Hüttengeschichten aus den Berner Alpen: Wo die Natur den Rhythmus bestimmt

Viele Berghütten oder Berghotels im Kanton Bern werden von äusserst engagierten Menschen betrieben. Sie sorgen auf ihre ganz persönliche Art und Weise für das Flair und die Ambiance dieser Gaststätten in den Alpen. Zwei Beispiele.

Die Grubenberghütte liegt auf 1840 m ü. M. hoch über dem lieblichen Saanenland. Bis zu 27 Wanderer, Kletterer, Skitourengänger und Schneeschuh-Touristen finden hier ein gemütliches Zuhause auf Zeit.

Von Mai bis Oktober ist die Hütte jeweils an den Wochenenden bewartet. Die übrige Zeit bedarf es unbedingt einer Voranmeldung. Es gibt fliessendes Wasser, Licht, einen Holzherd in der Küche und im Eingang stehen Hausschuhe Spalier. Hunde sind in der Grubenberghütte herzlich willkommen.

Hüttenwart und Wanderführer Ruedi Hählen ist überzeugt, dass die Destination Gstaad das Paradies auf Erden ist. Der gebürtige Gstaader ist fast täglich in seiner Heimat unterwegs und begleitet Wanderer, Medienschaffende und Influencer aus der ganzen Welt durch die wunderbare Bergwelt und zu den zahlreichen Kraftorten in der Region.

So umtriebig Ruedi Hählen auch ist, so mag er die Einsamkeit in der oft stillen Winterzeit. Obschon die Grubenberghütte nur einen Steinwurf vom beliebten Skitourenberg Wandfluh entfernt liegt, kann es vorkommen, dass tagelang kein Gast auftaucht. Genau in dieser ruhigen Zeit fühlt sich das knisternde Feuer im Holzofen, der Wind, der an den Fensterbalken rüttelt und der Blick in den funkelnden Sternenhimmel an wie das pure Leben.


© Grubenberg, Ruedi Hählen

© Grubenberg, Ruedi Hählen


Von Jules Vernes bis Picasso

Geographisch liegt das Augenmerk nun auf der Region Adelboden-Lenk-Kandersteg. Der Weg über den Gemmipass ist eine uralte Handelsroute und verbindet das Berner Oberland mit dem Wallis. Mitten auf dem Pass, auf 2061 m ü. M., steht das Berghotel Schwarenbach, das ausschliesslich zu Fuss erreichbar ist. Von Norden mit dem ÖV oder dem Auto nach Kandersteg bis zur Talstation der Luftseilbahn Sunnbüel. Die Wanderung ab Bergstation dauert eine gute Stunde. Der Aufwand lohnt sich in jedem Fall. Das 1742 erbaute Gasthaus war einst eine Zollstation. Mit dem aufkommenden Tourismus beherbergte der Schwarenbach berühmte Persönlichkeiten wie Alexandre Dumas, Jules Vernes, Guy de Maupassant, Mark Twain, Lenin und Pablo Picasso. Durch die zahlreichen Reiseberichte wurde das Berggasthaus denn auch berühmt.

Kater Tomba erlangte Kultstatus rund um den Globus als wohl aussergewöhnlichster Bergsteiger auf vier Pfoten. Er begleitete die Alpinisten unermüdlich bis auf die Gipfel des Rinderhorns und des Balmhorns und kam danach immer wieder zurück zum Berghotel.

Seminarraum bietet Inspiration

1993 ging Tomba in die ewigen Jagdgründe ein und im gleichen Jahr übernahm die Familie Peter Stoller-Wehrli die Gastgeberrolle in zweiter Generation. Mit ganz viel Herzblut versorgen sie ihre Bergfreunde mit Speis und Trank und Gemütlichkeit, sei es für eine Nacht oder auch für länger.

Die Herberge mitten in der Alpenwelt verfügt über 45 Betten, die in Zimmern ohne überflüssigen Luxus stehen. Auch Massenlager bieten eine Übernachtungsoption. Sogar ein kleiner, gemütlicher Seminarraum bietet bis zu 20 Personen Inspiration dank dem einzigartigen Rahmen der ruhigen Bergwelt. Wie lange der Aufenthalt auch dauern mag, jeder Gast wird sich von der launischen Schönheit der Natur gefangen lassen müssen, die den Lebensrhythmus unweigerlich bestimmt.

Weitere Informationen: www.madeinbern.com

 

Quelle: Tourismus Lifestyle Verlag GmbH, Bern
Titelbild: © Schwarenbach

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