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Chania – Kretas venezianische Perle

12.02.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Chania – Kretas venezianische Perle
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Obwohl Chania nach Heraklion die zweitgrösste Stadt auf Kreta ist, hat sich die 50.000-Einwohner-Stadt bis heute eine überraschend entspannte Atmosphäre bewahrt. Auch Chania ist von Hotel- und Resortanlagen umgeben, die wie in so vielen Tourismuszentren auf Kreta die umliegenden Strände säumen. Der faszinierende venezianische Hafen von Chania bezaubert jedoch wie vor Hunderten von Jahren mit einer Kulisse, die auf Kreta einzigartig ist.

Die Region um Chania im Nordwesten Kretas war bereits vor mehr als 5000 Jahren besiedelt und zählt damit zu den ältesten ununterbrochen besiedelten Orten Europas. Ihren heutigen Glanz verdankt die Hafenstadt jedoch vor allem der venezianischen Herrschaftszeit, die Chania neben Kirchenbauten und Palazzos vor allem ihr Prachtstück, den venezianischen Hafen, beschert hat.

Das heutige Chania gleicht einem faszinierenden Sammelsurium aus venezianischen Hafenfronten und Lagerhäusern, aus griechisch-orthodoxen Kirchen, osmanischen Bauwerken und historischen Wohnhäusern. Während sich entlang der Hafenfront Restaurants und Terrassencafés reihen, tragen die kleinen kunsthandwerklichen Läden und Tavernen in der Altstadt ihren Teil zum Charme der alten Hafenstadt bei.

Venezianischer Hafen von Chania (Bild: Doris Antony / Wikimedia / Lizenz: CC)

Venezianischer Hafen von Chania (Bild: Doris Antony / Wikimedia / Lizenz: CC)




Auf den Spuren der Venezianer unterwegs in Chania

Zu Beginn des 13. Jahrhunderts wurde die Insel Kreta von den Venezianern erobert, die für einen Strom neuer Zuwanderer sorgten und in den Städten herrschaftliche Prachtbauten errichteten. Ab 1320 begannen die Venezianer in Chania mit dem Bau der Hafenanlage und legten damit den Grundstein für das heutige Stadtbild von Chania. Die venezianische Hafenpromenade zählt mit ihren historischen Palazzos zu den schönsten in ganz Griechenland, und die Restaurants und Cafés, die heute in den alten Gebäuden angesiedelt sind, werden längst nicht nur von Touristen gern besucht.



Dass der Hafen von Chania einst ein bedeutender Seehafen war, zeigen die erhaltenen Arsenale am Fischerhafen, die mit ihren Tonnengewölben über den Kaimauern thronen. Im östlichen Teil des Hafens bietet das Nautische Museum von Chania einen faszinierenden Einblick in die lange Geschichte der Seefahrt auf Kreta. Mittelpunkt der Ausstellung ist der Nachbau eines minoischen Schiffes, der Minoa, für dessen Bau ausschliesslich Techniken und Materialien aus der Bronzezeit genutzt wurden. Bereits seit 1962 zeigt auch das Archäologische Museum von Chania in der ehemaligen Klosterkirche der Franziskaner eine lohnenswerte Ausstellung zur Geschichte Westkretas, die Exponate bis zurück zur Urgeschichte der Insel umfasst.

Venezianische Arsenale im Fischerhafen von Chania (Bild: Bernard Gagnon / Wikimedia / Lizenz: CC)

Venezianische Arsenale im Fischerhafen von Chania (Bild: Bernard Gagnon / Wikimedia / Lizenz: CC)

Eine ganz besondere Sehenswürdigkeit thront weithin sichtbar über der Hafeneinfahrt von Chania. Der alte Leuchtturm der Stadt wurde auf den Fundamenten des venezianischen Leuchtturms errichtet, stammt jedoch aus der kurzen ägyptischen Besatzungszeit in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Wenngleich das ursprünglich spitze Kegeldach nicht mehr vorhanden ist, erinnert der Leuchtturm bis heute stark an ein Minarett und trägt damit wesentlich zum orientalischen Flair der Hafenstadt bei.



Chanias osmanisches Erbe

Im August 1645 fiel das bis dahin venezianisch regierte Chania unter türkische Herrschaft, und die umfassenden Umbauarbeiten, in deren Zuge viele Kirchen in Moscheen verwandelt wurden, erinnern noch heute an die osmanische Zeit Chanias. Neben den Gebetshäusern mit ihren charakteristischen Minaretten errichteten die Osmanen Hamams und prachtvolle Wohnhäuser, die bis heute an ihren Holzerkern erkannt werden können.

Hassan-Pascha-Moschee (Bild: Bernard Gagnon / Wikimedia / Lizenz: CC)

Hassan-Pascha-Moschee (Bild: Bernard Gagnon / Wikimedia / Lizenz: CC)

Ein aussergewöhnliches Bauwerk aus der osmanischen Herrschaftszeit kann im westlichen Teil des Stadthafens besucht werden: die Hassan-Pascha-Moschee, die nach der Leibgarde des Sultans auch als Janitscharen-Moschee bekannt ist. Die Hassan-Pascha-Moschee wurde bereits kurz nach der Eroberung Chanias durch die Türken erbaut und thront mit ihrer mächtigen zentralen Kuppel weithin sichtbar über dem Wasser. Heute dient die Moschee als Ausstellungsraum für Kunstausstellungen.



Einen Einblick in die wechselhafte Geschichte Chanias bieten gleich mehrere städtische Museen, allen voran das Historische Museum von Chania, das in einer neoklassizistischen Villa unter anderem Erinnerungsstücke aus dem Freiheitskampf gegen die osmanische Herrschaft umfasst. Unweit des Historischen Museums präsentiert ausserdem das Kriegsmuseum Waffen und viele weitere Gegenstände aus dem Freiheitskampf, aber auch aus dem Widerstandskampf gegen die deutsche Besatzungsmacht im II. Weltkrieg.





Altstadt von Chania (Bild: Bernard Gagnon / Wikimedia / Lizenz: CC)

Altstadt von Chania (Bild: Bernard Gagnon / Wikimedia / Lizenz: CC)

Rund um Chania: Kretas schönste Seiten entdecken

Vielen Reisenden dient der Flughafen von Chania lediglich als Durchgangsstation zu den kretischen Traumstränden. Mit ihrem einzigartigen venezianischen Charme und der entspannten Atmosphäre ist aber auch die Hafenstadt selbst ein lohnenswertes Reiseziel und ein idealer Ausgangspunkt für Tagesausflüge in die Umgebung. Der legendäre minoische Palast Knossos ist von Chania aus keine zwei Fahrtstunden entfernt, wenngleich er am entgegengesetzten Ende der Insel liegt; die atemberaubende Samaria-Schlucht führt ausserdem südlich von Chania bis ans Libysche Meer hinab.

Die Samaria-Schlucht zählt mit einer Länge von 17 km zu den längsten Schluchten in Europa und bildet einen spektakulären Gegensatz zur Strandidylle der kretischen Küsten. Bis auf eine Höhe von über 1200 m steigen die Berge südlich von Chania an und bilden dabei geschlossene Felswände von bis zu 600 m Höhe, die den Wanderern auf den Talpfaden – zum Teil nur wenige Meter breit – bisweilen den Atem rauben können.

Samaria-Schlucht (Bild: Lapplaender / Wikimedia / Lizenz: CC)

Samaria-Schlucht (Bild: Lapplaender / Wikimedia / Lizenz: CC)

Südöstlich von Chania zeugt ausserdem die archäologische Stätte Aptera von der Jahrtausende andauernden Besiedelung der Region, die bis in die Antike zurückreicht. Aptera liegt hoch über der Bucht von Souda mit dem grossen Fährhafen von Chania und bietet einen spektakulären Blick über die Bucht.

 

Oberstes Bild: Hafenpromenade von Chania (Bild: Olaf Tausch / Wikimedia / Lizenz: CC)

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Über Andrea Rathjen

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