Duftende Versuchung: Die Hanbury Botanical Gardens bei Ventimiglia

04.03.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Duftende Versuchung: Die Hanbury Botanical Gardens bei Ventimiglia
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Ist das etwa Grace Kelly auf der Terrasse der Villa Hanbury? Ja und nein. Es ist Oktober 2012, und Nicole Kidman geniesst als Grace Kelly alias Fürstin Gracia Patricia von Monaco den Blick über Kap Mortola – am Set eines Films („Grace of Monaco“), der Mai 2014 ins Kino kommt. Auch privat zeigte sich die Filmdiva angetan, und postete bei Facebook: „Die Aussicht von der Villa Hanbury in Ventimiglia ist atemberaubend. Nic xx.“

Die gleiche Naturbegeisterung war es, die eine englische Familie inspirierte, nahe Ventimiglia einen botanischen Garten zu schaffen. Der Traum: Pflanzen aller Klimazonen der Erde in bevorzugter Lage und dem milden Klima der Blumenriviera zu akklimatisieren. Dem Engagement von Botanikern, Agronomen und Landschaftsgärtnern gelang ein sowohl botanisch als auch landschaftlich überwältigendes Ensemble von 5800 Arten schmückender Blühpflanzen, Heilkräuter und Früchte. Eine europaweit einmalige Harmonie von Architektur, Gartenkonzept und Terrassenanlagen.



Die Aussicht von der Villa Hanbury in Ventimiglia ist atemberaubend (Bild: Tangopaso, Wikimedia, CC)

Die Aussicht von der Villa Hanbury in Ventimiglia ist atemberaubend (Bild: Tangopaso, Wikimedia, CC)

Die Geschichte der Hanbury Botanical Gardens (Giardini Botanici Hanbury)

Als erfolgreicher Kaufmann auf allen Weltmeeren unterwegs, nutzte Sir Thomas Hanbury die Gelegenheit und sammelte Samen aus aller Welt. Hanbury, der an der Cote d’Azur lebte, erfüllte sich, fasziniert von der Schönheit malerischer Hanglage und dem augenscheinlich idealen Klima für botanische Experimente, einen Lebenstraum.



1867 kaufte er das Land sowie die Villa Orengo mit weitem Blick über das Mittelmeer und gut geschützt wachsende Olivenhaine, Wein und Macchie. Gemeinsam mit Bruder Daniel und dem Heidelberger Gärtner Ludwig Winter reifte der Plan für einen Botanischen Garten.

Hanbury nahm auch die Renovierung der Villa Orengo in Angriff. Das Herz der Villa ziert ein Turm: Lokale und britische Baumeister verwandelten die Orengo in eine hochelegante Residenz, deren gemischte Architektur als anschauliches Beispiel für den Eklektizismus gehandelt wird, einschliesslich kleiner Ableger im Park als Spiegelbild jenes kulturellen Milieus. Der Besucher tritt durch ein imposantes Tor aus dem 18. Jahrhundert, während der eigentliche Terrassengarten mit seinem Netz aus Pfaden und Wegen von luftigen Zäunen aus Schmiedeeisen umschlossen wird.

Spaziergang im Giardini Botanici Hanbury (Bild: Daderot, Wikimedia, CC)

Spaziergang im Giardini Botanici Hanbury (Bild: Daderot, Wikimedia, CC)

Wies der Index seminum 1883 um 600 Samenarten aus, sind es im Katalog von 1912 schon 5´800. Als Thomas Hanbury 1907 starb, führte Sohn Cecil dessen Lebenswerk fort. Leider ging der Erste Weltkrieg auch an Hanbury Gardens nicht spurlos vorüber: Lady Dorothy Hanbury arbeitete leidenschaftlich daran, den Gärten zu früherem Glanz zu verhelfen. Auch die Amici dei Giardini Botanici Hanbury fühlen sich, zum Beispiel in Zusammenarbeit mit Kew Gardens bei London, der wissenschaftlichen Bedeutung von Hanbury als Arterhaltungsinstrument verpflichtet.

1960 kaufte der italienische Staat die Gärten, die nun das Institut für Ligurische Studien betreute. Seit 1987 ist Hanburys Pflege der Universität von Genua (Università degli Studi di Genova) anvertraut – und trägt seit 2006 den Titel UNESCO Weltkulturerbe. Der botanische Prachtgarten bezaubert mit einer überwältigenden Vielfalt tropischer und subtropischer Vegetation, darunter Kakteen und Sukkulenten, aber auch Bambus- und Eukalyptus, dazu Mediterranes mit Zitruspflanzen, Pinien und Zypressen. Und all das auf einem vergleichsweise schmalen Areal zwischen Via Aurelia und Meer. Schade, dass sich das Gelände einer Osterweiterung verweigert: Dort wird die Küste zunehmend zerklüftet, felsig und steil.





Üppige Vegetation im Botanischen Garten Hanbury (Bild: Fabio Alessandro Locati, Wikimedia, CC)

Üppige Vegetation im Botanischen Garten Hanbury (Bild: Fabio Alessandro Locati, Wikimedia, CC)




Hanbury Gardens: Mein Spaziergang

Pure Romantik, oder? Heiraten und Palazzo wie Panoramaterrasse an einem romantischen Wochenende erleben – in Hanbury Gardens kein Problem, wo man seine Gäste mit einer süssen Abschluss-Überraschung zu verführen verspricht. Natürlich dürfen auch Singles, die zufällig in der Gegend sind, einen Besuch einplanen: Picknicken erlaubt.

Ganz gleich, ob Neben- oder Hauptsaison, Tickets sind unter 10 Euro zu haben. Hanbury Gardens öffnen täglich um 9.30 Uhr und schliessen im Sommer um 19 Uhr, an dunklen Winterabenden zwei Stunden früher. Angereist wird über die Autobahn A10, Ausfahrt Ventimiglia: Nur der Schnellstrasse 1 Richtung Frankreich und den Schildern Richtung Ponte S. Luigi folgen, das man vom Bahnhof Ventimiglia mit Taxi oder Bus erreicht. Die Adresse: Corso Montecarlo 43, bei La Mortola, 18039 Ventimiglia, Provinz Imperia.

Was auf den ersten Blick überschaubar wirkt, dehnt sich auf ganze 18´803 Hektar bei 100 Metern Höhenunterschied aus: Wenigstens ein bis eineinhalb Stunden sollten für den Besuch eingeplant werden. Für Menschen mit Handicap existiert ein alternativer Weg ohne Stufen sowie ein Elektromobil – vorher reservieren! Blindenhunde sind erlaubt, doch alle anderen Vierbeiner müssen am Eingang auf Frauchens Rückkehr warten.

Quattro Stagioni – die Pfeile führen mich durch die Vier Jahreszeiten. Überall Aloen und dann Cyclamen bis zum Campana giapponese, dem Japangarten. Mein Weg durch die Pergola bringt mich zum Drachenbrunnen, der Fontana del Drago. Vom Giardino dei profumi (Garten der Düfte) hatte ich gelesen – am liebsten möchte ich dort bleiben, bin aber doch zu neugierig auf das Mausoleum Moresco. Hier ruht die Asche von Sir Thomas Hanbury und seiner Frau Lady Katherine Pease. Auf dem Weg hinab überquere ich die Römerstrasse Via Julia Augusta. Ein Olivenhain, ein Salbeigarten – und plötzlich breitet sich das Mittelmeer weit vor mir aus!

Mausoleum Moresco im Botanischen Garten Hanbury (Bild: Fabio Alessandro Locati, Wikimedia, CC)

Mausoleum Moresco im Botanischen Garten Hanbury (Bild: Fabio Alessandro Locati, Wikimedia, CC)

In der Augusthitze gerät der Aufstieg zurück trotz Baumschatten zur Herausforderung. Durch Pinienhaine und an Akazien aus Südafrika entlang erreiche ich den Pozzo Veneto – überall im Grün der Gärten überrascht eine Vielzahl an Brunnen mit erfrischender Kühle. Die Hälfte ist geschafft, und ich finde mich mitten in einem Australischen Dschungel, der Foresta Australiana, mit Eukalyptus aus Queensland und Westaustralien. Rosen, Rosen, nichts als Rosen an der Südterrasse. Sogar einen echten Bananenwald nennt Hanbury sein eigen, doch dann signalisiert der Peruanische Pfefferbaum: Ich habe den Ausgang erreicht. Respekt, welch ein gelungenes Arrangement – vor unbeschreiblicher Mittelmeerkulisse.

Ein Parfüm namens Hanbury
Maria Candida Gentile: Per se schon ein Name wie ein Lockruf, aber so heisst eine italienische Parfümeurin, die sich durch Kap Mortola und die Hanbury Gardens zu einer Duftkreation inspirieren liess. Hanbury-Akazien blühen in diesen Gärten, dazu etwas, das sich Calycanthus nennt. Beide dominieren den Duft der Maria Candida Gentile – eines der wenigen Parfüms mit prägnanter Akaziennote.

Gewürzblütenstrauch und chinesische Winterblüte versuchen, die Atmosphäre der blühenden Gärten einzufangen, deren Duft sich mit dem nahen Meer vermischt. Harmonisch, weiblich und heiter im Auftakt soll Hanbury duften – dazu nach Bitterorange, Bergamotte und Honig, unterlegt von feinwürzigen Harzen und Moschus. Kann der Hanbury Flakon dem Flair dieser Gärten das (Duft-)Wasser reichen? Neugierig bin ich schon. Fest steht schon jetzt: Hanbury Gardens ist ein echter italienischer Sommertagstraum!



 

Oberstes Bild: Villa Orengo im botanischen Garten Hanbury (Bild: Fabio Alessandro Locati, Wikimedia, CC)

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