Gubristtunnel ZH: Bagger übernehmen letzte alte Röhre – bis 2028 wird alles erneuert
von belmedia Redaktion +Instagram-CH Polizei.news Regionen Schweiz Tunnel Verkehr & Katastrophen Verkehrsmeldungen Verkehrsticker Zürich
Im Gubristtunnel bietet sich derzeit ein aussergewöhnlicher Anblick: In der ersten Röhre rollen keine Autos mehr.
Stattdessen bestimmen Bagger, Baumaschinen und umfangreiche Betonarbeiten das Bild.
Bis zum Frühling 2028 wird die letzte noch nicht erneuerte Röhre umfassend saniert.
Der Rückbau ist weit fortgeschritten. Fahrbahn, Zwischendecke sowie grosse Teile der Betriebs- und Sicherheitsausrüstung wurden entfernt. Dadurch erscheint der langgezogene Tunnelraum ungewöhnlich leer und erinnert stellenweise eher an eine unterirdische Startbahn als an einen der meistbefahrenen Strassentunnel der Schweiz.
Technik am Ende der Lebensdauer
Die beiden ursprünglichen Röhren des Gubristtunnels sind seit 1985 in Betrieb. Das hohe Verkehrsaufkommen und die jahrzehntelange Nutzung haben deutliche Spuren hinterlassen. Zahlreiche technische Anlagen entsprachen zudem nicht mehr den heutigen Sicherheitsanforderungen.
Aus diesem Grund beschränkt sich das Projekt nicht auf eine oberflächliche Instandsetzung. Die Fahrbahn, die Zwischendecke und die gesamte Betriebs- und Sicherheitsausrüstung werden grundlegend erneuert.
Auch die Platzverhältnisse im Tunnel werden verbessert. Dazu wird die Fahrbahn abgesenkt und die Zwischendecke höher angeordnet. Über dem vorgeschriebenen Lichtraumprofil entsteht dadurch zusätzlicher Sicherheitsraum. Dieser soll unter anderem verhindern, dass hochragende oder lose Teile von Lastwagen technische Einrichtungen und Signale beschädigen.
Neue Leitungen unter der Fahrbahn
Ein weiterer Schwerpunkt liegt unterhalb der späteren Fahrbahn. Dort entsteht eine sogenannte Sohlbrücke. In diesem Bereich werden Kanalelemente eingebaut, durch die künftig Versorgungsleitungen für Wasser und Strom führen.
Gleichzeitig werden Verbindungen zur unteren Lüftungszentrale hergestellt. Hinzu kommen ein neues Entwässerungssystem, zusätzliche SOS-Nischen sowie vollständig ersetzte Kabel- und Steuerungsanlagen.
Für den Brandfall erhält der Tunnel eine moderne Rauchabsaugung. In regelmässigen Abständen werden Klappen in der Tunneldecke installiert. Sie können Rauch erkennen und gezielt aus dem Fahrraum ableiten. Auch die Löschwasserversorgung wird auf den aktuellen Stand gebracht.
Drei Röhren sichern den Verkehr
Die umfassende Erneuerung ist Teil des Ausbaus der A1-Nordumfahrung Zürich. Die Hauptarbeiten begannen 2016. Ein entscheidender Meilenstein war die Eröffnung der neuen dritten Gubriströhre im April 2023.
Erst durch diese zusätzliche Röhre wurde es möglich, die beiden älteren Tunnelabschnitte nacheinander zu sperren und vollständig zu sanieren. Während der Arbeiten kann der Verkehr weiterhin durch die neue dritte Röhre und die jeweils geöffnete ältere Röhre geführt werden.
Die Sanierung der zweiten Röhre dauerte etwas mehr als zwei Jahre. Ende November 2025 wurde sie wieder für den Verkehr freigegeben. Gleichzeitig sperrte das ASTRA die erste Röhre, die nun als letzter Abschnitt des Grossprojekts erneuert wird.
Abschluss für Frühling 2028 geplant
Nach Angaben des Bundesamts für Strassen liegen die Arbeiten im vorgesehenen Zeitplan. Die Sanierung der ersten Röhre soll im Frühling 2028 abgeschlossen sein.
Anschliessend steht die Nordumfahrung Zürich wieder mit ihrer vollen Kapazität zur Verfügung. Der Verkehr in Richtung St. Gallen kann dann durch die beiden erneuerten älteren Röhren geführt werden. In Richtung Bern bleibt die dreispurige dritte Röhre in Betrieb.
Quelle: Bundesamt für Strassen ASTRA / Streetlife
Bildquelle: Bundesamt für Strassen ASTRA