Als ehemalige britische Kolonie ist Belize im Gegensatz zu allen anderen mittelamerikanischen Staaten englischsprachig, was die Verständigung besonders für diejenigen Reisenden erleichtert, die sich in den spanischsprachigen Nachbarländern aufgrund mangelnder Spanischkenntnisse mit Händen und Füssen verständigen müssen. Auch in Belize wird Spanisch jedoch von einem Grossteil der Bevölkerung gesprochen.

Fischer vor der Insel Ambergris Caye (Bild: Ken Douglas / Wikimedia / CC)

Fischer vor der Insel Ambergris Caye (Bild: Ken Douglas / Wikimedia / CC)

Kleines Land mit vielen Kulturen

Bei nicht einmal 350.000 Einwohnern kann Belize eine kulturelle Vielfalt aufweisen, wie sie in Mittelamerika einmalig ist: Mestizen und indigene Bewohner, Kreolen und dunkelhäutige Belizer leben in dem kleinen Küstenstaat Seite an Seite und zeugen von der historisch bedingten kulturellen Vermischung, die ihre Ursprünge in der Zeit des Sklavenhandels hat. Daneben vervollständigen deutschstämmige Mennoniten und Nachfahren von Einwanderern aus allen Teilen der Welt das kulturelle Mosaik Belizes.

Der Sklavenhandel hat in Belize anders als in den Nachbarstaaten bis heute seine Spuren hinterlassen, und der Grund für die afrikanischen Wurzeln vieler Belizer hängt mit zwei Ereignissen zusammen. Während der Kolonialzeit diente die Küste von Belize britischen Piraten als Rückzugsort, die 1670 im Rahmen eines Friedensabkommens mit den Kolonialmächten Spanien und Grossbritannien die Erlaubnis zur Holzgewinnung erhielten. Mit dem erhöhten Bedarf an Arbeitskräften in der Holzwirtschaft hielt auch der Sklavenhandel in Belize Einzug.

Garifuna-Tänzer in Dangriga (Bild: Rick Goldman / Wikimedia / CC)

Garifuna-Tänzer in Dangriga (Bild: Rick Goldman / Wikimedia / CC)




Ein zweites Ereignis führte die Volksgruppe der Garifuna nach Belize, eine ethnische Mischung aus afrikanischen Sklaven, Kariben und Arawak. Die Garifunas wurden Ende des 18. Jahrhunderts von St. Vincent auf die Bay Islands des heutigen Honduras umgesiedelt und wanderten später zu einem Grossteil nach Belize aus.



Belize City und Belmopán, die alte und die neue Hauptstadt

Belize City ist, wie der Name verrät, die ursprüngliche Hauptstadt Belizes. Dass die Küstenstadt diesen Titel 1970 an Belmopán verlor, ist auf die Bedrohung durch die Naturgewalten zurückzuführen; 1961 wurde die Stadt von einem Hurrikan fast völlig zerstört. Mit rund 70.000 Einwohnern ist Belize City jedoch nach wie vor grösste Stadt und kulturelles Zentrum von Belize, und neben vielen Gebäuden aus der Kolonialzeit hat die Stadt auch einige ganz besondere Sehenswürdigkeiten zu bieten. Dazu zählt allen voran die Belize Swing Bridge, eine von nur wenigen Drehbrücken weltweit, die noch heute täglich von Hand verstellt werden.

Koloniales Rathaus in Belize City (Bild: Padraic Ryan / Wikimedia / CC)

Koloniales Rathaus in Belize City (Bild: Padraic Ryan / Wikimedia / CC)

Belmopán, die neue Hauptstadt im Landesinneren, versprüht dagegen mit rund 17.000 Einwohnern den Charme eines grösseren Dorfes. Die Kleinstadt am Fluss Belize zählt zwar kaum zu den touristischen Attraktionen des Landes, dient für Besucher jedoch als Ausgangspunkt zum Nationalpark Guanacaste und zur Maya-Höhle Actun Tunichil Muknal, in der Skelette und andere Fundstücke aus der Hochzeit der Maya besichtigt werden können.

Unter Wasser und im Dschungel: Belizes Natur entdecken

Auf einer Fläche von gerade einmal 23.000 m² – weniger als zwei Drittel der Schweiz – umfasst Belize eine Vielfalt an Naturschauspielen, von der viele weit grössere Länder nur träumen können. Die palmengesäumten Sandstrände des kleinen Landes werden vom türkisen Karibikwasser umspült, wie es keine Postkarte schöner darstellen kann, und entlang der Küste zieht sich gleich eine ganze Reihe traumhafter Inseln. Das Inland von Belize wird bestimmt von Regenwäldern, weiten Steppen und den sanften Hügellandschaften der Maya Mountains, und unzählige Schutzgebiete im ganzen Land bieten Gelegenheit, Belizes unberührte Natur auf Wanderungen zu entdecken.

Great Blue Hole (Bild: U.S. Geological Survey (USGS) / Wikimedia / public domain)

Great Blue Hole (Bild: U.S. Geological Survey (USGS) / Wikimedia / public domain)

Die grösste Attraktion des Landes liegt jedoch unter Wasser: das Belize Barrier Reef, nach dem australischen Great Barrier Reef das zweitgrösste Korallenriff der Welt. Grosse Teile der Riffe sind in Nationalparks geschützt, weshalb sie zu einem Grossteil noch intakt sind. Vor der Küste von Belize liegen auch drei von insgesamt vier Atollen in der Karibik, darunter das berühmte Great Blue Hole, eine eingesunkene Höhle, die an der Wasseroberfläche einen gigantischen Kreis von 330 m Durchmesser bildet.



Auf den Spuren der Maya durch Belize

Inmitten der unberührten Regenwälder Belizes haben Besucher die Möglichkeit, eine erstaunliche Anzahl an Maya-Ruinen aus der klassischen Periode dieser alten mittelamerikanischen Zivilisation zu entdecken. Viele der Ruinenstädte sind bis heute kaum freigelegt und bieten von den Dächern über tausendjähriger Tempel aus einen atemberaubenden Blick über die Weiten des Dschungels.

Maya-Stadt Xunantunich (Bild: cjuneau / Wikimedia / CC)

Maya-Stadt Xunantunich (Bild: cjuneau / Wikimedia / CC)

Vor allem die Städte Orange Walk und San Ignacio sind beliebte Ausgangspunkte für einen Besuch der Maya-Ruinen. Während San Ignacio umgeben von bedeutenden Ausgrabungsstätten wie Xunantunich ist, die leicht auf einem Tagesausflug besucht werden können, ist Orange Walk unter anderem Ausgangspunkt für Bootstouren entlang des New River zur Ausgrabungsstätte Lamanai.

 

Oberstes Bild: Strand in Placencia (Bild: Dave ten Broek / Wikimedia / CC)

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