Ein Tag in Winterthur

25.04.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa, Schweiz
Keine Beiträge mehr verpassen? Hier zum Newsletter anmelden!
Ein Tag in Winterthur
5 (100%)
2 Bewertung(en)

Die Gemeinde Winterthur im Schweizer Kanton Zürich lag eigentlich nur auf unserem Weg in die Jahresferien. Aber wir beschlossen, dieses Mal nicht einfach nur vorbeizufahren. Es hat sich mehr als gelohnt.

Wir wollten der Stadt einen Besuch abstatten, da Freunde uns schon öfter berichtet hatten, dass es in Winterthur sehr schön sei. Nachdem wir beide reichlich Urlaubstage zur Verfügung hatten, legten wir die Fahrt so, dass wir am Abend in Winterthur ankamen und zwei Nächte sowie einen Tag zur Verfügung hatten. Wir übernachteten in einem schönen Hotel in der Innenstadt. Am nächsten Morgen starteten wir voller Erwartung unsere Erkundung der sechstgrössten Stadt in der Schweiz.



Winterthur: ein Rundgang durch die Altstadt

Nach einem ausgiebigen Frühstück unternahmen wir einen zweistündigen Stadtrundgang. Die Gemeinde Winterthur bietet dazu einen Audio-Führer an. Dieses Angebot nutzten wir und schlenderten mit Knopf im Ohr von einem sehenswerten Platz zum nächsten. Die Altstadt von Winterthur faszinierte uns auf Anhieb! Hier handelt es sich um die grösste zusammenhängende Fussgängerzone in der Schweiz.

Während mein Freund mehr an den historischen Gebäuden interessiert war, zog es mich in die vielen Geschäfte – aber ich gab schliesslich nach, denn in unserem Urlaub sollte Shopping nicht an erster Stelle stehen. Wir bestaunten stattdessen die Stadtkirche mit den Zwillingstürmen. Sie steht auf der Liste der Kulturgüter von nationaler Bedeutung im Kanton Zürich und ist den drei Stadtheiligen gewidmet: St. Laurentius, St. Alban und St. Pankratius.

Das Winterthurer Rathaus ist ein architektonisches Kleinod. Es wurde vom Semperschüler Joseph Bösch erbaut. An der Passage im Stil der Neurenaissance konnte ich mich gar nicht sattsehen! Ebenfalls schön, aber im Stil ganz anders ist das „Kleinste Haus“ am oberen Ende der Altstadt. Das winzige Häuschen steht schräg in einem gepflasterten Hof. Darin ist wahrscheinlich nur Platz für eine Ein-Zimmer-Wohnung, aber es sieht einfach putzig aus!





Das Winterthurer Rathaus ist ein architektonisches Kleinod (Bild: Roland zh, Wikimedia, CC)

Das Winterthurer Rathaus ist ein architektonisches Kleinod (Bild: Roland zh, Wikimedia, CC)

Neue und alte Brunnen



Winterthur hat auch moderne Bauwerke und Sehenswürdigkeiten zu bieten. Hier fielen uns besonders die Judd-Brunnen auf. Dabei handelt es sich um drei aufeinander abgestimmte Brunnen in minimalistischer Form. Die elliptischen Brunnen, die sich in der Steinberggasse befinden, sind unterschiedlich hoch. Die Gasse hat jedoch ein Gefälle. Dadurch haben die drei Brunnen einen gleich hohen Wasserspiegel.

Sie sind sehr sauber, im Inneren wird das Wasser permanent aufbereitet. An warmen Sommertagen sollen die Brunnen angeblich nicht nur Kinder zum Baden verlocken – aber so heiss war es an diesem Vormittag noch nicht. Ein sehr alter Brunnen ist dagegen der Justitia-Brunnen. Seine Urform soll aus dem Jahr 1537 stammen. In der jetzigen Form stammt der Brunnen, der mehrfach seinen Standort gewechselt hat, aus dem 18. Jahrhundert. Die beeindruckende Figur der Justitia auf der Säule verleiht dem prächtigen Brunnen eine fast magische Ausstrahlung.





Spiegelung der Steinberggasse in einem der drei Judd-Brunnen in Winterthur (Bild: Andi Gentsch, Wikimedia, CC)

Spiegelung der Steinberggasse in einem der drei Judd-Brunnen in Winterthur (Bild: Andi Gentsch, Wikimedia, CC)

Ein Museum für Fotobegeisterte

Die vielen Museen, die es in Winterthur gibt, sind an einem einzigen Tag natürlich nicht machbar. Aber das Fotomuseum wollten wir uns doch nicht entgehen lassen. Besonders der Hobbyfotograf an meiner Seite drängte darauf, die Kunsthalle für zeitgenössische Fotografie aufzusuchen. Das Museum ist eine bedeutende Einrichtung und dokumentiert die Gebrauchsfotografie auf eine sehr interessante Art und Weise. Im Museum gibt es ein Bistro mit einer ausgezeichneten Küche, so dass wir hier gleich die Mittagspause gemütlich verbringen konnten.

Fotomuseum in Winterthur (Bild: Roland zh, Wikimedia, CC)

Fotomuseum in Winterthur (Bild: Roland zh, Wikimedia, CC)

Wissenschaft und Technik zum Anfassen

Die nächste Station war das Technorama. Hier können Kinder und Erwachsene ihren Spieltrieb ausleben, experimentieren und Neues aus der Welt der Naturwissenschaft und Technik entdecken. Anfassen und Ausprobieren sind hier ausdrücklich erlaubt! Leider war auch im Technorama die Zeit viel zu kurz. Aber wir fassten im einzigen Science Center der Schweiz den Entschluss, bald wieder einmal hierherzukommen. Die über 500 Experimentierstationen sind es wert, dass man für das Technorama viel Zeit reserviert.

Hoch hinaus und den Alltag vergessen

Der „Rote Turm“ ist mit 23 Stockwerken das höchste Gebäude der Stadt Winterthur. Die Aussicht vom Turm wollten wir unbedingt geniessen, so war also das Gebäude die nächste Station. Der Turm ist 95 Meter hoch, und wir konnten über die ganze Stadt sehen, bis hin zum Ostschweizer Gipfel Säntis. Im „Roten Turm“ gibt es ein Restaurant und noch darüber eine Bar. Hier stimmten wir uns bei einem Drink und den feinen „Turmhäppchen“ auf das Abendessen ein.

Ein wenig wehmütig verliessen wir den Turm, aber das nächste Highlight wartete schon auf uns. Zum Abendessen hatten wir einen Tisch im Schloss Wülflingen reserviert. Davor wollten wir uns noch umziehen, damit wir das Dinner im Schloss auch stilvoll erleben konnten.

Schloss Wülflingen mit Waschhaus und Scheune in Winterthur (Bild: Roland zh, WIkimedia, CC)

Schloss Wülflingen mit Waschhaus und Scheune in Winterthur (Bild: Roland zh, WIkimedia, CC)

Das Schloss ist schon von aussen beeindruckend, aber im Inneren entfaltet sich erst der ganze Charme der Vergangenheit. Man sitzt wunderbar in einem äusserst gepflegten Ambiente. Liebevoll restauriert, zeigt das Schloss alte Kachelöfen, viele Jagdtrophäen und ein antikes, edles Mobiliar. Keine Frage, dass hier auch das Menü und die Weine von ausgesuchter Qualität waren!

Nach einem letzten Glas in einer urigen Bar in der Nähe des Hotels sanken wir satt, zufrieden und glücklich ins komfortable Hotelbett. Winterthur, wir kommen wieder – aber dann mit viel mehr Zeit!



 

Oberstes Bild: Gottfried Sempers Stadthaus von Winterthur (Bild: Ikiwaner, WIkimedia, CC)

Wo liegt dieses Reiseziel?

Über Christiane Weber

Die Agentur belmedia GmbH beliefert die Leserschaft täglich mit interessanten News, spannenden Themen und tollen Tipps aus den unterschiedlichsten Bereichen. Nahezu jedes Themengebiet deckt die Agentur belmedia mit ihren Online-Portalen ab. Wofür wir das machen? Damit Sie stets gut informiert sind – ob im beruflichen oder privaten Alltag!




Trackbacks

  1. Dann machen wir wieder zu › newsbloggers.ch
  2. 40. Winterthurer Musikfestwochen › OpenairBar.ch

Ihr Kommentar zu:

Ein Tag in Winterthur

Für die Kommentare gilt die Netiquette! Erwünscht sind weder diskriminierende bzw. beleidigende Kommentare noch solche, die zur Platzierung von Werbelinks dienen. Die Agentur belmedia GmbH behält sich vor, Kommentare ggf. nicht zu veröffentlichen.