Gastfreundschaft, Qualität und Innovation statt staatliche Stützen

21.10.2017 |  Von  |  News, Schweiz
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Gastfreundschaft, Qualität und Innovation statt staatliche Stützen
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Der Tourismussektor der Schweiz steht vor grossen Herausforderungen: Starke Konkurrenz im Ausland, hohe Produktpreise und Löhne in der Schweiz sowie der Strukturwandel. Die FDP ist überzeugt, dass der Schweizer Tourismus durch eine konsequente Qualitäts- und Innovationsstrategie im Wettbewerb bestehen kann. Wir wollen Touristen mit Gastfreundschaft sowie ihren Bedürfnissen angepassten Konzepten willkommen heissen.

Dazu braucht es keine staatliche Subventionspolitik, sondern liberale Rahmenbedingungen am Standort Schweiz.

Konsequente Qualitäts- und Innovationsstrategie im Tourismus: Allein über den Preis kann der Tourismus am Standort Schweiz nicht wettbewerbsfähig sein. Stattdessen muss eine kohärente und langfristige Strategie verfolgt werden, welche auf kreative Ideen und hohe Qualitätsstandards setzt. Das eröffnet Chancen für die Schweizer Unternehmen im Tourismus: Lokale Nahrungsmittel von hoher Qualität können diese gezielt vermarkten, um im höheren Preissegment wettbewerbsfähig zu sein. Tourismusbetriebe können zusammenarbeiten, um die Preise für Produkte und Dienstleistungen zu senken (bspw. Einkaufsgemeinschaften, gemeinsamer Wäschebetrieb). Die Kleinräumigkeit der Schweiz kann als Vorteil genutzt werden, indem durch geografische Zusammenarbeit ein Angebot an attraktiven Gesamtpaketen besteht. Es braucht zudem eine konsequentere Vermarktung der Schweiz mittels einer konsolidierten, grossflächig aktiven Tourismusorganisation. Dabei sollen für alle Regionen gleich lange Spiesse gelten. Die Standort- und die Tourismusförderung müssen ihre Kräfte bündeln und gemeinsame Projekte angehen. Weltweit muss die Schweizer Marke durch Schweiz Tourismus verstärkt gesamtheitlich vermarktet werden in Zusammenarbeit mit den verschiedenen Organisationen im Bereich Export-, Wirtschafts- und Innovationsförderung sowie der Landeskommunikation.

Tourismus als attraktiven Arbeitsmarkt stärken: Der Tourismussektor muss Arbeitnehmende gemäss den Bedürfnissen der Touristen beschäftigen können (Sonntagsarbeit, durchgehende Öffnungszeiten etc.). Eigenverantwortliches Arbeiten muss ermöglicht werden. So sollen Arbeitnehmende am Stück länger arbeiten können, wenn sie anschliessend genügend Freizeit zugesprochen erhalten. Die Sozialpartner sind gefordert, den Tourismussektor für Arbeitskräfte – insbesondere inländisches Arbeitskräftepotential – attraktiv zu gestalten. Dies mit Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten, Aufstiegschancen oder der Nutzung vorhandener Tourismusinfrastruktur. Kooperationen zwischen verschiedenen Tourismusanbieter sind wünschbar, damit die Sicherheit einer ganzjährigen Anstellung und eine abwechslungsreiche Tätigkeit in verschiedenen Tourismusbereichen besteht sowie die beruflichen Erfahrungen wertvoll durch den Austausch ergänzt werden können.

Durch den Abbau von Handelshemmnissen die Preise senken: Als standortgebundene Branche, welche gleichzeitig auch für Kunden im Ausland attraktiv sein muss, leidet der Tourismus besonders unter einem hohen Preisniveau in der Schweiz. Die hohen Preise in der Schweiz gehen teilweise auf hohen Importbarrieren zurück (nebst insb. Beschaffungskosten aufgrund landwirtschaftlichen Grenzschutzes und Protektionismus im Binnenmarkt). Eine weitere Abschottung des Marktes und zusätzliche Regulierung lehnt die FDP daher ab. Die Politik muss stattdessen wo möglich Zölle, technische Handelshemmnisse und die Bürokratie beim Import abbauen. Die Wettbewerbsbehörde ist gleichzeitig gefordert, Missbrauch im Rahmen des geltenden Rechts zu ahnden, damit die Preise nicht durch marktbeherrschende Unternehmen hochgehalten werden.

Bürokratieabbau vorantreiben, weniger Regulierung und Staat: Um den Tourismus in der Schweiz zu stärken, braucht es weniger Staat. Der Abbau von unnötigen Vorschriften muss allen Anbietern zu Gute kommen und so für gleich lange Spiesse zwischen traditionellen und neuen Geschäftsmodellen sorgen (bspw. Hotels und Airbnb-Angebote). Die Digitalisierung bietet die Chance den Wettbewerb frei spielen zu lassen: Durch Vergleichsportale und Kundenbewertungen kann der Schweizer Tourismus sein innovatives und qualitativ hochstehendes Angebot weltweit unter Beweis stellen. Die Vertragsfreiheit soll Bestand haben. Die Tourismusabgaben könnten des Weiteren online abgerechnet werden und so – nebst Bürokratieabbau – für gleich lange Spiesse zwischen den verschiedenen Beherbergungsanbietern sorgen. Der Staat darf zudem nur Überbrückungs- und Anschubhilfe bieten (im Bereich Hotelkredite, Neue Regionalpolitik), danach müssen Tourismusbetriebe ihre Wettbewerbsfähigkeit beweisen und auf eigenen Beinen stehen. Ein unbürokratischer Einheitssatz bei der Mehrwertsteuer soll die ganze Wirtschaft entlasten. Es müssen schliesslich die bürokratischen Anforderungen an Bauprojekte reduziert werden, damit Um- und Ausbauten von Bergbahnen oder anderen Infrastrukturen rascher realisiert werden können.

Infrastrukturen in der Schweiz stärken: Eine sehr gute Verkehrsanbindung, ein exzellenter Internetanschluss sowie ein hervorragendes Mobilfunknetz sind notwendige Voraussetzungen, damit der Schweizer Tourismus generell und speziell in der Peripherie wettbewerbsfähig bleiben kann. Dafür braucht es eine marktnähere und schlankere Regulierung. Beim Ausbau und Unterhalt der Verkehrsinfrastrukturen fordert die FDP eine langfristige, gesamtschweizerische Perspektive in enger Koordination mit der Raumplanung, um die Tourismusregionen besser miteinzubeziehen. Gerade die Flughäfen brauchen dringend die passenden Rahmenbedingungen, um ihre Kapazitäten der grossen Nachfrage anzupassen. Die Erreichbarkeit der Schweiz über Landes- und Regionalflughäfen muss verbessert werden. Ziel ist es zudem, die bestehende Telekom-Infrastruktur effizienter zu nutzen (z.B. durch Netzkooperationen) und Mobilfunkantennen einfacher auszubauen.

Weitere Eingriffe in die Raumplanung verhindern: Die Tourismusregionen leiden bereits jetzt unter der zunehmenden Regulierung in der Raumplanung und im Immobilienmarkt z.B. durch die Umsetzung der Zweitwohnungs-Initiative. Auf weitere nationale Eingriffe in die kantonale Raumplanung oder den regionalen Wohnungsmarkt muss verzichtet werden. Die FDP lehnt darum eine weitere Verschärfung der Lex Koller ab und beantragt, mit einer weiteren Revision des Raumplanungsgesetzes zuzuwarten, bis die erste Etappe vollständig umgesetzt ist. Zudem müssen vor allem in den betroffenen Bergregionen allfällige regulatorische Hindernisse abgebaut werden, damit die Zweitwohnungsbestände einfacher erneuert und besser bewirtschaftet werden können.

Wirtschaftsfreundliche, nachhaltige Klimapolitik fördern: Der Klimawandel stellt für den Schweizer Tourismus und speziell für die Bergregionen eine immer grösser werdende Herausforderung dar (z.B. für den Wintertourismus). Anstatt dass die Politik bei der Umsetzung des Pariser Klimaabkommens zur Bekämpfung des Klimawandels nun aber ambitionierte und rigide Massnahmen im Inland beschliesst, fordert die FDP eine möglichst flexible, wirtschaftsfreundliche Umsetzung auf Gesetzesebene. Insellösungen der Schweiz sind teuer, bringen uns in der Zielerreichung nicht weiter und schaden der Tourismusbranche. Viel eher sollen abgabebelastete Unternehmen wie auch Immobilienbesitzer die Möglichkeit erhalten, sich von bestehenden Abgaben befreien zu lassen, wenn sie eine verpflichtende Zielvereinbarung zur Erhöhung der Energieeffizienz und Reduktion der CO2-Emissionen abschliessen.

 

Quelle: FDP.Die Liberalen
Artikelbild: Symbolbild © chaoss – shutterstock.com

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