Die Alm – von der Schutzhütte zum komfortablen Feriendomizil

24.09.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa, Schweiz
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Die Alm – von der Schutzhütte zum komfortablen Feriendomizil
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Was die Ansprüche an Ferien betrifft, so haben sie sich nicht nur in Bezug auf fremde Länder, ferne Kontinente oder luxuriösere Unterkünfte geändert. Viele verbringen ihre freie Zeit heute auch beim Bergwandern.

Und genau da spielt die Alm eine grosse Rolle. Denn wo sie einst zweckmässig und eher spartanisch eingerichtet war, hat sich in den letzten Jahren viel verändert. Es geht nicht mehr nur darum, Schutzsuchenden auf dem Berg Unterschlupf und eine Mahlzeit zu gewähren. Viele Hütten sind nun selbst zum Ziel einer Wanderung geworden und präsentieren sich entsprechend exklusiv. Wo früher Vieh gehalten wurde, findet man heute Räume für Meetings, und wo sich einst die Tränke befand, steht nun ein Whirlpool.

Sennhütte aus dem Jahr 1520 von der Schweizer Axalp, nun im Freilichtmuseum Ballenberg. (Bild: Sandstein, Wikimedia, CC)

Sennhütte aus dem Jahr 1520 von der Schweizer Axalp, nun im Freilichtmuseum Ballenberg. (Bild: Sandstein, Wikimedia, CC)

Die Alm einst und heute

Ursprünglich waren auf den Almen im Sommer die Senner oder Sennerinnen, die eine Unterkunft für ihre Tätigkeit brauchten. Wer als Schutz suchender Bergsteiger vorbeikam, dem wurde Unterschlupf gewährt und aus Almerzeugnissen eine Mahlzeit kredenzt. Doch im Laufe der Jahre hielt die Technisierung auch in den Bergen Einzug. Wirtschaftswege wurden erschlossen und Liftanlagen gebaut. Auch die Versorgung mit Strom, Wasser und Heizung hat sich durchgesetzt.



Und damit entwickelte sich die Alm mehr und mehr zur Feriendestination, die mehr bot als eine Portion Schlaf auf einem simplen Matratzenlager und eine Portion Kasspatzen mit Einbrenn aus der Eisenpfanne. Heute wählen auch Nichtalpinisten eine Hütte in den Bergen als Feriendomizil aus, wobei es bei den Anbietern unterschiedliche Attraktionen gibt. Da wären etwa eine Weinprobe auf der Alm oder sogar Wellnessferien mit Spa-Bereich und Sauna oder auch Tagungen zu speziellen Themen im Angebot – eigentlich allesamt nicht wirklich Themen, die in das traditionelle Bild einer Schutzhütte passen.

Neue Ferienhaussiedlung auf der Belalp bei Naters im Wallis (Bild: Erich Westendarp  / pixelio.de)

Neue Ferienhaussiedlung auf der Belalp bei Naters im Wallis (Bild: Erich Westendarp / pixelio.de)

Aus der Almküche wird Sterneküche



Einige Berghütten haben sich zu richtigen Sterneküchen entwickelt, wo man mehrseitige Speisekarten findet und wo traditioneller Kaiserschmarrn edlem Kaviar weichen muss. Besonders einfallsreiche Hüttenbetreiber schaffen eine Art Kochduell auf einer ehemaligen Selbstversorgerhütte, bei denen die Teilnehmer maximal vier Zutaten mitbringen dürfen. Wer noch höhere Ansprüche hat, kann nach dem Schlemmen auch quasi Gourmet-Schlummern.

Wer auf der Suche nach Fünf-Sterne-Almenflair ist, wird etwa im österreichischen Kitzbühel fündig. Hier gibt es Bergluft pur nicht auf einem Matratzenlager, sondern in exklusiven kleinen Chalets. Zusätzlich können die Gäste Hamam und Massagen geniessen. Als Kontrastprogramm warten urige Abende in den gemütlichen Räumen vor dem Design-Kamin und bei Volksmusikabenden. Immer im direkten Blick: die herrliche Kulisse der Alpen.





Touristisch bewirtschaftete Almhütte (Bild: chnurrli46  / pixelio.de)

Touristisch bewirtschaftete Almhütte (Bild: chnurrli46 / pixelio.de)

Therapeutische Nutzung ist im Kommen

Doch es gibt sie noch, die einsamen Berghütten, die tatsächlich fernab der Zivilisation und von Massentourismus errichtet wurden. Auch an ihnen nagt der Zahn der Zeit und sie werden laut jüngsten Trends zu wahren Therapielocations. Kein klingelndes Telefon, keine E-Mails und keine Deadlines für das nächste Projekt. Eine Umgebung, in der Stressgeplagte Abstand zum hektischen Alltag gewinnen und sich eventuell vom Burn-out erholen können.

Neben der Abgeschiedenheit und der herrlichen Natur ist es für echte Erholungssuchende auch wichtig, in fixe Zeitabläufe eingebunden zu sein. Der neueste Trend geht dahin, dass Betreiber die Besucher zum Arbeiten auf der Alm animieren. Rustikale Tätigkeiten wie Käse erzeugen, im Heu arbeiten oder Butter herstellen kommen bei den Gästen an. Damit wird ein einfacher, aber effizienter Lebens- und Alltagsrhythmus erzeugt, der nicht nur gestressten Managern, sondern allen Gästen gut tut.

 

Oberstes Bild: Die einstige Schutzhütte im Gebirge hat sich zu einer beliebten Ferienunterkunft entwickelt, die dennoch Naturverbundenheit signalisiert. (© HeiFisch  / pixelio.de)

Über Susanne Mairhofer

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