Historische Werkzeuge in Löwenburg gefunden

06.10.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa, Schweiz
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Historische Werkzeuge in Löwenburg gefunden
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Der kleine Weiler Löwenburg gehört zur Gemeinde Pleigne im Kanton Jura. Die Burgruine aus dem 10. Jahrhundert und der Wehrhof aus dem 16. Jahrhundert sind denkmalgeschützt.

Die Geschichte der Bebauung und Besiedelung von Löwenburg wird in einem Museum vor Ort dargestellt. Der Name lässt natürlich auf das Vorhandensein einer Burg schliessen, aber Löwenburg ist ein Stück Land auf einer Hochebene oberhalb des Lützetals. Die Schirmherrschaft über die historischen Baudenkmäler obliegt der kantonalen Denkmalpflege.

Man spricht deutsch

Als Weiler bezeichnet man besiedeltes Land mit nur spärlichen Häusern und liegt in der Grössenordnung zwischen einem einzelnen Hof und einer kleinen Ansiedlung. Im näheren Umkreis trifft man auf die Gemeinden Roggenburg und Ederswiler. Im Gegensatz zur Gemeinde Pleigne spricht man hier nicht französisch sondern deutsch. Die schwer zugängliche Lage in einer Höhe von 585 Metern macht Löwenburg so aussergewöhnlich.



Historisch bedeutsame Funde aus der Umgebung datieren 65’000 bis 75’000 Jahre zurück in die Frühgeschichte der Schweiz. Zur Zeit der Neandertaler wurden in Kalkstein eingebettete Plättchen aus Silex zur Herstellung von Steinwerkzeugen genutzt. Die ausgegrabenen Klingen, Lamellen, Stichel und Kratzer zeugen von Menschen, die hier bereits 9000 Jahre v.Chr. (Spätpaläolithikum) lebten. Das Hochland diente dem steinzeitlichen Menschen offensichtlich als Werkstatt.

Lützelsee und Lucelle, Pleigne (Bild: Badener, Wikimedia, CC)

Lützelsee und Lucelle, Pleigne (Bild: Badener, Wikimedia, CC)




Im 10. Jahrhundert erbaute das Sundgauer Geschlecht, mit seinem Löwen als Wappentier, die Burg. Gegenwärtig existieren nichts als Ruinen. Die Eigentümer wechselten, bis im 16. Jahrhundert die Mönche der Abtei Lützel (Abbaye de Lucelle) die Burg übernahmen. Sie kümmerten sich wenig um die Instandhaltung der Mauern und bauten lieber den Gutshof im inneren Burgbereich aus. Zum Schutz sicherten sie die Verwaltungsgebäude, den Wohnraum, den Eingangsturm und die Kapelle aus der Spätgotik mit einer Ringmauer ab. Als sichere Zuflucht galt die Löwenburg den Lützelner Mönchen aus Frankreich während des 30-jährigen Krieges.

Weiter ausgebaut wurde Löwenburg im 18. Jahrhundert. Häuser für Pächter und Gäste sowie eine Käserei kamen hinzu. In der Käserei ist heute ein kleines Heimatmuseum untergebracht. Es zeigt eine Rekonstruktion der Originalburg im Modell und beeindruckende Artefakte des täglichen Lebens im Mittelalter. Ein altes Papstsiegel rundet die wertvolle Sammlung ab.

Die Christoph-Merian-Stiftung aus Basel übernahm 1956 die Verantwortung für die sachgemässe Restaurierung der Burg und den Weiler Löwenburg. Heute ist eine beachtliche Rinderzucht in dem Gebiet beheimatet.

 

Oberstes Bild: Der kleine Weiler Löwenburg gehört zur Gemeinde Pleigne im Kanton Jura. (© T.viville, Wikimedia, CC)

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