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Ein Besuch auf den Kanalinseln bietet Sonne, Strand und Nachdenklichkeit

26.03.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Ein Besuch auf den Kanalinseln bietet Sonne, Strand und Nachdenklichkeit
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Eine Ferienplanung stand wieder einmal im Raum und ich konnte mich weder für den Norden noch für den Süden entscheiden. Ich wollte etwas Besonderes erleben, sowohl was die Aktivitäten, als auch was die Landschaft und die Umgebung betraf. Da kam die Idee auf, die Kanalinseln zu besuchen.

Wie hatte Victor Hugo so schön geschrieben: „Ein Stück Frankreich, das ins Meer gefallen und von England aufgesammelt wurde.“ Und genau dort wollte ich ein paar erholsame Tage voller faszinierender Eindrücke verbringen.

Vuktor-Hugo-Denkmal in Candie Gardens, Guernsey (Bild: Jean Boucher, Wikimedia)

Vuktor-Hugo-Denkmal in Candie Gardens, Guernsey (Bild: Jean Boucher, Wikimedia)

Ruf als Steueroase

Hört man hierzulande von den Kanalinseln, geht es meist um den politischen Begriff der „Steueroasen“. Immerhin besteht der Archipel ja aus fünf Inseln: Jersey, Guernsey, Alderney, Sark und Herm. Als ich in St. Peter Port auf Guernsey ankomme, empfängt mich ein unwiderstehlicher Mix aus französischem Savoir Vivre und britischer Eleganz. Malerische Castles, Martellotürme und imposante Wehrmachtsbunker sind noch überall zu entdecken, und doch haben sich die Kanalinseln zu einem Paradies mit Sonderstatus entwickelt.

Politisch gesehen, gehören sie nicht zur EU und unterstehen auch nicht London, sondern direkt der Queen. Somit gelten hier im wahrsten Sinn des Wortes ganz eigene Gesetze und eine eigene Gerichtsbarkeit – das Zollgebiet allerdings wird nach EU-Regeln bestimmt. Der erste Weg auf Guernsey führt mich in St. Peter Port in das Hauteville House, in dem Victor Hugo während seines Exils gelebt hat. Im Garten steht noch die Eiche, die er gepflanzt hat und die für ihn Sinnbild eines gemeinsamen Europas war.





Jersey, Hafen bei Ebbe (Bild: Bildpixel  / pixelio.de)

Jersey, Hafen bei Ebbe (Bild: Bildpixel / pixelio.de)

Besondere Lage der Inseln macht sie zum Ferienparadies

Die Kanalinseln sind durch den Golfstrom klimatisch eindeutig im Vorteil. Guernsey bietet  wild wachsenden Pflanzenarten genügend Platz, um herrliche blühende Wiesen und bunte Wälder entstehen zu lassen. Diese Umgebung mit schroffen Klippen und dem Meer im Hintergrund lädt zu ausgedehnten Spaziergängen ein, die auch die eine oder andere berühmte Persönlichkeit inspiriert haben. So kam 1883 Auguste Renoir 1883 als Feriengast auf die Insel und widmete der grandiosen Moulon Huet Bay mehrere Gemälde. Ich bin zwar keine Malerin, aber als ich die malerischen Buchten mit den breiten Sandstränden und dem türkisfarbenen Meer auf mich wirken lasse, bin ich mehr als beeindruckt.





Pierre-August Renoir „Kinder auf dem Strand von Guernsey“ (Bild: Pierre-Auguste Renoir, Barnes Foundation, Merion, USA, Wikimedia)

Pierre-August Renoir „Kinder auf dem Strand von Guernsey“ (Bild: Pierre-Auguste Renoir, Barnes Foundation, Merion, USA, Wikimedia)

Naturlandschaften von Guernsey und Jersey sind abwechslungsreich



Die Klippen bieten herrliche Möglichkeiten, entlang markierter Spazierwege die Inseln zu erkunden. Mit motorisiertem Verkehr scheint es auf den Kanalinseln nicht weit her zu sein, denn überall finde ich die sogenannten Green Lanes – hierzulande würde man sie als verkehrsberuhigte Strassen bezeichnen. Doch diese machen die Mobilität einfach – die Inseln sind ja nicht gross, und so ist man zu Fuss absolut gut unterwegs.

Auf meiner Rundreise über die Inseln entdecke ich auch Gorey, ein verschlafenes Örtchen, das mich durch seine unterschiedliche Optik aufgrund der Gezeiten wahrlich beeindruckt. Hier entdecke ich auch ein herrliches Fischrestaurant, in dem sich britische Küche mit mediterranen Einflüssen verbindet – der Genuss von französischem Wein inklusive.

Blick von Gorey Harbour im Osten der Insel Jersey auf Mont Orgueil Castle, auch Gorey Castle genannt (Bild: Bildpixel / pixelio.de)

Blick von Gorey Harbour im Osten der Insel Jersey auf Mont Orgueil Castle, auch Gorey Castle genannt (Bild: Bildpixel / pixelio.de)

Jersey ist die grösste der Inseln

Auch wenn es rein landschaftlich so viel zu entdecken gibt, gönne ich mir einen Tag am Strand der St. Brelade’s Bay auf Jersey. Am Westrand dieser malerischen Bucht komme ich auch, was die Sehenswürdigkeiten betrifft, auf meine Kosten. Denn hier steht wohl das älteste Gotteshaus der Insel, Fisherman’s Chapel. Ich beobachte die Kitesurfer und Wellenreiter, die  hier optimale Bedingungen für ihren Sport vorfinden; wenn jemand mal vom Bord fällt, landet er im kristallklaren warmen Meer.

Zu meinem absoluten Lieblingsplatz auf Jersey wird bald die Veranda des Boathouses, denn hier gibt es nicht nur herrliche regionale Köstlichkeiten, auch die Aussicht ist atemberaubend. Insgesamt reicht die Insel Jersey acht Kilometer von Nord nach Süd und 15 Kilometer von Ost nach West. Als Geschichtsfan mache ich mich natürlich auch noch auf, Historisches auf Jersey zu entdecken. Und da gibt es viel, denn die Insel blickt auf 5’500 Jahre Geschichte zurück. Unter anderem besuche ich La Hougue Bie, das grösste Steinzeitgrab, das aus einem Ensemble von Kapelle, Megalithgrab und Besatzungsmuseum besteht. Der Leuchtturm Corbière Lighthouse, der im Westen von Jersey liegt, leuchtet seit 1874 der Schiffahrt ihren Weg.

Leuchtturm Corbière Lighthouse, Jersey (Bild: Marilyn Peddle, Wikimedia, CC)

Leuchtturm Corbière Lighthouse, Jersey (Bild: Marilyn Peddle, Wikimedia, CC)




Festungsanlage stimmt nachdenklich



Auf den Kanalinseln haben viele Völker ihre Spuren hinterlassen. Aber besonders nachdenklich stimmen mich die Spuren der deutschen Besatzung während des Zweiten Weltkriegs. Vor allem die Festungsanlage Elisabeth Castle dokumentiert Militärgeschichte und bietet Einblick in Tunnelsysteme, Wachtürme und Forts. Erreichbar ist die Burg zu Fuss, allerdings nur, wenn Ebbe herrscht. Da ich nicht mehr so lange warten kann, wähle ich den Transport in einem Amphibienfahrzeug. Zu Mittag lässt mich Kanonendonner aufhorchen –das ist hier eine alte Tradition, die nach wie vor von einem in Originalkostümen gekleideten Master Gunner gelebt wird.

Deutsche Kuestenbefestigung auf Guernsey (Bild: yak, Wikimedia, CC)

Deutsche Kuestenbefestigung auf Guernsey (Bild: yak, Wikimedia, CC)

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ein Besuch der Kanalinseln einen bunten Mix aus herrlicher Landschaft, entspannten Tagen am Strand und nachdenklich stimmenden Sehenswürdigkeiten bietet. Dies ergibt einen Aufenthalt, der in jedem Fall lange in Erinnerung bleibt und auch zum Wiederkommen verlockt.

 

Oberstes Bild: Jersey, Bonne Nuit Bay (Bild: Bildpixel  / pixelio.de)

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Über Susanne Mairhofer

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