Couchsurfing.com – Überall auf der Welt zu Gast sein

21.02.2014 |  Von  |  Alle Länder, Allgemein
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Couchsurfing.com – Überall auf der Welt zu Gast sein
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Seit ein paar Jahren haben es sich soziale Netzwerke auch auf dem Sofa bequem gemacht, jedenfalls wenn es ums Reisen geht: Wohl kaum eine Tourismus-Innovation hat on- und offline für soviel Wirbel gesorgt wie der Launch von Couchsurfing.org. Die Idee ist ja auch genial: Man trägt sich in einer weltweiten Online-Datenbank ein und stellt seine Coach (und in vielen Fällen auch das Gästebett) für kostenfreie Übernachtungen zur Verfügung. Im Gegenzug kann man auch selbst für kleines Geld zu den teuersten Luxuszielen fahren und wird dort von völlig Fremden für die Nacht willkommen geheissen.

Inzwischen hat sich rund um die Plattform ein kleiner Kult etabliert – und es gibt definitive Erfahrungswerte, von denen Sie als Neuling ab dem ersten Besuch profitieren können. Wir haben acht Tipps zusammengestellt, wie Sie das Meiste aus dem Gastfreundschaftsnetzwerk herausholen und sich vor unliebsamen Überraschungen schützen können.

Länder mit mehr als 500 registrierten Couchsurfern, Stand: 3. Januar 2011 (Bild: Kransky, Wikimedia, CC)

Länder mit mehr als 500 registrierten Couchsurfern, Stand: 3. Januar 2011 (Bild: Kransky, Wikimedia, CC)




1. Pflegen Sie Ihr eigenes Profil sorgfältig

Füllen Sie die Funktionen „Allgemeine Informationen“ und „Über mich“ sorgfältig aus; seien Sie spezifisch, aber verraten Sie nur das, womit Sie sich wohlfühlen. Machen Sie keine Kompromisse, zum Beispiel bei der Haustier-Option, um nicht kleinlich zu erscheinen – Sie sind der Gastgeber, Sie setzen die Regeln. Aktualisieren Sie das Profil so häufig wie nötig, vor allem im Hinblick auf Ihre Verfügbarkeit („Couch frei“).



2. Lassen Sie sich verifizieren

Wenn es Ihnen „ernst“ ist mit Ihrem zukünftigen Hobby Couchsurfing, dann lassen Sie sich verifizieren – Sie erhöhen damit die Wahrscheinlichkeit der akzeptierten Anfragen deutlich und helfen der Plattform dabei, ein vertrauenswürdiges, transparentes Netzwerk aufzubauen. Die Identitätsprüfung findet online über Bankeinzug bzw. Kreditkartenbuchung eines minimalen Betrages statt. Ihr Status wechselt nach erfolgter Transaktion zu verifiziert und Sie können auch selbst nur nach verifizierten Mitgliedern suchen.

Mitglied-Profil bei Couchsurfing.org (Bild: Sigurdas, Wikimedia, CC)

Mitglied-Profil bei Couchsurfing.org (Bild: Sigurdas, Wikimedia, CC)

3. Nutzen Sie die Suchoptionen optimal aus

Dies vorausgeschickt: Schränken Sie Ihre Suchfunktionen gerade bei couchsurfing.com nicht gleich zu sehr ein. Die Versuchung ist gross, denn schliesslich scheint das die Wahrscheinlichkeit einer Unterbringung ganz nach Ihrem Individuellen Geschmack zu vergrössern. Aber jede gewählte Option lässt Gastgeber durch Ihr Raster fallen, die Ihnen vielleicht doch gefallen hätten. Selbst wenn Sie eine sehr spezifische Reise planen: Legen Sie sich zunächst nur auf Ihr Reiseziel wirklich fest und gehen Sie dann unter den vorhandenen Anbietern „shoppen“.

Vor allem gilt das für die „Couch frei“-Funktion: Wählen Sie ruhig „Vielleicht“ genauso wie „Ja“ aus. Viele Gastgeber wählen diesen Status aus Vorsicht oder wegen Anfragenüberflutung, selbst wenn sie ganz sicher einen Platz haben. Probieren Sie nacheinander die Sortierfunktionen „Letztes Login“ aus, wenn Ihnen eine schnelle Antwort wichtig ist (klicken Sie dann auf höchstens sieben Tage) und „Erfahrung“, wenn Sie das erste Mal Couchsurfen und gerne einen erfahrenen Gastgeber hätten. Falls Ihnen der persönliche Kontakt wichtig ist, können Sie abschliessend in den Profilen nach gemeinsamen Interessen suchen.

4. Geben Sie sich Mühe mit Ihren Anfragen

Lesen Sie sich vorher die Selbstbeschreibung der Gastgeber genau durch und beziehen Sie sich in Ihrer Anfrage darauf – keine „Copy & Paste“-Floskeln! Werden Sie persönlich im besten Sinne, ohne zu kumpelhaft zu sein: Manche Gastgeber lieben Gäste, bewahren aber dennoch gerne eine kleine Distanz.

Geben Sie exakt an, wann Sie ankommen und wieder abfahren werden bzw. möchten und ob diese Zeiten noch verhandelbar sind. Denn vielleicht hat Ihr Wunschkandidat drei von vier Nächten frei, bietet dies aber nur an, wenn Sie flexibel sind. Geben Sie Ihre Telefonnummer an und erfragen Sie die Ihres Gastgebers für den Fall der Fälle.

Reagieren Sie umgekehrt unbedingt auf alle von anderen Mitgliedern kommenden Anfragen, auch wenn Sie sie negativ beantworten müssen. Das ist nicht nur höflich, sondern wirkt sich auch positiv auf Ihre angezeigte „Antwortquote“ aus.

5. Sichern Sie Ihre Anfrage

Speichern Sie alle Anfragen, Einträge und Nachrichten vor dem Abschicken in einem eigenen Ordner lokal ab. Dann ärgern Sie sich nicht, falls das System mal einen Fehler aufweist und Sie können immer auf Ihre (natürlich dann noch zu individualisierende) Standardanfrage zurückgreifen.



6. Es muss ganz schnell gehen?

Dann ist die „Emergency List“ in den jeweiligen Städte-Gruppen Ihre Anlaufadresse. Dort finden Sie Gastgeber, die so gut wie immer und auch sehr kurzfristig Gäste aufnehmen. Manchmal kann es dort wie in einem Taubenschlag zu gehen und Sie sollten auch mit weniger Komfort zufrieden sein; dafür treffen Sie auf tolerante, offene Hosts mit einem grossen Herz.

7. Investieren Sie Phantasie in ein schönes Gastgeschenk



Auch wenn der Charme von coachsurfing.com im geldlosen Tauschcharakter besteht: Jeder freut sich über ein Mitbringsel. Das muss nichts Materielles sein: Sie können auch vor Ort etwas Leckeres, für Ihren Herkunftsort Typisches kochen oder backen. Orientieren Sie sich beim Kauf eines tatsächlichen Geschenks an den Interessen Ihres Gastgebers.





Couchsurfing meet in Jaisalmer, Indien (Bild: Vipingoyal, Wikimedia, CC)

Couchsurfing meet in Jaisalmer, Indien (Bild: Vipingoyal, Wikimedia, CC)

8. Bespielen Sie das Bewertungssystem ausführlich und zuverlässig

Die Plattform lebt von einem lebendigen und ehrlichen Empfehlungsmarketing. Nehmen Sie sich die Zeit, Ihren Teil dazu beizutragen – es stehen Ihnen hierfür viele Möglichkeiten offen. Sie werden ausserdem hinsichtlich der Häufigkeit Ihrer Empfehlungen von anderen eingeschätzt. Seien Sie aber realistisch und nicht zu grosszügig, vor allem mit Funktionen wie dem „Vouching“.

Vergeben Sie diese „Bürgschaft“ nur an Gastgeber, für die Sie auch wirklich die Hand ins sprichwörtliche Feuer legen können. Das sollte eine längere, persönliche Bekanntschaft und vorhandenes, eigenes Vertrauen voraussetzen – nicht nur einen einmaligen, angenehmen Aufenthalt.

Übrigens können umgekehrt auch Menschen, die Sie kennen und ebenfalls Mitglied der Community sind, Ihnen eine Referenz schreiben – quasi als Charakterzeugnis, unabhängig davon, ob diese schon mal bei Ihnen übernachtet haben.

Übrigens: Meist haben viele negative Bewertungen einen Grund; seien Sie dann vorsichtig, wenn Sie den Host anfragen. Ein Host ohne Bewertungen hingegen ist einfach nur neu auf der Plattform und wird sich wahrscheinlich eben deshalb besondere Mühe als Gastgeber geben.

 

Oberstes Bild: Couchsurfing – Innovation im Tourismus  (Bild: Rainer Sturm / pixelio.de)


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