Gotland – Ein Inseltraum auf Schwedisch

05.03.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Gotland – Ein Inseltraum auf Schwedisch
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Gotland liegt vor der Ostküste Schwedens und ist nicht nur die grösste Insel des Landes, sondern die zweitgrösste der gesamten Ostsee. Die Insel hat eine Fläche von knapp 3’000 Quadratkilometern und liegt etwa 100 Kilometer vom schwedischen Festland entfernt. Auf die wunderschöne Insel gelangt man entweder ganz klassisch mit der Autofähre oder mit dem Flugzeug. Wir nutzten für die Anreise vom Festland nach Gotland die Fährverbindung Oskarshamn – Visby und verliessen die Insel in Richtung Norden nach Nynäshamn, welches südlich der schwedischen Hauptstadt Stockholm liegt.

Landschaftlich hat Gotland keine ausgesprochenen Höhepunkte zu bieten. Allerdings ist die aus einem Kalksteinplateau bestehende Insel keinesfalls langweilig. Sie ist vielmehr von einer spröden Schönheit, die über eine artenreiche Naturlandschaft verfügt. Hervorzuheben sind eine vielfältige Vogelwelt und die zahlreichen Orchideenarten, die hier vorkommen und auf den kargen Böden ausgezeichnete Lebensbedingungen vorfinden.



Sonniger Tag auf der Insel Gotland (Berit, Wikimedia, CC)

Sonniger Tag auf der Insel Gotland (Berit, Wikimedia, CC)

Strände und herrliche Bademöglichkeiten befinden sich vor allem an der Westküste der Insel, die im Übrigen ein ausgesprochen mildes Klima besitzt. Bei rund 2´000 Sonnenstunden im Jahr ist das nicht weiter verwunderlich, nirgendwo sonst in Schweden scheint so viel die Sonne wie hier. Gotland ist eine fantastische Ferieninsel, die wir mit Sicherheit nicht zum letzten Mal besucht haben. Und wer vielleicht noch zögert und denkt, in Schweden sei es kalt und dunkel, der sollte sich unbedingt vom Gegenteil überzeugen.

Sandstrand auf Gotland (Bild: neekoh.fi, Wikipedia, CC)

Sandstrand auf Gotland (Bild: neekoh.fi, Wikipedia, CC)




Prächtiges Erbe der Hanse



Visby, die Hauptstadt der Insel Gotland, war einst Mitglied in der mächtigen Hanse. Bei einem Rundgang durch die Stadt stellt man schnell fest, dass die Stadt im Mittelalter sehr wohlhabend war. Schon die Stadtmauer, die rund um die Altstadt noch komplett erhalten ist, macht einen mächtigen Eindruck. Und der täuscht auch nicht, denn sie ist mehrere Meter hoch und ziemlich breit. Zudem wird sie noch durch etwa 50 gewaltige Türme gekrönt und machte auf uns den Eindruck einer uneinnehmbaren Festung. Innerhalb der Stadtbefestigung herrscht ein Wirrwarr aus mittelalterlichen Gässchen mit niedlich anmutenden Fachwerkhäusern und imposanten Kaufmannshäusern, die von Treppengiebeln geziert werden. Das mittelalterliche Kleinod, das völlig zu Recht zum Weltkulturerbe erklärt wurde, hat aber noch mehr Überraschungen zu bieten. Fast bizarr wirken die mehr als zehn Kirchenruinen, die sich in der Altstadt befinden. Skeletten gleich überragen sie die Gebäude der Stadt und stammen allesamt aus dem Mittelalter. Es stehen nur noch die Fassaden mit ihren riesigen Fenstern, die längst kein Glas mehr besitzen. Abgerundet wird das stimmige Bild des alten Visby durch zahlreiche Wirtshäuser und Herbergen, die auf eine Jahrhunderte alte Tradition zurückblicken können.

Stadtmauer von Visby auf Gotland (Bild: Frank Baldus, Wikimedia)

Stadtmauer von Visby auf Gotland (Bild: Frank Baldus, Wikimedia)

Tolles Spectaculum bei der Mittelalterwoche in Visby



Freunde mittelalterlichen Lebens sollten sich nicht scheuen, einmal den Weg zum grössten Mittelalterspektakel Europas auf sich zu nehmen. Es findet alljährlich im August in der 32. Kalenderwoche statt und wir genossen es in vollen Zügen, bei diesem Event dabei zu sein. Dabei spielte uns der Zufall in die Karten, denn wir erfuhren erst davon, als unser letzter Schwedenurlaub längst geplant war. Allerdings organisierten wir unseren Aufenthalt in Gotland nachträglich noch entsprechend. In jedem Fall werden wir den Aufenthalt in Visby nicht vergessen, als Marketender, Gaukler, Bettler und einfaches Fussvolk die verwinkelten Gassen der Altstadt bevölkerten und die Geschichte um ein paar hundert Jahre zurückdrehen. Selbst Bogenschützen und Ritter finden den Weg nach Visby. Man fühlt sich wirklich in eine vergangene Zeit versetzt, denn zahlreiche Marketender bieten unterschiedlichste Waren feil, Gaukler treiben mit „Fremden“ ihren Schabernack und Handwerker lassen sich über die Schulter schauen. Besucher können dabei sogar selbst ihre Fingerfertigkeit ausprobieren. Natürlich dürfen bei einem solchen Spectaculum auch Ritterturniere nicht fehlen, die mehrmals täglich vor den Toren der Stadt ausgetragen werden. Wir hatten tatsächlich den Eindruck, dass inmitten der historischen Kulisse das Mittelalter wieder lebendig wurde und auch unsere kleine Tochter genoss die Atmosphäre sichtlich.

Großes Ritterturnier auf der Medeltidsveckan in Visby, Gotland (Bild: Ökologix)

Großes Ritterturnier auf der Medeltidsveckan in Visby, Gotland (Bild: Ökologix, Wikimedia)

Raukar – die Wahrzeichen Gotlands

Vor allem im Norden der Insel Gotland und auf der Nachbarinsel Fårö, die nur durch einen schmalen Kanal voneinander getrennt sind, befinden sich die eindruckvollsten Raukar. Es sind bizarr aussehende Kalksteinformationen, die bis zu zehn Meter hoch sein können und die unterschiedlichsten Formen haben. Vor allem im Naturschutzgebiet Langhammars auf Fårö stehen die Raukar in grosser Anzahl und bieten während des Sonnenuntergangs einen wahrhaft mystischen Anblick. Man wähnt sich fast auf die Osterinsel versetzt, deren Steinköpfe ja weltberühmt sind. Ein Ausflug, den man nicht versäumen sollte. Und wenn man schon mal hier ist, darf der Besuch des gotländischen Fischerdorfes Helgumannen nicht fehlen. Es ist eine typische Fischerstelle, die nur saisonal genutzt und noch heute teilweise betrieben wird.

Rauksteine auf Gotland (Bild: Christian Koehn, Wikimedia, CC)

Rauksteine auf Gotland (Bild: Christian Koehn, Wikimedia, CC)

Die schon mit reichlich Patina versehenen Holzhäuser und die historisch anmutenden Ruderboote sind fantastische Fotomotive. Neben herrlichen Sandstränden beeindrucken an der Westküste von Gotland auch die felsigen Steilküsten. Und sie sehen nicht nur wunderschön aus, sondern sie bergen auch noch ein kleines Geheimnis, was vielleicht für Fossiliensammler gar keines ist. Die Abbruchstücke sind übersät mit Versteinerungen, die aus dem Silur stammen. Uns selbst war das gar nicht bewusst. Wir spazierten am Strand entlang und waren auf der Suche nach Klappersteinen und sonstigem Strandgut und wurden erst darauf aufmerksam gemacht. Wir liessen uns dann nicht lange bitten und sammelten einige Bruchstücke ein, die mit Fragmenten von Seelilien, Trilobiten und Fragmenten verschiedenster Schalen regelrecht übersät sind. Das sind schöne Mitbringsel, die noch heute neben einem riesigen Feuerstein aus Rügen meinen Schreibtisch zieren.



 

Oberstes Bild: Landschaft auf Gotland (Bild: neekoh.fi, Wikimdia, CC)

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Über Winfried Meyer

Als gelernter Kartograf galt mein Interesse schon früh den Landkarten und fernen Ländern. Daraus entwickelte sich eine grosse Leidenschaft für das Reisen, die mich schon in viele Teile unserer Erde geführt hat. Inzwischen betreibe ich ein Redaktionsbüro für die Reise- und Tourismusbranche und biete meinen Kunden einen umfangreichen Service an. Neben hochwertigen Inhalten plane ich individuelle Rundreisen und übernehme Fotoaufträge.




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